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Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender im Gespräch mit venezolanischen Flüchtlingen.

Kolumbien

Steinmeier besucht venezolanische Flüchtlinge

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat gemeinsam mit seiner Frau Elke Büdenbender eine Anlaufstelle für Flüchtlinge aus Venezuela besucht.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum Abschluss seines Kolumbien-Besuchs am Mittwoch eine Anlaufstelle für venezolanische Flüchtlinge der Stadtverwaltung von Bogota besucht. Steinmeier informierte sich dabei in der kolumbianischen Hauptstadt über den Prozess der Aufnahme der Venezolaner in dem Nachbarland. Nach Angaben der Aufnahmestelle kommen allein an dieser Anlaufstelle täglich rund 80 venezolanische Flüchtlinge an. Sie können dort eine temporäre Aufenthaltsgenehmigung für zwei Jahre und eine Arbeitserlaubnis beantragen. Damit verbunden ist auch der Zugang zu medizinischer Versorgung.

In dieser Woche hatte die kolumbianische Migrationsbehörde eine neue Studie unter dem Namen „Venezolaner in Kolumbien“ vorgestellt. Danach leben derzeit 1,14 Millionen Venezolaner in Kolumbien, davon rund 695 000 mit legalem Aufenthaltsstatus. Besonders groß ist demnach die venezolanische Exilgemeinde in der kolumbianischen Hauptstadt, wo allein rund 220 000 Menschen aus dem Nachbarland leben.

Zuvor hatte Steinmeier im Rahmen seines zweitägigen Besuchs die humanitären Anstrengungen Kolumbiens bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise hervorgehoben: „Das ist eine riesige Last. Und wir haben Respekt davor, wie diese beiden Länder mit dieser Situation umgehen“, sagte Steinmeier auch mit Blick auf Ecuador, der zweiten Station seiner Südamerika-Reise. Dort wird er auch die Flüchtlingsherberge San Juan de Dios besuchen, die vom kirchlichen Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt wird. In Gesprächen mit Präsident Lenion Moreno will sich Steinmeier über die Lage der venezolanischen Flüchtlinge in Ecuador informieren.

Venezuela wird von einem Machtkampf zwischen dem linksgerichteten Präsidenten Nicolas Maduro und dem konservativen Interims-Präsidenten Juan Guaido erschüttert. Die rechtsgerichtete Opposition erkennt wegen des umstrittenen Wahlsieges Maduros ohne aussichtsreiche Kandidaten der Opposition dessen zweite Amtszeit nicht an, die am 10. Januar begann. Parlamentspräsident Juan Guaido wurde daraufhin als Interims-Präsident vereidigt. Er will transparente Neuwahlen unter internationaler Beobachtung ausrichten lassen, um die Krise zu lösen.

Zahlreiche lateinamerikanische Länder wie auch die USA und Deutschland haben Guaido als Präsidenten anerkannt. Wegen der katastrophalen Versorgungslage und staatlicher Repression haben inzwischen fast zwei Millionen Venezolaner ihre Heimat verlassen. (kna)

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