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SPD-Sommerfest: Mehrere Frauen bekommen K.o-Tropfen verabreicht

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Von: Vincent Büssow

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K.O.-Tropfen werden in eine Flasche gekippt.
Nach einem mutmaßlichen K.o.-Tropfen-Angriff auf dem Sommerfest der SPD ermittelt die Kriminalpolizei. (Symbolbild) © Nicolas Armer/dpa

Mehrere Frauen melden nach einem Fest der SPD Symptome von K.o.-Tropfen. Die Partei reagiert entsetzt – und die Kriminalpolizei ermittelt.

Berlin – Auf dem Sommerfest der SPD-Bundestagsfraktion wurden mehreren Frauen offenbar K.o.-Tropfen-Attacke verabreicht. Bis Samstagmorgen (09. Juli) seien fünf Betroffene registriert worden, teilte die Polizei mit. Innerhalb der Partei ist sogar von noch mehr Opfern die Rede. Während in der SPD jetzt Stimmen laut werden, die eine Aufarbeitung der Tat fordern, hat die Kriminalpolizei bereits mit den Ermittlungen begonnen.

Die Veranstaltung hatte am Mittwoch im Berliner Tiergarten in der Nähe des Kanzleramtes stattgefunden. Unter den rund 1000 Gästen befanden auch sich auch hochrangige SPD-Politiker:innen wie Bundeskanzler Olaf Scholz. Zuerst hatte eine 21-jährige Frau über Unwohlsein, Schwindel und Gedächtnisverlust geklagt, nachdem sie an dem Fest teilgenommen hatte. Sie habe sich daraufhin im Krankenhaus untersuchen lassen und die Polizei eingeschaltet.

Mutmaßlicher K.o.-Tropfen-Angriff auf SPD-Fest:“Ungeheuerlicher Vorgang“

Bei den Beamten gingen in den darauffolgenden Tagen vier weitere Fälle mit ähnlichen Symptomen ein. Der Tagesspiegel, der zuerst über die Sachlage berichtet hatte, meldete hingegen, dass in einem internen Chat der SPD von acht Betroffenen die Rede war. Laut der Polizei, die nun gegen Unbekannt ermittelt, gebe es keine Erkenntnisse über weitere Straftaten wie Diebstähle oder sexuelle Übergriffe. In der Kanzlerpartei reagiert man währenddessen mit Entsetzen.

Am Freitag meldete sich der SPD-Geschäftsführer Mathias Martin in einem Schreiben bei den Abgeordneten und Mitarbeitern in Bezug auf den Vorfall. Diesen bezeichnete er als „ungeheuerlichen Vorgang, der unsererseits sofort bei der Bundespolizei gemeldet wurde.“

SPD-Abgeordnete fordert Aufklärung von mutmaßlichem K.o.-Tropfen-Angriff

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ariane Fäscher, die ebenfalls bei dem Fest anwesend war, forderte im Gespräch mit der Märkischen Oderzeitung, dass der Vorfall „transparent und schonungslos“ aufgeklärt werde. „Solch ein Fest findet in einem recht vertraulichen Rahmen statt. Umso erschreckender ist es, wenn man sich dabei nicht mehr sicher fühlt“, sagt sie.

Auch an anderer Stelle hat die Partei intern mit Frauenfeindlichkeit zu kämpfen: Nach sexistischen Äußerungen hatte der SPD-Parteivorstand in Frankfurt den Rücktritt von OB Feldmann gefordert. Mittlerweile hat dieser seinen Rückzug angekündigt. (vbu mit dpa)

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