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Die Ärzteschaft stellt sich hinter Minister Spahn.

Prävention

Spahn erhöht Druck auf Veranstalter

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Der Gesundheitsminister empfiehlt, Events mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen. Für seinen Kurs erhält Spahn Rückendeckung aus der Ärzteschaft.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ruft dazu auf, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern angesichts der Ausbreitung des Corona-Erregers abzusagen. Dies verkündete der Minister am Sonntag über die Deutsche Presse-Agentur. Spahn kritisierte, zurzeit sei man bei Absagen von Veranstaltungen mit Besucherzahlen dieser Größenordnung aus seiner Sicht zu zaghaft: „Angesichts der dynamischen Entwicklung der letzten Tage sollte das schnell geändert werden.“ Von solchen Absagen betroffen sein könnten unter anderem Sportveranstaltungen, Messen und Konzerte.

Montgomery: „völlig richtig“

Absagen oder nicht? Vor diesem Dilemma stehen nun viele Event-Macher. Zuletzt war unter anderem die Internationale Tourismusbörse in Berlin und die Internationale Handwerksmesse in München abgesagt worden, die Hannover Messe dagegen wurde verschoben. Keine Absagen gab es dagegen bislang etwa bei Fußballspielen.

Mit seinen Äußerungen erhöht Spahn – auch ohne Änderung der offiziellen Handlungsempfehlungen, die der Krisenstab der Bundesregierung Ende Februar ausgesprochen hatte – den Druck auf alle Veranstalter. Wer an seiner Planung festhält, dürfte unter Rechtfertigungsdruck geraten. Geisterspiele in der Bundesliga, leere Bühnen, verwaiste Konzerthallen und weitere Messe-Absagen werden dadurch wahrscheinlicher.

Erste Reaktionen aus dem deutschen Profifußball folgten am Sonntag umgehend: „Das Coronavirus bringt die gesamte Gesellschaft und damit auch den Fußball in eine schwierige Situation“, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Doch die „Gesundheit der Bevölkerung und damit auch aller Fußball-Fans“ habe „oberste Priorität“, stellte er klar und kündigte ein Treffen mit den Klubs an. Verschiebungen der Spiele seien nur schwer umsetzbar. Es stehe „außer Frage, dass die Saison wie vorgesehen bis Mitte Mai zu Ende gespielt werden muss, um Auf- und Absteiger sowie die Teilnehmer für die internationalen Wettbewerbe zu ermitteln“, sagte Seifert. Das Zweitliga-Spitzenspiel des VfB Stuttgart gegen Arminia Bielefeld am Montagabend soll vor Zuschauern stattfinden, teilte der VfB Stuttgart am Sonntag mit. Gleiches gilt für das Achtelfinal-Rückspiel der Champions League zwischen RB Leipzig und Tottenham Hotspur am Dienstag.

Rückendeckung erhält Spahn für seinen Kurs aus der Ärzteschaft. „Man kann nicht Fußballspiele mit 35 000 Besuchern stattfinden lassen, als wäre nichts geschehen“, sagte Frank Ulrich Montgomery, Chef des Weltärztebundes, am Sonntag dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Wenn man wirklich daran interessiert ist, den Erreger, den wir hier in Deutschland hervorragend im Griff haben, weiter einzudämmen, muss man raten, solche Veranstaltungen abzusagen und sie nicht zu besuchen“, so Montgomery weiter. Es sei „völlig richtig“, dass Spahn jetzt diese Empfehlung ausspreche.

Die CDU schlägt die Mahnung des Ministers erst mal in den Wind. In der Parteizentrale, dem Konrad-Adenauer-Haus, wird an den Planungen für den CDU-Parteitag am 25. April in Berlin weiter festgehalten. „Alle Vorbereitungen gehen ganz normal weiter“, so ein Sprecher auf Anfrage. Dabei zählen die Parteitage laut Satzung genau 1001 Delegierte. Man stehe in engem Austausch mit den Berliner Gesundheitsbehörden, heißt es nun aus dem Konrad-Adenauer-Haus. mit dpa/sid

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