Pandemie

Spanien und Corona: 20.000 Neuinfektionen - Maskenkampagne sorgt für Empörung

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
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In Spanien sollen sich die Corona-Neuinfektionen verdreifacht haben. Drei spanische Regionen kommen auf die Liste der Risikogebiete des RKI.

  • Spanien verzeichnet einen rasanten Anstieg an Corona-Neuinfektionen. Es gibt widersprüchliche Angaben zu Fallzahlen.
  • Drei spanische Regionen kommen auf die Liste von Risikogebieten des RKI.
  • Das Auswärtige Amt spricht eine Reisewarnung für drei Regionen in Spanien aus.

Update vom Freitag, 07.08.2020, 16.45 Uhr: Die Corona-Infektionszahlen sind in Spanien weiter gestiegen. Es hat rund 20.000 Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen gegeben, teilte das Gesundheitsministerium auf seiner Website mit. Um die 5.000 Fälle in den letzten sieben Tagen gab es dem Bericht zufolge jeweils in den Regionen Katalonien und Aragón, für die auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ausgesprochen wurde. In Navarra, eine Region im Norden Spaniens, verzeichnet die spanische Behörde 464 neue Fälle innerhalb einer Woche. Auch für Navarra gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Katalanische Separatisten und die spanische Regierung geben sich am Anstieg der Neuinfektionen gegenseitig die Schuld. Corona wird dabei auch für politische Zwecke instrumentalisiert, vor allem von Seiten der Separatisten in Katalonien, die eine Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien anstreben. Gleichzeitig verschärft die Coronakrise den Konflikt weiter.

Die Corona-Infektionszahlen steigen in Spanien weiter an.

Stark gestiegen sind die Fallzahlen allerdings auch in Madrid. Mit 3.363 neuen Fällen hat die Region nach Katalonien und Aragón die meisten Infektionsfälle innerhalb der letzten sieben Tage. „Wir tun alles, um Ausbrüche lokal zu begrenzen, und wir schaffen das auch“, sagte die spanische Außenministerin Arancha Gonzalez Laya. Derweil wurde die Gemeinde Aranda de Duero mit rund 32.000 Einwohnern in der Region Kastilien-León im Norden Spaniens unter Quarantäne gestellt.

Corona in Spanien: In Madrid sorgt ein Video zur Maskenpflicht für Empörung

In Spanien sorgt derweil ein Video der Regierung für Furore, wie auch der Deutschlandfunk berichtet. Das Video soll die Bevölkerung zum obligatorischen Tragen einer Maske motivieren. Am Ende werden ein Bestattungsfeuer und der Slogan „Es gibt Dinge, die sind heißer als das Tragen einer Maske“ gezeigt. Das Video sorgte für Kritik, aber auch für positive Reaktionen - auch außerhalb Spaniens.

„Katastrophalster Sommer der vergangenen 50 Jahre“

Update vom Sonntag, 02.08.2020, 15.18 Uhr: Die verhängten Reisewarnungen sorgen in Spanien für Entrüstung. Acht EU-Länder, darunter auch Deutschland, raten von Reisen nach Spanien oder in einige spanische Regionen ab. Hinzu kommt, dass die britische Regierung am vergangenen Wochenende eine vierzehntägige Quarantänepflicht für Spanien-Rückkehrer verhängt hatte.

Aus Sicht des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez ein Unding: „Die Entscheidung von Großbritannien ist unangemessen.“ Schließlich hätten viele Gebiete in Spanien weniger neue Infektionsfälle als der europäische Durchschnitt und auch als Großbritannien.

Corona in Spanien: Tourismus bricht ein - „Der katastrophalste Sommer der vergangenen 50 Jahre“

Die Warnungen sind für Spaniens Wirtschaft mitten in der Urlaubssaison eine Katastrophe. So rechnet die spanische Tourismusbranche bis zum Jahresende mit einem Verlust von bis zu 750.000 Arbeitsplätzen und ein Rückgang der in normalen Zeiten zu erwartenden Einnahmen um mehr 50 Prozent oder 83 Milliarden Euro, wie die Zeitung „El País“ am Sonntag unter Berufung auf Schätzungen des Reiseunternehmerverbandes Exceltur berichtet. „Dies ist der katastrophalste Sommer der vergangenen 50 Jahre“, zitiert die Zeitung Exceltur-Vizepräsident José Luis Zoreda.

