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Brandanschlag auf Turnhalle von deutsch-russischer Schule in Berlin - Staatsschutz ermittelt

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Von: Katja Thorwarth

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Die deutsch-russische Lomonossow-Schule in Berlin-Marzahn wurde Ziel eines Anschlags in der Folge des Ukraine-Kriegs.
Die deutsch-russische Lomonossow-Schule in Berlin-Marzahn wurde Ziel eines Anschlags in der Folge des Ukraine-Kriegs. © Paul Zinken

Menschen mit russischen Wurzeln sehen sich immer häufiger Anfeindungen ausgesetzt. Nun untersucht der Staatsschutz einen Brandanschlag auf eine Schule.

Berlin – Am Freitagmorgen (11.03.2022) wurde auf die Internationale deutsch-russische Lomonossow-Schule in Berlin-Marzahn ein Brandanschlag verübt. Unbekannte hatten den Eingangsbereich der Schul-Turnhalle in Brand gesetzt, wie die Polizei mitteilt. Demnach hätte ein Passant eine Rauchentwicklung an dem Gebäude festgestellt, wobei alarmierte Beamte die Flammen zunächst mit eigenen Mitteln zu löschen versuchten. Die Feuerwehr übernahm anschließend die Löscharbeiten, sodass ein weiteres Ausbreiten des Brands verhindert werden konnte.

Durch das Feuer wurde die Haussubstanz des Gebäudes im Stadtteil Marzahn beschädigt, jedoch niemand verletzt. Laut Polizeiangaben hatten die Unbekannten das Feuer durch einen Brandsatz entfacht. Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz beim Landeskriminalamt (LKA) nahm Ermittlungen auf, diese dauern noch an.

Folgen des Ukraine-Kriegs: Anschlag auf deutsch-russische Schule

„Wir gehen von einer Vorsatztat und einem Zusammenhang zum Krieg in der Ukraine aus“, zitiert der Berliner Tagesspiegel einen Polizeisprecher. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums betonte am Freitag (11.03.2022), der Angriffskrieg in der Ukraine* sei der Krieg des russischen Staatschefs Wladimir Putin* und nicht der russischen Bevölkerung, schon gar nicht der russischstämmigen Bevölkerung in Deutschland.

Mit Beginn des Ukraine-Kriegs* haben Angriffe und Anfeindungen gegenüber Menschen mit russischen Wurzeln zugenommen. So warnte bereits Bundesinnenministerin Nancy Faeser vor Diskriminierungen von Russinnen und Russen wegen Putins Invasion. „Der entsetzliche Angriffskrieg gegen die Ukraine ist Putins Krieg. Es ist nicht der Krieg der Menschen mit russischen Wurzeln, die in Deutschland leben“, sagte die SPD-Politikerin*.

Folgen des Ukraine-Kriegs: Anfeindungen von Menschen mit russischen Wurzeln

Auch der Bund der Vertriebenen (BdV) beklagt vermehrte Anfeindungen gegen Menschen mit russischen Wurzeln. „Wir wollen Putins Krieg nicht in Deutschland“, betonte BdV-Präsident Bernd Fabritius in Bonn. Entsprechend sind Sicherheitsbehörden und die Polizei für mögliche Übergriffe sensibilisiert und besonders wachsam. „Sie werden jeden Menschen in Deutschland und jede Einrichtung gleichermaßen schützen.“ (ktho/afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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