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Steffi Lemke: Zerpflücktes Ministerium

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Von: Friederike Meier

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Umweltministerin Steffi Lemke.
Umweltministerin Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen). © afp

Die Umweltministerin steht in Habecks und Baerbocks Schatten.

Die Grüne aus Sachsen-Anhalt hat ein zerpflücktes Ministerium übernommen. Den nationalen Klimaschutz musste die Umweltministerin an ihren Parteikollegen Robert Habeck und sein Wirtschaftsministerium abtreten, die internationalen Klimaverhandlungen an Außenministerin Annalena Baerbock. Hinzu bekam Lemke den Verbraucherschutz.

Statt auf der Klimakonferenz also die Verhandlungen zu führen, startete Lemke gemeinsam mit Gastgeber Ägypten eine Initiative für „naturbasierte Klimalösungen“, etwa durch Wiedervernässung von Mooren. Diesen Schwerpunkt verfolgt sie auch im Inland: Mit dem „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ stellt das Ministerium bis zum Jahr 2026 vier Milliarden Euro zur Verfügung. Damit sollen Moore geschützt, Flüsse renaturiert und Wälder naturnah umgebaut werden.

Lemke fiel bisher neben Habeck und Baerbock wenig auf. Doch im Streit mit Finanzminister Lindner (FDP) um den EU-Beschluss zum Aus von Verbrennermotoren setzte sie sich weitgehend durch: Am Ende schlug sie einen Kompromiss mit der FDP vor, der dann auch umgesetzt wurde. Dass sie weniger Aufmerksamkeit bekam als andere, ist aber nicht allein ihre Schuld: Denn die Biodiversitätskrise ist mindestens so gravierend wie die Klimakrise, fällt jedoch oft hinten runter. Doch bis Mitte Dezember hat Lemke die Chance, sich international zu profilieren: Auf der UN-Konferenz zum Artenschutz vertritt sie die Bundesregierung.

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