Die Reisewarnungen machen Spanien einen Strich durch die Rechnung. Es droht ein Katastrophen-Sommer.

Das Land mit etwa 288.000 nachgewiesenen Infektionen und über 28.400 Toten ist eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas.

Corona in Spanien: Ab sofort gilt eine Reisewarnung für mehrere Regionen

+++ 14.15 Uhr: Aufgrund des starken Anstieges von Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Spanien hat das Auswärtige Amt (AA) am Freitag (31.07.2020) eine Reisewarnung für Teile Spaniens ausgesprochen. Betroffen von der Reisewarnung sind Katalonien mit der Touristenhochburg Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra.

Spanien und Corona: Reisewarnung für drei Regionen - nicht für Mallorca und Kanaren

Nicht betroffen von der Reisewarnung sind Mallorca und die Kanaren.
Bisher hatte das AA nur von Urlaubsreisen in die drei stark vom Coronavirus betroffenen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra abgeraten, was als eine Alarmstufe unter der Reisewarnung gilt. Da aber das RKI am Freitag (31.07.2020) die drei Regionen in die Liste der Risikogebiete aufgenommen hat, war die Reisewarnung bereits erwartet worden.

Update vom Freitag, 31.07.2020, 11.00 Uhr: Die drei spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra gelten in Deutschland nun als Risikogebiete. Das geht aus einer Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitag (31.07.2020) hervor. In den drei Gebieten in Spanien wurde laut Bundesgesundheitsministerium die Schwelle von mehr als 50 Neuinfizierten mit dem Coronavirus pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten. In der EU steht bisher schon Luxemburg auf der Liste der Risikoländer. Nun ist Spanien nach Luxemburg das zweite Land der EU, für das wieder eine Reisewarnung ausgesprochen wurde - wenn auch nur teilweise.

Corona in Spanien

Spaniens Corona-Neuinfektionen: Drei Regionen gelten als Risikogebiete

Für Reiserückkehrer aus offiziell eingestuften Risikogebieten soll in der kommenden Woche eine Corona-Testpflicht kommen. Zusätzlich sollen freiwillige Tests für alle Einreisenden aus dem Ausland kostenfrei möglich sein. Wegen des starken Anstiegs der Infektionen mit dem Coronavirus rät das Auswärtige Amt (AA) bereits seit Dienstag (28.07.2020) von touristischen Reisen in die drei spanischen Regionen ab.

Corona in Spanien: Was eine Reisewarnung für Spanien zur Folge hätte

Eine formelle Reisewarnung durch das Auswärtige Amt für die drei Gebiete gibt es bisher nicht. Auf der Internetseite des AA heißt es dazu: „Überschreitet ein Land die Neuinfiziertenzahl im Verhältnis zur Bevölkerung von 50 Fällen pro 100 000 Einwohner kumulativ in den letzten sieben Tagen, können Reisewarnungen wieder ausgesprochen werden.“ Das trifft laut RKI jetzt für die drei spanischen Regionen zu. Eine Reisewarnung würde Urlaubern die kostenlose Stornierung von Buchungen ermöglichen. Das Abraten von Reisen gilt als eine Alarmstufe darunter.

Corona in Spanien: Anzeichen für einen Rückgang der täglich registrierten Corona-Infektionen

Update vom Donnerstag, 30.07.2020, 10.40 Uhr:  In Spanien gibt es nach Angaben der Behörden Anzeichen für einen Rückgang der täglich registrierten Corona-Infektionen in den besonders betroffenen Regionen Barcelona und Lleida. 

In der im Landesinneren gelegenen Stadt Lleida und umliegenden Gemeinden in der Region Segià liege der R-Wert seit vergangenem Samstag unter 1, was nach Angaben der Polytechnischen Universität Kataloniens (UPC) zeige, dass das Virus hier auf dem Rückzug sei. Auch in der Touristenmetropole Barcelona und dem südlichen Vorort L‘Hospitalet de Llobregat, wo der R-Wert zeitweise bei 3 gelegen hatte, sinke die Ansteckungsrate, liege aber immer noch leicht über 1, schrieb die Zeitung weiter. „Die Tendenz ist gut, aber es gibt noch viele Fälle“, sagte die Wissenschaftlerin der Universität UPC, Clara Prats.

