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U.S. President Trump Unveils the New Space Force Flag May 15, 2020, Washington, DC, United States of America: U.S. Presi
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Donald Trump fand die Space Force klasse.

Kommandeur entlassen

Space Force-Kommandeur: Angst vorm Marxismus beim US-Militär

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Die Space Force war ein Lieblingsspielzeug von Donald Trump. Nun geraten die Weltraumstreitkräfte der USA aus ganz anderen Gründen in die Schlagzeilen.

Washington, DC – Für Donald Trump war es ein Prestigeprojekt. Mit der Gründung der Space Force Ende 2019 schaffte der frühere Präsident der USA nach dem Heer, der Marine, dem Marinekorps, der Luftwaffe und der Küstenwache den sechsten Arm des US-Militärs. Der Weltraum sei eine „neue Kriegsfront“, begründete Trump damals die Gründung der Streitkräfte, die mögliche Bedrohungen für die USA im All und aus dem All abwenden sollen, etwa feindliche Angriffe auf US-Satelliten.

„Das Weltall wird sowohl hinsichtlich Verteidigung und Angriff als auch so vielen anderen Dingen die Zukunft sein“, sagte damals der ehemalige Machthaber. „Und nach dem, was ich höre, und auf der Basis von Berichten sind wir bereits führend im Weltraum.“ Die Space Force schien eine gute Gelegenheit, die Vorherrschaft der USA im All zu zementieren.

Space Force: Lieblingsspielzeug von Donald Trump

Doch während Trump und seine Republikaner die Space Force mit viel Tamtam feierten, scheint die neue Regierung von US-Präsident Joe Biden weit weniger begeistert von den Weltraumstreitkräften. So sorgte im Februar 2021 eine Bemerkung von Bidens Pressesprecherin Jen Psaki für Aufregung bei der „Grand Old Party“. Bei einer Pressekonferenz war Psaki gefragt worden, ob Joe Biden bereits irgendwelche Entscheidungen über die Zukunft der Space Force getroffen habe. „Wow. Space Force“, antwortete Psaki eher flapsig. „Das ist das Flugzeug von heute.“

Der Republikaner Michael Waltz machte danach seinem Ärger auf Twitter Luft: „Während die Biden-Administration weiterhin darüber nachdenkt, ob die Kommunistische Partei Chinas eine Bedrohung darstellt oder nicht, macht China Überstunden, um die dominierende Kraft im Weltraum zu werden.“ Tatsächlich hat China den Weltraum inzwischen für sich entdeckt. Erst am Samstag (15.05.2021) konnte China erstmals mit einer Sonde auf dem Mars landen.

Space Force: Militär in den USA angeblich vom Marxismus unterwandert

Und die Angst vor allem, was auch nur annähernd als links bezeichnet werden kann, geht in den USA überall um, auch und gerade in den Streitkräften. Dies zeigt sich jetzt auch in der Space Force. Ein Lieutenant Colonel (dt. Oberstleutnant) der Weltraumstreitkräfte musste nun nämlich seinem Posten räumen. Und warum? Weil seiner Ansicht nach Marxismus und Kommunismus im US-Militär fröhliche Urstände feiern, wie military.com jetzt berichtete.

Demnach war Lohmeier in der Steve Gruber-Show zu Gast, in der er sein neues Buch „Irresistible Revolution: Marxism‘s Goal of Conquest & the Unmaking of the American Military“ bewarb. Lohmeier behauptet darin, dass marxistische Ideologien innerhalb der Streitkräfte weit verbreitet seien. „Seit ich vor ungefähr 10 Monaten das Kommando übernommen habe, höre ich ständig alle möglichen Geschichten darüber, was Amerika war, ist und sein sollte“, sagte Lohmeier. „Das war im vergangenen Jahr nicht nur in den sozialen Medien oder im Land so, sondern eben auch im gesamten US-Militär. Und für mich war das alles marxistisches Zeug.“

United States Space Force
Aufstellung20. Dezember 2019
StaatUSA
TypWeltraumstreitkräfte
Stärke15.000 (geplant)
StandortPentagon, Arlington Country, Virginia
MottoSemper Supra („Immer Oben“)

Space Force: Kommandeur erhält Gruß von Donald Trump

Jedenfalls waren Lohmeiers Aussagen in der Show auch seinen Vorgesetzten zu viel des Guten. Aufgrund des „Vertrauensverlusts in seine Führungsfähigkeiten“ enthoben sie ihn seines Postens. Selbstredend, dass viele Republikaner hier mal wieder ein Beispiel für die berüchtigte „Cancel Culture“ sehen. Besonders der selbst überaus umstrittene Abgeordnete Matt Gaetz aus Florida zeigte sich auf Twitter solidarisch. „Lohmeier ist ein Patriot, der die Wahrheit über die versuchte politische Bewusstwerdung [wokeification] unseres Militärs ausspricht“, schrieb Gaetz. „Seine Degradierung ist eindeutig eine Vergeltungsmaßnahme.“

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Matthew Lohmeier diente 14 Jahre lang in der Luftwaffe, ehe er im Oktober 2020 zur Space Force wechselte. Kurz danach kam er auch gleich in Kontakt mit seinem Oberbefehlshaber. Donald Trump sandte zum ersten Erntedankfest der neuen Space Force per Telefon einen persönlichen Gruß an Lohmeier und dessen Kameraden. Einen zweiten Gruß von Joe Biden wird er wohl so schnell nicht bekommen. (Christian Stör)

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