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„Es gibt nur eine Option“ - Russlands Staats-TV fordert Atomwaffen-Einsatz

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Von: Daniel Dillmann

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Ein russischer Kommandeur sieht im Atomschlag gegen die Ukraine und ihre Verbündeten die einzige Chance Russlands, den Ukraine-Krieg doch noch zu gewinnen.

Moskau - Laut eines russischen Kommandeurs gibt es nur einen Weg, wie Russland den Ukraine-Krieg noch gewinnen kann. Man befinde sich nicht nur in einem Krieg mit der Ukraine, sondern mit dem ganzen Westen. „Wir haben nicht die Ressourcen, diesen Krieg so noch lange zu führen“, sagte Alexander Sergejewitsch Chodakowski im russischen Staats-TV. Darüber berichten unter anderem die US-Nachrichtenportale CNN und Newsweek. „Jeder weiß, dass die nächste Stufe der Eskalationsspirale im Ukraine-Krieg nur die atomare Stufe sein kann“, so der Anführer der international nicht anerkannten Volksrepublik Donezk.

Die Einschätzung Chodakowskis beruht auf den hohen Verlusten Russlands im Ukraine-Konflikt und wohl auch Meldungen, wonach den Truppen des Kreml neun Monate nach Kriegsbeginn so langsam die Munition ausgeht. Vor allem die andauernde Unterstützung der Nato-Staaten verhindert markante Erfolge Russlands im Krieg gegen die Ukraine.

Atomwaffen im Ukraine-Krieg? Wladimir Putin wiegelt ab

Bereits seit mehreren Wochen äußern Fachleute die Sorge, dass es im Zuge des Ukraine-Kriegs zum Einsatz von Atomwaffen kommen könnte. Vor allem sogenannte taktische Atomwaffen, ausgerüstet mit einem kleinen nuklearen Sprengkopf, könnten von Wladimir Putin als Kriegsmittel in Erwägung gezogen werden.

Der russische Präsident selbst hat den Einsatz von Atomwaffen im Ukraine-Krieg bislang immer wieder ausgeschlossen. Nur wenn Russland selbst attackiert werden würde, wäre ein Nuklearschlag gegen den Angreifer eine Option. Im Oktober sagte Putin laut der Nachrichtenagentur AP, der Einsatz von Atomwaffen ergebe „keinen Sinn, weder politisch noch militärisch.“

Russlands Kommandeur im Ukraine-Krieg: „Dafür haben wir Atomwaffen“

Im russischen Staats-TV sieht Chodakowski die Bedingungen für einen Atomschlag gegen die Ukraine oder ihre Verbündeten derzeit noch nicht erfüllt. Der russische Kommandeur räumte aber ein, dass ohne Atomwaffen und nur mit konventionellen Waffen Moskau den Krieg gegen die Ukraine wohl kaum gewinnen kann. „Wir haben nicht die Fähigkeit – wir sind ein Land, das jetzt gegen die gesamte westliche Welt kämpft, und wir haben nicht die Ressourcen, um den Nato-Block mit konventionellen Mitteln zu besiegen“, so Chodakowski. „Aber dafür haben wir Atomwaffen. Wir haben sie extra für solche Situationen gebaut. Deshalb gibt es nur diese einzige Option.“

Der Einsatz von Atomwaffen könne aber laut Chodakowski nur gerechtfertigt werden, wenn die Nato „gewisse Grenzen“ bei der Unterstützung der Ukraine überschreiten würde, zum Beispiel, in dem das Verteidigungsbündnis direkt in Kampfhandlungen verwickelt wäre.

Russland erweitert atomares Arsenal

Die Nato selbst sieht laut eigenen Angaben bislang keine Anzeichen dafür, dass Moskau den Einsatz von Atomwaffen im Ukraine-Konflikt in Erwägung zieht. Vergangene Woche aber warnte auch US-Außenminister Anthony Blinken, dass Russland unter Wladimir Putin sein atomares Arsenal modernisieren und erweitern würde. (Daniel Dillmann)

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