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Ukraine-Krieg als Auslöser: Sorgen der russischen Bevölkerung werden größer

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Von: Vivian Werg

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Kein Tag ohne beängstigende Nachrichten: Der anhaltende Ukraine-Krieg setzt der russischen Bevölkerung zunehmend zu – wie eine Studie nun zeigt.

Frankfurt – Am 24. Februar 2022 begann die Invasion russischer Truppen in der Ukraine. Seitdem dauert der Angriffskrieg Russlands mit zunehmender Härte und Zerstörung an. Damals gingen viele davon aus, dass die Ukraine der russischen Offensive nicht lange würde standhalten können. Doch Russlands ursprüngliche militärische Pläne sind fast vollständig gescheitert.

Wie eine Studie zeigt, habe sich im vergangenen Jahr die in russischen Medien und sozialen Netzwerken geäußerte Angst mehr als verdoppelt – vor allem wegen des Krieges in der Ukraine.

Russische Ängste haben sich verdoppelt, da Putins Krieg Stress verursacht, so eine Studie
Sorge in Russland werden größer (Symboldbild) © Alexander Zemlianichenko/ dpa

Ukraine-Krieg: Ängste der Russen haben sich verdoppelt

Die von der Public Relations Development Company (PRDC), einem 1995 gegründeten russischen Kommunikationsunternehmen, durchgeführten Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Zahl der besorgten Kommentare in den russischen Medien und sozialen Netzwerken im Vergleich zu 2021 um 119 Prozent und im Vergleich zu 2020 um 273 Prozent gestiegen ist.

Die Untersuchung des PRDC ergab zudem, dass der Krieg, der vom russischen Staat euphemistisch als „militärische Sonderoperation“ bezeichnet wird, in 70 der 85 Regionen Russlands die größte Sorge in den sozialen Medien darstellt und in 83 von ihnen unter den ersten drei rangiert. Die zweitgrößte Sorge war die Inflation, die seit Beginn der Invasion in ganz Russland stark angestiegen ist.

Putins Krieg: Grund für die ansteigende Angst der Russen

Russische Truppen starteten am 24. Februar eine umfassende Invasion in der Ukraine, wurden aber aus Kiew zurückgeschlagen. Seitdem haben sie sich aus Charkiw zurückgezogen und sind nach einer Reihe von demütigenden Niederlagen aus Cherson abgezogen.

Am 21. September ordnete der russische Präsident Wladimir Putin eine Teilmobilisierung an, um weitere 300.000 Mann für das Militär zu rekrutieren.

Laut der ukrainischen Zeitung Ukrainska Pravda sei die Hauptursache für die Beunruhigung der Russen im vergangenen Jahr, die spezielle (militärische) Operation sowie die damit zusammenhängenden Themen: die Eskalation des Konflikts mit dem Westen und die Möglichkeit des Einsatzes von Atomwaffen, Sabotage und die mögliche Verlagerung der Feindseligkeiten auf das Gebiet der „alten“ Oblaste Russlands sowie die teilweise Mobilisierung.

Selenskij: „Russland hat in diesem Jahr alles verloren, was möglich war.“

Am Montag (26.12.) schlug eine mutmaßliche Drohne auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Engels-2 ein, der mehr als 350 Meilen von dem ukrainisch kontrollierten Gebiet entfernt liegt, und tötete nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums drei Soldaten.

Am Sonntag (25.12.) erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij in einer Videobotschaft an sein Volk, dass Russland versuchen werde, den Rest des Jahres „dunkel und schwierig“ zu gestalten. Russland habe in diesem Jahr alles verloren, was möglich war. Aber Putin versuche, seine Verluste mit der Gerissenheit seiner Propagandisten zu kompensieren, indem er Raketenangriffe auf ihr Land und ihren Energiesektor durchführt. „Ich weiß, dass die Dunkelheit uns nicht daran hindern wird, die Besatzer zu ihren neuen Niederlagen zu führen, aber wir müssen auf jedes Szenario vorbereitet sein“, fuhr er fort.

In Russlands Staats-TV verkündet „Putins Stimme“ das Ende der Welt. Ein bekannter Moderator im russischen Staatsfernsehen hat erneut dem Westen mit dem atomaren Untergang gedroht. Sollte Russland ihren „heiligen Krieg“ verlieren, werde der Westen „zu Asche zerfallen“. (Vivian Werg)

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