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Bei dem Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch am 15. März 2019 tötete der Rechtsterrorist insgesamt 50 Menschen.

Attentäter von Christchurch

Spur führt nach Tübingen

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Der Attentäter von Christchurch buchte Tauchkurs bei einem deutschen Anbieter.

Der aus Australien stammende rechtsextremistische Attentäter von Christchurch buchte 2014 in Tübingen (Baden-Württemberg) einen Tauchkurs auf den Philippinen. Das berichtete ein Beamter des Bundeskriminalamtes (BKA) Teilnehmern zufolge bei der Sitzung des Bundestagsinnenausschusses am Mittwoch. Demnach buchte der Attentäter den Kurs am 9. Mai 2014 bei einem Mann aus der Universitätsstadt; der Kurs sollte vom 16. bis zum 26. Februar 2015 auf den Philippinen stattfinden.

Der Tübinger ist dem BKA-Beamten zufolge allgemein-kriminell aufgefallen; Bezüge in die rechtsextremistische Szene seien hingegen bisher nicht bekannt, hieß es. Der Frage, ob dennoch Bezüge bestehen, gehe das BKA jetzt nach. Das wiederum sei aktuell schwierig, so der BKA-Beamte, weil der Mann sich derzeit im Ausland aufhalte. Der Beamte erzählte ferner, dass der Attentäter sich am 30. November 2018 aus Österreich kommend für wenige Stunden auf Schloss Neuschwanstein aufhielt – laut ungarischen Ermittlern bezahlte er das Ticket mit seiner Kreditkarte.

Weitere Spenden für Rechte

Zudem soll er nicht nur dem österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner Geld überwiesen haben, sondern zwischen dem 18. und dem 25. September 2017 auch viermal der rechtsextremistischen Géneration Identitaire, die ihre Wurzeln in Frankreich hat, aber auch in anderen Ländern aktiv ist; im ersten Fall waren es 1500 Euro, im zweiten 2200 Euro. Die Verbindung zu Sellner war bereits bekannt.

Zudem soll er dem österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner Geld überwiesen haben.

Schließlich haben die neuseeländischen Sicherheitsbehörden laut BKA zwei deutsche IP-Adressen ermittelt, von denen aus Menschen das Geschehen in Christchurch online auffällig intensiv verfolgten. Der Mobilfunk-Anbieter konnte die IP-Adressen allerdings niemandem zuordnen, da es sich um mobile Adressen handelte. Der BKA-Beamte ließ nach Angaben von Teilnehmern durchblicken, dass er noch weitere Deutschlandverbindungen erwartet, weil entsprechende Verbindungen zu Deutschlands Nachbarstaaten existierten.

Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, sagte: „Die Deutschlandbezüge des Attentäters von Christchurch müssen dringend tiefer ermittelt werden, denn er nahm häufig Bezug auf Vorgänge aus Deutschland. Vor allem muss ermittelt werden, wie tief er in der Identitären Bewegung vernetzt war und ob die von Anschlagsszenarien Kenntnisse hatte.“

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