Spanien kämpft trotz Corona um Reputation

Update vom Mittwoch, 29.07.2020, 08.00 Uhr: Nach dem starken Anstieg der Corona-Infektionen in einigen Regionen kämpft Spanien um seine Reputation als Touristendestination. Trotz des Wiederaufflammens von Infektionsherden sei Spanien für Touristen „sicher“, bekräftigte die Regierung in Madrid.

„Wir wollen eine klare Botschaft des Vertrauens in unser Land senden“, sagte Regierungssprecherin María Jesús Montero nach der wöchentlichen Kabinettssitzung. „Wir sind ein sicheres Reiseziel“. Spanien habe ausreichend Vorbereitungen getroffen, „um mit dem Virus und möglichen Ausbrüchen fertig zu werden“. Spaniens Wirtschaft hängt besonders stark vom Tourismus ab.

Von den deutschen Reisehinweisen betroffen sind die beliebten Touristenziele Barcelona, die Costa Brava sowie das gesamte spanische Pyrenäengebiet.

Corona-Schutzmaskenpflicht in Madrid

+++ 16.29 Uhr: Als letzte Region auf dem Festland in Spanien hat nun auch die Hauptstadt Madrid eine umfassende Maskenpflicht zur Verhinderung von Corona-Infektionen angekündigt. Ein Mund-Nasen-Schutz müsse künftig nicht nur wie bisher in geschlossenen öffentlichen Räumen, sondern auch im Freien getragen werden. Und zwar auch, wenn der Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern zu nicht im eigenen Haushalt lebenden Personen gewahrt werden kann, sagte die Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso am Dienstag (28.07.2020).

In Spanien wurde die Maskenpflicht auf dem gesamten Festland verschärft, um Corona-Infektionen einzudämmen.

Nur beim Sport und aus medizinischen Gründen gibt es Ausnahmen. Schon bisher haben die meisten Bürger der Stadt freiwillig auch im Freien Masken getragen. Nur auf den Kanaren darf man noch ohne Maske Spazieren gehen. Außerdem müssen in Madrid durch die neue Regelung alle Lokale um spätestens 1.30 Uhr schließen.

Auch in der Region um Madrid waren seit Aufhebung des Corona-Notstandes vor rund einem Monat wieder vermehrt Fälle registriert worden,  jedoch nicht so viele wie etwa in Katalonien, Aragón oder Navarra. In der spanischen Hauptstadt gibt es mehr als zehn lokale Ausbrüche. In den vergangenen sieben Tagen wurden nach offiziellen Angaben mehr als 1200 neue Corona-Infektionen registriert. Die Neuansteckungsrate liegt demnach bei 19 pro 100.000 Einwohner.

Corona: Ausgangssperre kostete mehr als eine Million Jobs in Spanien

+++ 12.45 Uhr: Die Corona-bedingte Ausgangssperre in Spanien hat im zweiten Quartal mehr als eine Million Jobs zerstört. Wie am Dienstag (28.07.2020) veröffentlichte Zahlen des nationalen Statistikinstituts (INE) zeigten, tauchen die Betroffenen aber nicht in der offiziellen Arbeitslosenstatistik auf – weil sie sich wegen der Ausgangsbeschränkungen nicht arbeitssuchend melden konnten. Offiziell stiegen die Arbeitslosenzahlen zwischen April und Juni demnach nur um 55.000 auf insgesamt 3,4 Millionen. Das entspricht einer Arbeitslosenrate von 15,3 Prozent.

Die offizielle Statistik verkenne die dramatischen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den spanischen Arbeitsmarkt, erklärte INE. Das Institut registrierte zwischen April und Juni 1,07 Millionen Arbeitsplatzverluste. Nicht aufgeführt werden in der offiziellen Statistik demnach auch jene Arbeitnehmer, die wegen der Krise beurlaubt wurden.

Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Nordspanien wegen Corona ab

Update vom Dienstag, 28.07.2020, 10.30 Uhr: Das Auswärtige Amt rät wegen der Corona-Pandemie von nicht notwendigen touristischen Reisen in die nordspanischen Regionen Katalonien, Aragón und Navarra ab. Ein entsprechender Reise- und Sicherheitshinweis für Spanien wurde am Dienstag auf der Internetseite des Außenministeriums veröffentlicht. Begründet wurde dies mit erneut hohen Infektionszahlen dort sowie örtlichen Absperrungen.

