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Neue Spannungen: Chinas Schiffe dringen in Japans Hoheitsgewässer ein

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Von: Ares Abasi

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Chinesische Schiffe durchfahren Japanische Gewässer. Spannungen sind dadurch vorprogrammiert.
Chinesische Schiffe durchfahren Japanische Gewässer. Spannungen sind dadurch vorprogrammiert.  © Iranian Army/Imago

Chinesische Schiffe durchfahren Japans Hoheitsgewässer. Die Spannungen zwischen China und Japan intensivieren sich dadurch. Doch solche Vorfälle sind keine Seltenheit.

Tokio – Zwei Schiffe der chinesischen Küstenwache haben diese Woche Japans Hoheitsgewässer durchfahren. Die Schiffe waren mehr als 64 Stunden lang - die längste Verletzung dieser Art in einem Jahrzehnt - in der Nähe einer umstrittenen Inselkette unterwegs, so die japanischen Behörden am Freitag (24. Juni).

Wie die japanische Küstenwache am Freitag mitteilte, drangen die chinesischen Schiffe am Dienstagmorgen (21. Juni) in japanische Gewässer im Ostchinesischen Meer. Sie blieben dort, um ein japanisches Fischerboot zu überwachen, das in dem Gebiet operierte, bevor sie am Donnerstagabend (23. Juni) wieder abfuhren, das berichtet der US-Nachrichtensender CNN.

Chinesische Schiffe kamen bis kurz vor Japans Inseln

An einem Punkt am Donnerstag kam eines der chinesischen Schiffe bis auf drei Kilometer an die von Japan kontrollierten Senkaku-Inseln heran, die in China als Diaoyu-Inseln bekannt sind. Damit waren sie weit über die international anerkannte 12-Meilen-Grenze (19,3 Kilometer) hinaus, die die Hoheitsgewässer eines Landes definiert, so die Küstenwache. Die japanische Küstenwache schickte ihre eigenen Patrouillenschiffe in das Gebiet und forderte die chinesischen Schiffe auf, die japanischen Hoheitsgewässer sofort zu verlassen, hieß es.

Derartige Übergriffe sind in dem umstrittenen Gebiet keine Seltenheit. Sowohl Tokio als auch Peking beanspruchen die unbewohnten Inseln für sich, doch Japan verwaltet sie seit 1972. Taiwan, das von Peking als chinesische Provinz betrachtet wird, beansprucht ebenfalls das Eigentum an den Inseln. Die Spannungen um die felsige Inselkette, die 1.200 Meilen (1.900 Kilometer) südwestlich von Tokio liegt, schwelen seit Generationen, da die Ansprüche auf die Inseln Hunderte von Jahren zurückreichen, so CNN.

China: Spannungen mit Japan keine Seltenheit

Chinesische Beamte haben wiederholt behauptet, dass es Chinas angeborenes Recht sei, in den Gewässern um die Inseln zu patrouillieren. Das chinesische Außenministerium und das chinesische Verteidigungsministerium reagierten nicht sofort auf Anfragen zur Stellungnahme der japanischen Küstenwache vom Freitag. Der jüngste Vorstoß war der längste Aufenthalt chinesischer Regierungsschiffe in den Gewässern seit 2012, nachdem Tokio einige der Inseln von einem privaten japanischen Eigentümer gekauft hatte, so die japanische Küstenwache.

Japan: Chinesisches Schiff mehr als zwei Tage in Hoheitsgewässern

Zuvor war der längste Aufenthalt im Oktober 2020, als ein chinesisches Schiff mehr als 57 Stunden in den Gewässern verbrachte. Der jüngste Vorfall ereignete sich inmitten wachsender Spannungen zwischen den beiden Nachbarn, zumal China die Beziehungen Japans zu den Vereinigten Staaten mit Sorge betrachtet. Im vergangenen Monat war Tokio Gastgeber eines Gipfeltreffens der zunehmend aktiven Quad-Sicherheitsgruppe, der Japan, die Vereinigten Staaten, Australien und Indien angehören. Peking betrachtet die Gruppe als Teil der amerikanischen Bemühungen zur Eindämmung Japans.

Stunden nach Abschluss des Gipfels führten die chinesischen und russischen Luftstreitkräfte gemeinsame strategische Luftpatrouillen über dem Japanischen Meer, dem Ostchinesischen Meer und dem westlichen Pazifik durch, was das chinesische Verteidigungsministerium als Teil eines jährlichen Plans zur militärischen Zusammenarbeit bezeichnete.

Japanisches Verteidigungsministerium sichtet mindestens zwei Kriegsschiffe aus CHina

Anfang dieser Woche meldete das japanische Verteidigungsministerium, es habe mindestens zwei chinesische Kriegsschiffe und ein Versorgungsschiff bei den Izu-Inseln, etwa 500 Kilometer südlich von Tokio, gesichtet.

Bei einem dieser Schiffe handelte es sich offenbar um die Lhasa, einen Lenkwaffenzerstörer vom Typ 055 und eines der stärksten chinesischen Überwasserschiffe. Nach Angaben des Ministeriums operiert diese Gruppe seit dem 12. Juni in den Gewässern vor Japan.

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