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Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sollen bald präventiv auf Corona getestet werden.

Virus-Tests

Spahn plant Präventiv-Tests in Pflegeheimen

Angeblich soll es Probleme bei Auslieferung von Masken geben. Währenddessen wird über die Finanzierung von Corona-Tests gestritten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will bald die Grundlage für mehr Tests auf das Coronavirus in Krankenhäusern und Pflegeheimen schaffen. „Mein Ziel ist es, noch im Mai eine Verordnung vorzulegen, die präventive Reihen-Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen ermöglicht“, sagte der CDU-Politiker der „Welt“ (Freitag). „Wenn Patienten und Bewohner aufgenommen oder verlegt werden, sollten Sars-CoV-19-Tests die Regel sein.“ Spahn kündigte zudem den „Aufbau einer dauerhaften nationalen Reserve an medizinischer Schutzausrüstung“ an.

Dem Bericht zufolge soll im Fall einer Infektion in einer Einrichtung beim gesamten Personal sowie bei allen Bewohnern und Patienten von Pflegeheimen vorsorglich ein Test gemacht werden. Auch symptomfreie Kontaktpersonen von Infizierten sollten erstmals Anspruch auf Testung haben.

Der Bundestag hatte vor gut einer Woche ein Gesetz beschlossen, mit dem das Bundesgesundheitsministerium die gesetzlichen Krankenkassen per Verordnung verpflichten kann, Tests auf das Virus grundsätzlich zu bezahlen – auch wenn jemand keine Symptome hat. Spahn verwies nun auf ungenutzte Testkapazitäten: „Vergangene Woche sind deutschlandweit 425.000 Tests durchgeführt worden. Aber die Testkapazität ist mehr als doppelt so groß.“ Der Deutsche Städtetag warf Krankenkassen und Kassenärzten vor, teilweise eine Ausweitung von Corona-Tests zu bremsen. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Beispielsweise wurde in einigen Fällen die Finanzierung von Tests in Pflegeheimen, bei Pflegekräften oder im Rettungsdienst kurzfristig aufgekündigt.“ Die Krankenkassen pochen ihrerseits angesichts der geplanten Ausweitung von Corona-Tests darauf, dass der Staat die Kosten mitträgt.

Das Bundesgesundheitsministerium hat währenddessen Berichte über Verzögerungen bei der Auslieferung von Schutzausrüstung in der Corona-Krise zurückgewiesen. Falls Ärzte über Ausrüstungsmängel klagten, liege das nicht an fehlenden Lieferungen des Ministeriums, teilte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mit. Kassenärztliche Vereinigungen und Länder seien durch das Ministerium bislang mit etwa 400 Millionen Masken versorgt worden.

Zuvor hatten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ am Donnerstagabend von Verzögerungen bei der Auslieferung von Schutzmasken berichtet, die durch die Regierung beschafft wurden. Das Bundesgesundheitsministerium habe auf Anfrage „logistische Probleme“ eingeräumt, hieß es in dem Bericht. (dpa)

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