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TV-Satiriker Jan Böhmermann

SPD-Vorstand

Böhmermann will Rettung der SPD aus dem Untergrund fortsetzen

Jan Böhmermann will nicht mehr SPD-Chef werden. Das teilt er den Genoss*innen auf Twitter mit. 

Der TV-Satiriker Jan Böhmermann hat Abstand von seinem Plan genommen, Chef der Sozialdemokraten zu werden. Er stehe nach Verkündung des Ergebnisses der Mitgliederbefragung „nicht mehr länger als Kandidat für den SPD-Vorsitz zur Verfügung“, schrieb er in einem am Samstagabend auf Twitter veröffentlichten Brief an die SPD-Mitglieder. Das Ergebnis mache ihn und sein Team betroffen.

SPD-Vorsitz: Olaf Scholz und Klara Geywitz in Führung

„Wir sind superenttäuscht und wütend!“ Kurz zuvor hatte die SPD mitgeteilt, dass Finanzminister Olaf Scholz und die Brandenburgerin Klara Geywitz die meisten Stimmen erhalten hatten, dicht gefolgt von Nordrhein-Westfalens früheren Finanzminister Norbert Walter-Borjans und der Bundestagsabgeordneten Saskia Esken. 

Die beiden Duos treten nun in einer Stichwahl gegeneinander an. Anfang der Woche hatte Böhmermann ebenfalls in einem auf Twitter veröffentlichten Brief geschrieben, er wolle auf dem Parteitag Anfang Dezember von 50 Delegierten zum Kandidaten für den SPD-Vorsitz aufgestellt und gewählt werden. 

Nun begründete er seine Kehrtwende unter anderem mit der geringen Beteiligung der Mitglieder an der Befragung und damit, dass dann auch noch das Duo Scholz/Geywitz die meisten Stimmen erhalten habe - wobei er die Partnerin von Scholz allerdings als „Katja Gleiwitz“ bezeichnete. Nur 53 Prozent aller SPD-Mitglieder hätten überhaupt nur abgestimmt, schreibt er. Böhmermann zieht den Schluss: „Die Rettung der deutschen Sozialdemokratie scheint eine viel größere Herausforderung zu werden, als wir befürchtet hatten.“ 

Und weiter: „Das #neustart19 Team und ich sehen uns gezwungen, unseren Kampf für die Rettung der deutschen Sozialdemokratie ab sofort aus dem Sozialdemokratischen Untergrund heraus fortzusetzen.“

Wahl um SPD-Vorsitz stößt auf wenig Zustimmung

Vizekanzler Scholz und Geywitz gelten als Befürworter der großen Koalition, Walter-Borjans und Esken eher als Kritiker. An der Abstimmung online und per Brief hatten sich tatsächlich nur rund 53,3 Prozent der 425 630 abstimmungsberechtigten Mitglieder beteiligt. Die Parteimitglieder sollen nun vom 19. bis zum 29. November ein zweites Mal abstimmen, der Parteitag im Dezember soll das Ergebnis bestätigen. 

Die Suche nach einer neuen SPD-Spitze war nötig geworden, nachdem die damalige Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles Anfang Juni unter großem internen Druck zurückgetreten war. (FR/dpa)

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