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Versicherungen

Unwetter in Deutschland: Wer zahlt die anfallenden Kosten bei Starkregen?

  • Antje Mathez
    VonAntje Mathez
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Schäden durch Unwetter können teuer werden. Die Frankfurter Rundschau erklärt, welchen Versicherungsschutz es bei Starkregen braucht – ein Überblick.

Frankfurt - Starkregen, Hagel, Überflutungen: Weite Teile Deutschlands haben in den vergangenen Unwetter-Tagen die Macht des Wassers zu spüren bekommen. Doch wer zahlt den Schaden? Welchen Versicherungsschutz braucht es bei Starkregen? Die Frankfurter Rundschau gibt Antworten.

Versicherungen gibt es viele. Welche wofür zuständig ist, kann manchmal schwierig einzuschätzen sein. Da gibt es Versicherungen für Gebäude, den Hausrat, Fahrzeuge oder Personenschäden. Wie erklären, welche Versicherung bei Starkregen und Hochwasser zahlt.

Schaden durch Starkregen: Elementarschadenversicherung zahlt

Gebäude: Grundsätzlich kommen Wohngebäudeversicherungen für Schäden auf, die durch Sturm, Hagel, Blitzeinschlag, Brand und Leitungswasser entstanden sind. „Hat der Starkregen Schäden am Haus oder im Keller verursacht, können diese durch die Wohngebäudeversicherung abgedeckt sein“, sagt Anna Follmann, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Die Versicherer zahlen also etwa für abgedeckte Dächer, Schäden an Gebäuden oder durch entwurzelte Bäume. Bezahlt werden auch Sekundärschäden, etwa durch Regen, der ins Haus eindringt.

Wird das Haus durch Starkregen oder Überschwemmung beschädigt, zahlt nur eine zusätzliche Elementarschadenversicherung, die es in Kombination mit der Gebäudeversicherung gibt. Neben Hochwasser zählen auch Schäden durch Hagel, Erdbeben, Erdrutsch, Erdfall und Lawinen zu den Elementarschäden. Wasserschäden durch Überschwemmung am Grundstück und im Keller sind damit abgedeckt.

Allerdings kann der Abschluss einer Elementarschadenversicherung ziemlich teuer werden – manchmal lehnt die Assekuranz es auch schlicht ab, eine Police auszustellen. Dann nämlich, wenn ein Haus in einem Gebiet liegt, in dem alle zehn Jahre mit einem Hochwasser zu rechnen ist.

Anwohner sitzen zusammen in dem Ort im Kreis Ahrweiler am Tag nach dem Unwetter mit Hochwasser. Mindestens sechs Häuser wurden durch die Fluten zerstört.

Schaden durch Starkregen: Police kann erweitert werden

Hausrat: Schäden am Hausrat sind in der Regel durch die Hausratsversicherung abgedeckt. Darunter fallen alle beweglichen Gegenstände, die sich im Haus befinden. Versicherte sollten sich anschauen, welche Risiken ihre Police genau abdeckt. Meist sind das Einbruch und Raub sowie Blitzschlag und Wasserschäden, häufig aber lediglich Leitungswasserschäden. Auch diese Police kann um einen Elementarschadenschutz erweitert werden. Und wichtig: Die Versicherung zahlt nicht bei Fahrlässigkeit. Wer also Fenster oder Türen nicht geschlossen hat, muss für die Schäden selbst haften.

Fahrzeuge: Wird ein Fahrzeug im Sturm beschädigt, zahlt die Teilkaskoversicherung. Voraussetzung: Es hat mindestens Windstärke acht geherrscht. Erst dann ist es ein Sturm. Nur Vollkaskoversicherten werden auch windbedingte Schäden durch Stürme mit niedrigerer Windstärke ersetzt. Die Versicherung springt auch ein, wenn der Schaden durch Hochwasser entstanden ist. Auch Schäden durch Geröll und Schlamm werden von der Teilkaskoversicherung abgedeckt. Fallen Dachziegel oder Blumentöpfe auf ein geparktes Auto, greifen die Haftpflichtversicherungen der Hauseigentümer:innen beziehungsweise Mieter:innen.

BezeichnungWindstärke
stürmischer Wind8 (62 - 74 km/h)
Sturm9 (75 - 88 km/h)
schwerer Sturm10 (89 - 102 km/h)
orkanartiger Sturm11 (103 - 117 km/h)
Orkan12 (ab 118 km/h)
Quelle: dwd.de

Schaden durch Starkregen: Versicherer sollte umgehend informiert werden

Schadensfall: Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz weist Betroffene darauf hin, dass sie verpflichtet sind, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Das bedeute, alles zu tun „was möglich und zumutbar ist, um Hausrat und Gebäude vor weiteren Schäden zu bewahren“. Sprich, wenn möglich Hausrat in die oberen Etagen zu bringen und mit dem Ausschöpfen der Räume zu beginnen. Vorher sollte alles fotografiert, besser noch gefilmt werden. Der Versicherer sollte umgehend informiert und eine Schadensliste erstellt werden.

Wichtig sei, die Kommunikation mit dem Versicherer zu dokumentieren und keinesfalls beschädigte Gegenstände, ohne dessen ausdrückliche Zustimmung, zu entsorgen. Außerdem sollten sich Betroffene nicht bei der Schadensregulierung vertrösten lassen. Wenn alle Unterlagen vorgelegt seien, könne spätestens einen Monat nach Schadensanzeige eine Abschlagszahlung verlangt werden. So steht es in Paragraf 14 Absatz 2 des Versicherungsvertragsgesetzes. (Antje Mathez)

Rubriklistenbild: © Thomas Frey/dpa

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