1. Startseite
  2. Politik

Somaliland wehrt sich gegen Trumps Einreisebann

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Johannes Dieterich

Kommentare

Ein Teeverkäufer in den Straßen von Hargeysa (Somaliland).
Ein Teeverkäufer in den Straßen von Hargeysa (Somaliland). © afp

Das ostafrikanische Gebiet ringt um die Unabhängigkeit von Somalia. Trotzt Stabilität und demokratischer Fortschritte hat Washington es auf die schwarze Liste gesetzt.

Arme Somaliländer. Seit Jahrzehnten suchen sich die vier Millionen Ostafrikaner von ihren Geschwistern im berüchtigten Chaos-Staat Somalia abzugrenzen – auch wenn ihre Unabhängigkeitserklärung 1991 von keinem Staat der Welt anerkannt wurde. Auch Donald Trumps neuer Einreisebann für die Einwohner von sechs muslimischen Staaten erklärt die Somaliländer, wie die somalischen Nachbarn, zu personae non gratae – auch wenn auf ihrem Gebiet weder das Chaos noch Terror herrschen. „Wir haben keine Probleme mit Extremisten“, sagt Somalilands Außenminister Saad Ali Shire: „Wir sollten nicht mit Somalia verwechselt werden.“

Zwar grassiert in Somaliland (wie in Somalia) gerade eine schreckliche Hungersnot. Doch fand der letzte Terroranschlag in Somaliland vor neun Jahren statt. Selbst das Handbuch der CIA hält fest: „Obwohl es von keiner Regierung anerkannt wird, hält dieses Gebilde eine stabile Existenz aufrecht und setzt seine Bemühungen fort, eine konstitutionelle Demokratie aufzubauen, einschließlich lokaler und nationaler Wahlen.“ Außenminister Shire hofft jetzt auf Vernunft der USA: Er appellierte förmlich an die US-Regierung, Somaliland vom Einreisebann auszunehmen.

Auch interessant

Kommentare