UN spielen in Irak auf Zeit

Nationalkonferenz verschoben

Bagdad · 29. Juli ap/dpa · Einen Tag nach dem schwersten Anschlag nach der Machtübergabe in Irak ist der Demokratisierungsprozess ins Stocken geraten. Die für Samstag angesetzte Nationalkonferenz mit 1000 Delegierten, deren wichtigste Aufgabe die Wahl eines Übergangsparlaments sein soll, wurde am Donnerstag auf Bitten der UN um zwei Wochen verschoben. Damit solle Zeit gewonnen werden, um Gruppen, die die Versammlung boykottieren wollen, noch zur Teilnahme zu bewegen, hieß es.

Unterdessen wurden zwei pakistanische Geiseln getötet. Ein Videoband, das die beiden Opfer zeigt, wurde dem arabischen Sender Al Dschasira zugespielt. Außerdem wurde ein somalischer Lastwagen-Fahrer entführt. Beim Anschlag auf eine polnische Patrouille kam ein Soldat ums Leben, sechs weitere wurden verletzt.

Saudi-Arabien soll nach dem Willen der USA die Führung einer muslimischen Sicherheitstruppe übernehmen. Ein Berater der Regierung erklärte, das Königreich wolle dem irakischen Volk helfen, seine Souveränität so schnell wie möglich wiederzuerlangen. Irak lehnt die Stationierung von Soldaten aus den Nachbarländern bislang ab.

Kriegserklärung an Europa

Eine mutmaßlich zum Terrornetzwerk Al Quaeda gehörende Gruppe hat Europa den Krieg erklärt, weil es seine Truppen nicht aus Irak und Afghanistan abgezogen habe. Auf einer Internetseite hieß es: "Wir werden Wasserfälle von Blut erzeugen, die euch in die Tiefe reißen werden. Ihr habt eure Völker dazu verurteilt." Hervorgehoben wurde der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi. "Wir werden europäische Städte zerstören und mit dir anfangen," drohte die Gruppe, die sich auch zu den Anschlägen in Madrid bekannt hatte.

Die Ukraine kündigte an, ihre 1650 Mann starke Truppe in Irak zu verringern und den vollständigen Abzug vorzubereiten.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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