Christian Wulff

SPD-Abgeordneter fordert Wulff-Rücktritt

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So dick sind Wulffs ehemaliger Sprecher Glaeseker und Event-Veranstalter Schmidt, dass sie sich "Schnulli" nennen. Während Glaesekers früheres Büro durchsucht wird, fordert der SPD-Abgeordnete Burkhard Lischka das Staatsoberhaupt zum Rücktritt auf.

So dick sind Wulffs ehemaliger Sprecher Glaeseker und Event-Veranstalter Schmidt, dass sie sich "Schnulli" nennen. Während Glaesekers früheres Büro durchsucht wird, fordert der SPD-Abgeordnete Burkhard Lischka das Staatsoberhaupt zum Rücktritt auf.

Nach den Durchsuchungsaktionen in Räumen des Ex-Sprechers von Bundespräsident Christian Wulff, Olaf Glaeseker, wertet die Staatsanwaltschaft Hannover das sichergestellte Material aus. "Mit dem Landeskriminalamt sichten und untersuchen wir derzeit insbesondere die beschlagnahmten Computerdateien". Das sagte Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Lendeckel.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel bezeichnete es als „unglaublichen Vorgang, dass es inzwischen Durchsuchungsvorgänge im Bundespräsidialamt gibt“. Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Burkhard Lischka, sagte dieser Zeitung: „Dass im Bundespräsidialamt Räume durchsucht werden, ist in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland bisher noch nicht dagewesen. Das ist eine ganz neue Dimension.“ Glaeseker sei ja „nicht irgendein Bürobote, sondern der engste Vertraute von Wulff“. Lischka fügte hinzu, die SPD könne Wulff nicht zum Rücktritt zwingen. „Aber ich halte einen Rücktritt mittlerweile für überfällig.“

Eine Woche zuvor hatte die Staatsanwaltschaft bereits Glaesekers Privat- und Geschäftsräume in Niedersachsen durchsuchen lassen. In den Ermittlungen geht es um die Frage, ob die Staatskanzlei in Hannover während Wulffs Zeit als Ministerpräsident die Veranstaltungsreihe Nord-Süd-Dialog durch den Event-Veranstalter Manfred Schmidt gefördert und Glaeseker dafür Gegenleistungen erhalten hatte. Dieser war damals schon Sprecher des CDU-Politikers.

Merkel: Wulff wird weiter "Akzente setzen"

Schmidt räumte ein, dass ihm die Staatskanzlei bei der Suche nach Geldgebern half. Er wies aber den Vorwurf zurück, Glaeseker mit Gratis-Urlauben bestochen zu haben. Dass zwischen beiden eine äußerst enge Beziehung bestand, steht fest. Glaeseker, so das Magazin Stern, bezeichnete Schmidt in E-Mails als seinen „Schnulli“, als „Oberschnulli“ und sich selbst als dessen „Generalfeldschnulli“.

Die Durchsuchung im Bundespräsidialamt kam auch deshalb zustande, weil Glaeseker sein früheres Amtszimmer wegen des möglichen Ermittlungsinteresses nicht ausräumen konnte. Bild am Sonntag berichtete, als der 50-Jährige vor wenigen Tagen seine alte Dienststelle aufsuchen wollte, sei ihm an der Pforte der Zutritt verweigert worden.

Vor Bekanntwerden der Durchsuchung hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich gemacht, dass sie nicht mit einem Rücktritt von Wulff rechne. Er werde weitere Akzente setzen, sagte sie in einem Interview.

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