1. Startseite
  2. Politik

„Spinnerin“: Trump verspottet mutmaßliches Vergewaltigungsopfer vor Gericht

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nadja Austel

Kommentare

Die Autorin E.Jean Carroll hat schwere Vorwürfe gegen US-Präsident Trump erhoben. Der weist die Anschuldigungen entschieden zurück. Foto: Sean Kilpatrick/The Canadian Press/AP
Die Autorin E.Jean Carroll hat schwere Vorwürfe gegen US-Präsident Trump erhoben. © Sean Kilpatrick

Donald Trump, Ex-Präsident der USA, muss sich wegen mutmaßlicher Vergewaltigung verantwortlichen. „Mir fallen keine Beschwerden ein“, sagt er vor Gericht aus.

New York – Der ehemalige Präsident der USA, Donald Trump, hat dieser Tage aufgrund verschiedener Vorwürfe nicht selten Kontakt zu Gerichten. Die dubiosen Finanzgeschäfte seines Konzerns und seine mehr oder weniger direkte Beteiligung am Sturm aus Kapitol sind nur zwei der Aspekte, die ihn deshalb Nerven kosten dürfen. Nebenher läuft gegen ihn ein seit Jahren schwelender Rechtsstreit wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung. 

Die ehemalige Kolumnistin E. Jean Carroll beschuldigt Trump, sie Mitte der 1990er Jahre in einem New Yorker Kaufhaus vergewaltigt zu haben. Den Vorwurf hatte sie im Jahr 2019 im New York Magazine öffentlich gemacht, 23 Jahre nach dem Vorfall. Trump hatte daraufhin alle Schuld von sich gewiesen und die Vorwürfe als Werbekampagne abgetan: Carroll versuche lediglich, Aufmerksamkeit zu erzeugen, um ihr Buch zu verkaufen. Die Autorin verklagte den Ex-Präsidenten daraufhin wegen Verleumdung. Er habe mit seinen Kommentaren ihren Ruf und ihre Glaubwürdigkeit geschädigt.

Aussage von Trump vor Gericht: Mutmaßliches Opfer sei eine „Spinnerin“

Tatsächlich ist Trump bereits mehrfach beschuldigt worden, gegenüber Frauen übergriffig geworden zu sein. Seine Anstrengungen, Carrolls Klage vor Gericht abweisen zu lassen, blieben erfolglos. Der zuständige Richter in New York beharrte außerdem darauf, dass Trump eine Aussage zu den Vorwürfen tätigte. Entgegen der Behauptungen seiner Anwälte stelle dies „keine unangemessene Belastung“ für den 76-Jährigen dar, hieß laut Gerichtsunterlagen. 

Die Niederschrift von Trumps Aussage wurde nun nach Anordnung von Richter Kaplan veröffentlicht. Trump bestreitet darin, die Autorin sexuell belästigt zu haben. „Es ist eine falsche Anschuldigung. Es ist nie passiert. Niemals“, sagte Trump über Carrolls Behauptungen. Sie sei eine „Spinnerin“ und er habe nie eine Frau unter Druck gesetzt, mit ihm Sex zu haben.

Trump streitet Vergewaltigung ab: Carroll sei „nicht sein Typ“

Trump bestätigte in seiner Zeugenaussage, dass er die Erklärung vom Oktober 2022 auf der von ihm genutzten Social-Media-Plattform Truth Social geschrieben und veröffentlicht hatte. In dieser Erklärung sagte Trump, Carrolls Behauptungen seien „ein großer, fetter Schwindel“. In seiner Aussage wiederholte er frühere Kommentare, dass er Carroll nicht kenne und dass sie „nicht sein Typ“ sei.

Trump kommentierte seine Erklärung in seiner Aussage: Es sei zwar nicht „politisch korrekt“ zu sagen, Carroll sei nicht sein Typ, aber er müsse sich ja verteidigen. Er fügte hinzu, dass es nicht als Beleidigung gemeint war. Die Frage, warum er diese Erklärung im Oktober 2022 dann abgegeben habe, beantwortet Trump: „Weil ich beleidigt war über die Lüge dieser Frau.“

Trump zu möglichen sexuellen Übergriffen: „Ich glaube nicht“

Auf die Frage, ob er jemals eine Frau ohne ihre Zustimmung geküsst habe, sagte Trump aus: „Nun, mir fallen keine Beschwerden ein. Aber nein. Ich meine, ich glaube nicht. Ich finde die Frage unangebracht, aber ich glaube nicht.“ Er bestritt auch, jemals die Brüste oder das Gesäß einer Frau ohne deren Einwilligung berührt zu haben.

Carrolls Anwältin Roberta Kaplan fragte Trump: „Haben Sie jemals eine Frau gedrängt, mit Ihnen Sex zu haben?“ Er antwortete: „Die Antwort ist nein. Aber vielleicht gibt es Leute wie Ihre Mandantin, die bereit sind, zu lügen.“ Im November hatte Carroll eine zweite Klage gegen Trump eingereicht, die sich auf ein neues Gesetz stützt. Dieses erlaubte ihr und ihren Anwält:innen, ihn wegen Körperverletzung zu verklagen, obwohl die Verjährungsfrist für diese Straftat bereits abgelaufen ist. (na)

Auch interessant

Kommentare