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Krankschreibung wegen Menstruation: Spanien plant Zuschuss bei Regelschmerz

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Von: Martin Dahms

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Spaniens Regierung will Frauen mit schmerzhafter Regel die Krankschreibung erleichtern.
Spaniens Regierung will Frauen mit schmerzhafter Regel die Krankschreibung erleichtern. (Symbolfoto) © Voyagerix/imago-images.de

Ein Gesetzentwurf in Spanien sieht bei Menstruationsbeschwerden eine Teil-Lohnzahlung vom ersten Fehltag an vor.

Madrid – Der entscheidende Satz steht auf Seite 44 des 46-seitigen Gesetzentwurfes: „In der besonderen Situation einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Menstruationsbeschwerden wird der Zuschuss von der Sozialversicherung ab dem ersten Tag der Krankschreibung gezahlt.“ Spaniens Regierung will Frauen mit schmerzhafter Regel die Krankschreibung erleichtern. Den Gesetzentwurf dafür hat das Kabinett angeblich schon in der vergangenen Woche abgesegnet, veröffentlicht worden ist er in dieser Woche. Jetzt lässt sich darüber mit Kenntnis reden.

Das Gesetz – das noch durch etliche Ausschüsse und Abstimmungen gehen muss – führt kein Recht ein, dass den Frauen bisher etwa verwehrt gewesen wäre: sich im Falle einer schmerzhaften Blutung krankschreiben zu lassen, für einen Tag oder mehr, je nach den Umständen. In Spanien ist aber ein kurzfristiger Ausfall am Arbeitsplatz auch mit einem Lohnausfall verbunden.

Neues Gesetz in Spanien soll „Stereotyp über die Menstruation“ bekämpfen

Erst vom vierten Tag an hat das Unternehmen einen Teil des Lohnes zu bezahlen, vom fünfzehnten Tag an übernimmt die Sozialversicherung. Hier ist die Änderung vorgesehen: Frauen mit starken Regelschmerzen sollen nach dem Plan der Regierung vom ersten Tag an einen Teil ihres Gehaltes weiterbezahlt bekommen.

Im Gesetzentwurf bekommen „die öffentlichen Institutionen“ den Auftrag, „das Stereotyp über die Menstruation“ zu bekämpfen. In Spanien wird nun debattiert, ob das Gesetz nicht selbst das Stereotyp schaffe, dass Frauen einmal im Monat krank seien. Blutungsbeschwerden haben viele Frauen, aber es gibt keine guten Zahlen dazu. Die Gleichheitsministerin Irene Montoro hält stolz dagegen: „Wir sind das erste Land in Europa, das Menstruationsgesundheit als ein Frauenrecht aufnimmt.“ (Martin Dahms)

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