Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Späte Wahlanalyse

CDU soll auf Frauen setzen

  • Thomas Kröter
    VonThomas Kröter
    schließen

Ist die SPD noch eine Volkspartei? Nein, behaupten CDU-Spitzenpolitiker nach den dramatischen Wahlverlusten der SPD. Wissenschaftler der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung jedoch haben andere Erkenntnisse. Von Thomas Kröter

Berlin. Ist die SPD noch eine Volkspartei? Nein, behaupten CDU-Spitzenpolitiker nach den dramatischen Wahlverlusten der SPD. Wissenschaftler der Konrad-Adenauer-Stiftung sind anderer Meinung. Union und SPD könnten "nach wie vor als Volksparteien klassifiziert werden", schreiben Viola Neu und Michael Borchard in ihrer Analyse der Bundestagswahl.

Das umfangreiche Dokument ist gerade gemeinsam mit einer Untersuchung der Landtagswahlen 2005 im Internet veröffentlich worden (www.kas.de) - wesentlich später und erheblich weniger meinungsfreudig als nach früheren Wahlen.

Viel ist daher schon von anderen gesagt worden, trotzdem arbeiten die Wissenschaftler einige bemerkenswerte Befunde heraus. So sehen sie eine Annäherung der Sozialstrukturen von CDU und SPD: "Nivellierungstendenzen sind unübersehbar." Deutlicher formuliert: Die CDU ist vor einem ähnlichen Abwärtstrend nicht gefeit. Im Gegenteil.

Schlechtestes Wahlergebnis, höchster Verlust in der Republikgeschichte, größter Abstand zur Union seit 1957 - das Ausmaß des SPD-Desasters gibt auch den CDU-Forschern Rätsel auf. Durch die große Koalition, die Unbeliebtheit der Hartz-IV-Gesetze oder eine Kombination aller möglichen aktuellen Faktoren ist das für sie nicht erklärbar.

Sie sehen einen "langfristigen tektonischen Verlust der vorher zentralen Funktion der SPD im Parteiensystem". 1998 und 2002 habe es jeweils nach den Wahlen einen "dramatischen Einbruch in den Anhängerschaften der Partei" gegeben. 2009 wandten sich die Bürger schon in der Wahlkabine ab. Warum? Auch die Konkurrenz der Linkspartei reicht den Wissenschaftlern nicht. Sie lassen ein Fragezeichen. Sollten SPD-Wähler ihre Partei nicht in der Regierung mögen?

Die Verluste der CDU verteilen sich "verhältnismäßig gleichförmig über alle sozialen Gruppen". Allerdings sei es ihr wohl "besser gelungen, weibliche Wähler zu halten", während Männer eher abwanderten - vor allem zur FDP. Die Gewinne in den neuen Ländern haben ein eindeutiges Geschlecht: acht Prozent plus bei den Frauen, eins bei Männern.

Das alte Traditionsmilieu konservativer, kirchlich (zu mal katholisch) gebundener Wähler ist laut Neu/Borchard nun unwiederbringlich dahin. Diese Gruppen schrumpfen in Ost wie West. Die CDU müsse sie "durch Zugewinne in anderen Gruppen kompensieren".

Das genau versucht Angela Merkel mit ihrem Modernisierungskurs - etwa um junge Frauen zu gewinnen. Die Studie der Adenauer-Wissenschaftler wird doch nicht etwa so lange im Kanzleramt aufgehalten worden sein?

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare