Nach Organspende

Steinmeier pocht auf Gesetzesänderung

Nach der Nierenspende für seine Ehefrau Elke setzt sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier nun für eine Änderung des Organspendegesetzes ein. Der Politiker will so die Zahl der Spenden in Deutschland spürbar anheben.

"Ich schlage vor, dass jeder Bundesbürger von den Krankenkassen verpflichtend über Organspenden informiert wird, und er sich dann offen und frei entscheidet", sagte Steinmeier "Bild am Sonntag". "Wir wissen doch nicht erst seit meinem Fall, dass viele Menschen leiden, manche sterben, weil es nicht genügend Spenderorgane gibt." Deshalb wolle er einen neuen parteiübergreifenden Anlauf für die Änderung des Organspendegesetzes machen.

Mit einigen Krankenkassen hat Steinmeier dem Bericht zufolge bereits über eine mögliche Gesetzesänderung gesprochen. Norbert Klusen, Chef der Techniker Krankenkasse, sagte der Zeitung: "Angesichts von 1000 Toten jedes Jahr muss man über jede Möglichkeit nachdenken, mit der man die Menschen dazu bringt, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen." Für Informationsgespräche kämen nicht nur Krankenkassen infrage, sondern auch Ärzte oder kirchliche Einrichtungen. "Wichtig ist, dass die Entscheidung für oder gegen Organspende freiwillig bleibt", sagte Klusen.

Dem 54 Jahre alten Steinmeier war Ende August eine Niere entfernt worden. Das gesunde Organ wurde anschließend seiner schwer kranken Frau transplantiert. (dpa)

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