Katalonien schließt Bars und Diskotheken wegen Corona

Update vom Montag, 27.07.2020, 14.00 Uhr: Party in Corona-Zeiten ist in einigen Regionen Spaniens vorerst vorbei. Jetzt hat die katalanische Regionalregierung die Schließung aller Bars und Diskotheken beschlossen, wie auch „Zeit Online“ berichtet. Zudem sind Kulturveranstaltungen abgesagt.

In den letzten zwei Wochen verzeichnete Nordspanien einen starken Anstieg an Neuinfektionen. Insbesondere in Katalonien haben Neuinfektionen mit dem Coronavirus stark zugenommen. Allein vergangene Woche gab es 4846 neue Corona-Infektionen in Katalonien. Die autonome Gemeinschaft Katalonien ist mit insgesamt 72.919 Fällen am zweitstärksten betroffen in Spanien, gleich nach Madrid mit insgesamt 73.944 Corona-Fällen. Dies hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen: Katalonien ist eine stark von Touristen frequentierte Region. Zudem ist die Hauptstadt Barcelona eine Wirtschaftsmetropole Spaniens. Die spanische Polizei gibt deshalb Hinweise zum Verhalten an Stränden rund um Barcelona.

Corona: Illegale Partys am Strand – Infektionszahlen steigen

Spanische Medien werfen den Behörden völlige Kompetenzlosigkeit vor. Hintergrund ist unter anderem ein politischer Streit: Viele Katalanen wollen seit Jahrzehnten die Unabhängigkeit von Spanien. Der Präsident der Regionalregierung, Quim Torra, der einen separatistischen Kurs fährt und die Unabhängigkeit Kataloniens anstrebt, gerät in starke Kritik, wie auch der „Spiegel“ berichtet. Die Bürgermeisterin von Barcelona, Ana Colau, wirft der Regionalregierung Kataloniens vor, zu spät reagiert zu haben. Die rechtsliberale Oppositionspolitikerin Lorena Roldan ist sogar der Meinung, die Regionalregierung habe die „Kontrolle über die Infektionslage verloren“. Tatsächlich sind die Gesundheitsämter in Spanien stark unterbesetzt.

Spanien in Alarmbereitschaft: Urlauber besorgt wegen zweiter Corona-Welle

Ein Besucher mit Mundschutz steht an einem Strand in Malaga.

Erstmeldung vom Freitag, 24.07.2020, 14.59 Uhr: Besorgniserregende Nachrichten aus Spanien: Alleine an einem Tag seien in Spanien 971 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Das teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Donnerstagabend (23.07.2020) in einem Report auf seiner Website mit. Laut den Gesundheitsbehörden gab es die meisten Fälle im Norden des Landes in der Gemeinschaft Aragonien - mit 415 neuen Fällen - und in der Region Katalonien mit 182 neuen Corona-Infektionen. Erst am Montag (20.07.2020) hatte das Gesundheitsministerium 4581 neue Corona-Infektionen an einem Wochenende bekannt gegeben. Das sind etwa 1500 Neuinfektionen mit Covid-19 täglich, berichtet auch „Costa Nachrichten“. Insgesamt verzeichnete Spanien in den letzten 14 Tagen rund 16.400 Neuinfektionen, geht aus dem Bericht des Gesundheitsministeriums hervor.

Spanien - das beliebteste Reiseland der Deutschen schon mitten in der zweiten Welle?

„Es könnte sein, dass wir bereits eine zweite Welle haben“, sagte María José Sierra. Die Sprecherin der Behörde für gesundheitliche Notfälle (CCAES) bestätigte, dass es seit rund drei Wochen einen Anstieg von Neuinfektionen gebe. Die Zahl der Neuinfektionen habe sich verdreifacht. Die gute Nachricht sei aber, dass es sich bei den Infizierten hauptsächlich um junge Menschen handele und die Infektionen asymptomatisch und mild verlaufen würden. Das Durchschnittsalter der Infizierten liege bei 45 Jahren. Die Zahl an Personen, die in den letzten sieben Tagen an Covid-19 verstorben sind, beläuft sich auf sieben.

Spanien: Touristenhochburg von Anstieg der Neuinfektionen betroffen

Katalonien mit der Hauptstadt Barcelona ist die wirtschaftlich stärkste Region in Spanien und hat mit Barcelona eine stark frequentierte Hochburg von Touristen. Hier gibt es Strände, breite Boulevards, viele Diskotheken und Restaurants. Allein für die letzten zwei Wochen vermeldete die spanische Gesundheitsbehörde mehr als 7.000 neue Corona-Fälle in Katalonien, davon die meisten in Barcelona. Als Vorsichtsmaßnahme wurden in Barcelona viele Clubs und Diskos geschlossen, Menschenansammlungen von mehr als zehn Personen sind verboten. Die Behörden in Katalonien riefen die Bevölkerung dazu auf, zuhause zu bleiben.

