Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Sondierungsgespräche
+
CDU-Chef Armin Laschet trifft am Ort der Gespräche in Berlin-Schöneberg ein.

Chancen der Bündnisse

Kommt jetzt die Jamaika-Koalition? Bekannter Politologe ist sich sicher: „Laschet gibt nicht auf“

  • Sophia Lother
    VonSophia Lother
    schließen

Wie gut stehen die Chancen für eine Jamaika-Koalition und damit für Armin Laschet, doch noch Kanzler zu werden? Der Politologe Karl-Rudolf Korte skizziert die Lage.

Berlin - Eine Jamaika-Koalition kann eine gute Woche nach der Bundestagswahl 2021 fast schon Synonym für: Die letzte Chance von Armin Laschet verwendet werden. Für den Spitzenkandidaten der Union aus CDU und CSU geht es um alles oder nichts. An der Regierung beteiligt wird nur, wer es schafft, Grüne und FDP auf seine Seite zu ziehen.

Während die Sondierungsgespräche noch in vollem Gange sind, lässt sich noch keine der Parteien in die Karten schauen. Klare Aussagen gibt es nicht, Tendenzen lassen sich freilich dennoch ausmachen. So zeigten sich SPD und Grüne respektive Union und FDP sehr einträchtig nach den ersten Treffen. Bei der Pressekonferenz der Sozialdemokraten mit der FDP wurde weitaus weniger Nähe demonstriert. Bleibt noch abzuwarten, wie Union und Grüne nach den Sondierungsgesprächen am Dienstag (05.10.2021) vor die Presse treten werden. Vieles ist also noch offen, doch Politologe Karl-Rudolf Korte sieht dennoch eine klare Tendenz.

Sondierung zwischen CDU/CSU und den Grünen: Politologe Korte zu Chancen von Jamaika

Im ZDF sprach der bekannte Politologe Korte über die Wahrscheinlichkeit einer Jamaika-Koalition. Auf die Frage, ob er für Armin Laschet noch Chancen sieht, antwortet er: „Also Laschet gibt nicht auf. Er ist ein Kämpfertyp und hat großes Verhandlungsgeschick.“ Dennoch macht Korte auch einen klaren Nachteil für Laschet aus, denn die Frage sei: „Wie lange bleibt er so mächtig? Dass nicht die eigene Partei ihn am Ende aus dem Spiel nimmt - das weiß man eben nicht. Und wir wissen eben aus der Verhandlungstheorie, dass nur starke Verhandlungspartner auch gute Verhandlungspartner sind. Also was, wenn er etwas vereinbart, kann er am Ende in der Partei auch umsetzen? Da kommen allmählich eben Zweifel.“

NameKarl-Rudolf Korte
BerufPolitikwissenschaftler
ProfessurProfessor an der Universität Duisburg-Essen

Nach dem Debakel bei der Bundestagswahl 2021 seien CDU und CSU derzeit in einer Abwärtsspirale der Macht gefangen. „Es gibt kein erkennbares strategisches Zentrum mehr, kein Machtzentrum in der Union“, sagt Korte und fügt hinzu: „Ich sehe nicht die Kraft und Stärke der Partei, sich so konzentriert zu artikulieren nach diesem Wahldebakel.“

Sondierung: Wie wahrscheinlich ist eine Jamaika-Koalition?

Was ebenfalls gegen eine Jamaika-Koalition spreche, seien Erinnerung an die letzte schwarz-gelbe Regierung in den Jahren 2009 bis 2013. „Schwarz-Gelb war ja über vier Jahre - 2009 bis -13 - nicht wirklich so erfolgreich, dass es auch positiv in Erinnerung geblieben ist. Sofern sollte man auch nicht zu sehr darauf setzen, dass die Signale der FDP nun einer großen Verliebtheit gleichen gegenüber der CDU. Da sind einfach Narben auch da“, attestiert Korte. 

Ist ein Jamaika-Bündnis folglich völlig chancenlos und wird eine Ampel mit Olaf Scholz als Bundeskanzler die Geschicke der Bundesrepublik in Zukunft steuern? Immerhin fordert die Mehrheit der deutschen Bevölkerung in Umfragen eine ebensolche Koalition. Darauf will sich Politologe Korte auf keinen Fall festlegen. Denn am Wahlsonntag selbst sei eine Ampel aus SPD, FDP und Grünen noch weitaus weniger beliebt gewesen. Nun wollten viele schlicht bei der Mehrheit dabei sein. „Beliebtheiten sind keine Kriterien, sondern es geht darum, die zweite Wahl zu organisieren, nämlich die Kanzlerwahl“, sagt Politologe Karl-Rudolf Korte. (Sophia Lother)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare