1. Startseite
  2. Politik

Homeoffice-Pauschale, Rente & Co: Welche Steuer-Änderungen geplant sind

Erstellt:

Von: Erkan Pehlivan

Kommentare

Der Höchstbetrag der Homeoffice-Pauschale wird angehoben.
Der Höchstbetrag der Homeoffice-Pauschale wird angehoben. © Finn Winkler/dpa

Mit dem Jahressteuergesetz sollen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler entlastet werden. Die Opposition fordert Nachbesserungen.

Berlin – Der Bundestag hat am Freitag (14. Oktober) über eine Reihe geplanter Steuerentlastungen beraten. Mit dem sogenannten Jahressteuergesetz soll es ab dem kommenden Jahr unter anderem die Entfristung der in der Corona-Pandemie eingeführten Homeoffice-Pauschale und einen höheren Sparerfreibetrag geben. Der vollständige Sonderausgabenabzug für Aufwendungen zur Altersvorsorge wird um zwei Jahre auf 2023 vorgezogen.

Dadurch sollen die Steuerzahler:innen um 3,1 Milliarden Euro entlastet werden, sagte der SPD-Finanzpolitiker Michael Schrodi in der Debatte. Bis 2026 soll der Entlastungseffekt auf knapp sieben Milliarden Euro jährlich ansteigen. Die Bundesregierung setze mit der Neuregelung „ein Zeichen“, einerseits sozial ausgewogen und andererseits ökonomisch klug zu handeln, sagte der FDP-Politiker Christoph Meyer.

Änderungen bei der Steuer ab 2023: Grundrentenzuschlag soll steuerfrei sein

Bei der Rente soll auch der Grundrentenzuschlag steuerfrei gestellt werden. Die Steuerfreiheit auf Vorsorgeaufwendungen bereits ab 2023 statt ab 2025 soll gemäß einer Vorgabe des Bundesfinanzhofs eine Doppelbesteuerung der Rente vermeiden.

Der Ausbildungsfreibetrag für volljährige Kinder in Berufsausbildung steigt bei auswärtiger Unterbringung auf 1200 Euro pro Kalenderjahr. Bei der Homeoffice-Pauschale wird der Höchstbetrag auf 1000 Euro angehoben.

Steuererklärung ab 2023: Vereinfachung bei Regeln zum Steuerabzug

Darüber hinaus soll es auch Vereinfachungen geben, wie etwa bei den Regeln zum Steuerabzug für häusliche Arbeitszimmer. Die steuerliche Abschreibung für neue Mietshäuser wird von zwei auf drei Prozent der Kosten für Herstellung oder Kauf angehoben. Damit verkürzt sich die Abschreibungsdauer auf 33 Jahre.

Der Sparerfreibetrag steigt von derzeit 801 Euro für Alleinstehende auf 1000 Euro, für Verheiratete auf das Doppelte. Freistellungsaufträge sollen automatisch angepasst werden. Gestrichen wird die Umsatzsteuer auf Kauf und Installation kleiner Solaranlagen mit einer Leistung bis zu 30 Kilowatt, wie der Grünen-Finanzexperte Sebastian Schäfer hervorhob.

Jahressteuergesetz: Rechtsgrundlage für direkte staatliche Zahlungen soll geschaffen werden

Mit dem Gesetz will die Bundesregierung außerdem eine Rechtsgrundlage für direkte staatliche Zahlungen an die Bürgerinnen und Bürger schaffen. So soll die Steueridentifikationsnummer mit einer hinterlegten Bankverbindung verknüpft werden. Gedacht ist dies für künftige staatliche Leistungen wie zum Beispiel ein Klimageld, Einmalzahlungen in Krisensituationen oder auch Nothilfen bei Naturkatastrophen.

Die CDU-Finanzexpertin Antje Tillmann lobte grundsätzlich die geplanten Entlastungen als „positiv“. Allerdings müsste dabei nachgebessert werden. So sollte etwa auch die Solarthermie in die Umsatzsteuerbefreiung einbezogen werden. Tillmann kritisierte jedoch den zusätzlichen bürokratischen Aufwand durch die Verknüpfung von Steuer-ID und Bankverbindung. Kritik kam auch von Linken-Parteichefin Janine Wissler. So gäbe es weiterhin „extreme Ungerechtigkeiten im Steuerrecht“. Dadurch würden weiterhin hauptsächlich Erwerbseinkommen besteuert, kaum aber Kapitalerträge. (Erkan Pehlivan/AFP)

Auch interessant

Kommentare