In Katalonien sind ganze Landkreise unter Quarantäne. Insbesondere in der Stadt Lleida gab es einen großen Anstieg an Corona-Infektionen. Die Krankenhäuser in der 140.000 Einwohnerstadt waren stark überlastet. „Das ist ein schwieriger Moment“, sagte Meritxell Budo, Sprecher der katalanischen Regierung. „Wir müssen schnell reagieren, um eine Situation zu verhindern, wie die, in der wir uns im März befanden.“ Ob sich ein weiterer Notstand durchsetzen lässt, bleibt fraglich, denn auch die Quarantäne in Lleida wurde zwischenzeitlich von einer Richterin aufgehoben.

LandSpanien
HauptstadtMadrid
RegierungssystemParlamentarische Demokratie mit Erbmonarchen
StaatsoberhauptKönig Filipe VI.
Regierungschef Regierungspräsident Pedro Sánchez
Fläche505.970 Quadratkilometer

Dass sich Covid-19 durch Touristen oder in Tourismus-Gebieten verbreitet, ist nicht die einzige Sorge der spanischen Behörden: Viele Einwohner*innen aus Barcelona fahren im Sommer in andere Regionen Spaniens. Zudem gibt es in Spanien viele Saisonarbeiter, die in der Landwirtschaft tätig sind. Auch beim spanischen Fußball-Zweitligisten CF Fuenlabrada nahe Madrid gab es einen Corona-Ausbruch: Mittlerweile sind 16 Spieler positiv auf das Virus getestet worden, berichtet sport.de. Spanische Zeitungen schreiben von einem vollkommenen Versagen der Behörden, wie auch die „FAZ“ berichtet.

Spanien und ein weiterer Lockdown? Wirtschaft bereits jetzt schwer angeschlagen

Ob das wirtschaftlich angeschlagene Spanien einen weiteren Corona-Lockdown verkraftet, insbesondere da der wirtschaftlich starke Norden wohl besonders betroffen wäre, ist mehr als fraglich. Besonders die Tourismusbranche und die Gastronomie leiden unter der Corona-Krise. Erst am 16. Juli hatte Spanien den mehr als 28.000 Opfern des Corona-Virus in einer Zeremonie mit dem spanischen Königshaus gedacht.

Spanien gehört zu den am stärksten von dem Corona-Virus betroffenen Ländern in Europa. Der Notstand endete am 21. Juni 2020. Damit wurden die EU-Grenzen wieder geöffnet und die Quarantäne für Reisende aufgehoben. Auch Urlauber aus Deutschland dürfen wieder einreisen. Trotzdem wird eine Temperaturmessung von Reisenden per Flugzeug durchgeführt. Laut dem spanischen Gesundheitsministerium verzeichnete Spanien rund 270.000 nachgewiesene Corona-Infektionen und über 28.400 Tote. Sollten sich die Corona-Infektionen in dem Land weiter erhöhen, dürfte Spanien bald auf der Liste von Risikoländern stehen und damit eine zehntägige Quarantäne für Rückkehrer aus dem Land gelten. Der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa bittet die Bevölkerung um Respekt vor dem Virus und um einen verantwortlichen Umgang. (Von Delia Friess)

Sommer-Urlaub in Corona-Zeiten: Wann Sie die Reise lieber nicht antreten sollten.

Während am Ballermann auf Mallorca die Behörden angesichts großer Gruppen feierwütiger Menschen schnell eingriffen und zahlreiche Lokalitäten kurzerhand wieder schlossen, wird am Goldstrand in Bulgarien weiter hemmungslos gefeiert – trotz Corona.

Sommerurlaub 2020 und Corona: Auch Frankreich droht die zweite Welle

In vielen Ländern, darunter Spanien, steigt nach umfänglichen Lockerungen die Zahl der Corona-Infektionen wieder sprunghaft an. Woran liegt das und wie besorgniserregend ist die Situation? Die Lage in Europa im Corona-Ticker.

Rubriklistenbild: © Jorge Sanz / dpa

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