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Spannungen in der Ägäis: Griechenland antwortet Türkei mit Seemanövern

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Von: Erkan Pehlivan

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Griechenland antwortet Türkei mit mehreren Manövern in der Ägäis
Manöver in der Ägäis © Simela Pantzartzi/dpa

Ein Dialog zwischen der Türkei und Griechenland scheint derzeit nicht möglich. Athen antwortet den Verbalattacken aus Ankara mit mehreren Seemanövern.

Athen/Ankara - Seit Monaten überschütten sich die Türkei und Griechenland gegenseitig mit Anschuldigungen. Beide Länder werfen einander vor, mit Kampfflugzeugen den gegnerischen Luftraum verletzt zu haben. Griechenland hat daher in der Ägäis mit Seemanövern begonnen, an der auch ausländische Kriegsschiffe teilnehmen. In der griechischen Presse wird das als Antwort auf die Verbalattacken aus der Türkei gewertet. Insgesamt sollen vier Manöver abgehalten werden.

Seemanöver: Auch Flugzeugträger von Spanien und USA beteiligt

An den Manövern nehmen auch der spanische Flugzeugträger Juan Carlos teil. Auch Frankreich ist mit von der Partie. Unter anderem sollen moderne französische Kampfflugzeuge vom Typ „Rafale“ mitmachen. In der Türkei gelten die französischen Kampfflieger als Gefahr und wurden immer wieder von Ankara kritisiert.

Im größten der vier Manöver wird auch die USA mit dem Flugzeugträger „George Bush“ teilnehmen. Auch Italien und Zypern werden mit Kriegsschiffen dabei sein, schreibt der türkische Dienst von BBC. Zudem seien derzeit Gespräche mit Israel über ein weiteres gemeinsames Manöver geplant.

Türkei wirft Griechenalnd Bewaffnung von Inseln in der Ägäis vor

Die Türkei verlangt von Griechenland die Demilitarisierung mehrerer griechischer Inseln. Zuletzt hatte die Türkei Bilder veröffentlicht, die angeblich zeigen, wie Transportschiffe der griechischen Marine mehrere gepanzerte Fahrzeuge auf den Inseln Lesbos und Samos entladen. Nach türkischer Darstellung sollen die Fotos am 18. und 21. September aufgenommen worden sein.

Anfang September hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Griechenland gedroht: „Wir könnten eines Nachts ungeahnt kommen.“ Auch in den Monaten danach hatte der türkische Staatschef immer wieder Verbalattacken auf Griechenland und seinen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis gerichtet. „Mitsotakis existiert für mich nicht mehr“, hatte Erdogan im Mai gesagt. Mitsotakis hatte in einer Rede vor dem US-Senat unter anderem eine Zweistaaten-Lösung für Zypern abgelehnt.

Erdogan beschuldigt Westen, starke Türkei verhindern zu wollen

In seiner Kabinettssitzung am vergangenen Montag (26. September) hatte Erdogan erneut Griechenland Provokationen vorgeworfen. „Wenn es nötig sein wird, werden wir die Interessen und Rechte unseres Landes mit allen Mitteln verteidigen.“ Auch den Westen beschuldigte Erdogan wegen der Unterstützung für Griechenland. „Weder die Anhäufung von Waffen, noch ihre politische und wirtschaftliche Unterstützung kann Griechenland auf unser Niveau anheben. Es wird aber reichen, Griechenland in den Abgrund zu stürzen“, sagte Erdogan.

Das sei nicht nur ein gefährliches Spiel für Griechenland, sondern auch für diejenigen, die Griechenland als Marionette benutzten. „Das eigentliche Ziel derjenigen, die griechische Politiker auf uns hetzen, ist es, unsere Zeit, Energie und Aufmerksamkeit zu verschwenden, um eine starke Türkei zu verhindern“, so Erdogan. (Erkan Pehlivan)

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