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Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe bilden die Zwickauer Zelle.
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Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe bilden die Zwickauer Zelle.

Rechter Terror

Spur an den Rhein

Die Ermittler prüfen nach Informationen der FR mögliche Verbindungen des Ludwigshafener Neonazis Malte R. zur Zwickauer Zelle - und vermuten dort eine weitere Terroristische Vereinigung.

Von Felix Helbig

Bei ihren Ermittlungen zum Umfeld der mutmaßlichen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) gehen die Behörden neuen Spuren in die militante Neonaziszene in Rheinland-Pfalz nach. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau ist der bekannte Ludwigshafener Neonazi Malte R. ins Visier der Ermittler gerückt. Er soll eine maßgebliche Rolle bei der dortigen Nazi-Gruppe Lunara einnehmen und Schießübungen im Ausland organisiert haben. Lunara bewerten die Behörden anscheinend als terroristische Vereinigung.

Laut Dokumenten, die der FR vorliegen, gilt Malte R. den Behörden zudem als verdächtig, den Brand in einem Ludwigshafener Wohnhaus gelegt zu haben, bei dem am 3. Februar 2008 neun türkischstämmige Bewohner ums Leben gekommen waren. Das Feuer in dem ausschließlich von Migranten bewohnten Haus hatte damals auch deshalb international Aufsehen erregt, weil die Behörden eine Brandstiftung mit ausländerfeindlichem Hintergrund relativ schnell ausgeschlossen hatten. Die Ursache des Feuers ist bis heute ungeklärt. Der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, hatte in der vergangenen Woche erklärt, den Fall neu untersuchen lassen zu wollen.

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Malte R. gilt als wichtige Figur der militanten rechten Szene in Süddeutschland. Die Ermittler zählen ihn anscheinend wie den Thüringer Neonazi Thomas G. zur internationalen Nazi-Organisation „Hammerskin Nations“ (HSN). Auch G., der den gleichen Decknamen wie die mutmaßliche Terroristin Beate Zschäpe als Passwort in Internetforen benutzt haben soll, ist inzwischen in den Fokus der Ermittlungen geraten.

Gastgeber von Rechtsrockern

Unter Beobachtern der rechten Szene in Süddeutschland gilt Malte R. als Kopf der deutschen HSN-Division. Bei ihm soll auch der niedersächsische Sänger Daniel G. mit seiner Rechtsrock-Band „Gigi und die braunen Stadtmusikanten“ aufgetreten sein, für den sich die Behörden wegen seines Liedes „Döner-Killer“ interessieren, weil es die Mordserie der Zwickauer Terror-Zelle thematisierte, lange bevor der rassistische Hintergrund der Taten von Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Bönhardt bekannt wurde.

Der Ludwigshafener R. soll zudem Kontakte zum Neonazi Ralf Kapke, der die untergetauchten Rechtsterroristen durch den Verkauf des antisemitischen Brettspiels „Pogromly“ unterstützt haben soll, sowie zum inzwischen inhaftierten Ralf Wohlleben unterhalten haben. Wohlleben hatte nach Angaben des Innenministeriums in Mainz die Internetseiten des „Aktionsbüros Rhein-Neckar“ gestaltet. Malte R. gilt bei den Behörden als wichtiges Mitglied des Aktionsbüros, das nach Angaben des Ministeriums eine „Informations- und Koordinierungsstelle“ von neonazionalsozialistischen Kameradschaften im Dreiländereck Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist.

Verbindungen von Rheinland-Pfalz zur Mordserie des NSU hatte das Ministerium bislang verneint. Malte R. war in der Vergangenheit eher regional als Ladenbetreiber und Musikproduzent der rechten Szene aufgefallen. Allerdings sollen ihn Bilder von Nazi-Aufmärschen schon vor Jahren an der Seite von Ralf Wohlleben zeigen.

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