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Die Bundesregierung stellte sich gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump.

Zahlungsstopp

Solidarisch mit der WHO

Staaten kritisieren die USA für den Zahlungsstopp an UN-Behörde.

Die Internationale Gemeinschaft hat die Ankündigung der USA, Zahlungen an die Weltgesundheitsbehörde (WHO) einzustellen, deutlich verurteilt. Die Bundesregierung stellte sich gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Mittwoch in Berlin, gerade jetzt sei es wichtig, die WHO zu unterstützen und zu finanzieren. Dies sei die Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der gesamten Bundesregierung. Die WHO tue „eine unglaublich wichtige Arbeit“, sagte Seibert.

Eine Sprecherin von Außenminister Heiko Maas (SPD) ergänzte, die Weltgesundheitsorganisation müsse gestärkt und nicht geschwächt werden. Sie verwies darauf, dass Deutschland der WHO eine Extrazahlung von fünf Millionen Euro zur Bekämpfung der Corona-Pandemie überwiesen habe. Deutschland schätze die Arbeit der WHO auch in der jetzigen Krise sehr, sagte Maas’ Sprecherin.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell kritisierte Trumps Entscheidung scharf. Dies sei „zutiefst“ bedauerlich, erklärte Borrell am Mittwoch auf Twitter. „Es gibt keinen Grund, der diesen Schritt zu einem Zeitpunkt rechtfertigt, an dem die Anstrengungen (der WHO) mehr denn je erforderlich sind.“

Der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus reagierte vorsichtig. „Die WHO konzentriert sich einzig und allein darauf, allen Menschen zu dienen, um Leben zu retten und die Covid-19-Pandemie zu stoppen“, schrieb Tedros am Mittwoch auf Twitter. „Wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Peking wettert gegen Trump

Peking sprach von einer „düsteren“ Lage weltweit in der Corona-Krise, die Welt befinde sich an einem „entscheidenden“ Punkt, sagte Außenministeriumssprecher Zhao Lijian am Mittwoch. In dieser Situation schwäche Washington die WHO und untergrabe die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die Pandemie.

Auch aus Moskau kamen deutliche Worte: „Das ist der Ausdruck eines äußerst egoistischen Herangehens der amerikanischen Regierung gegenüber dem, was in der Welt im Zusammenhang mit der Pandemie geschieht“, sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow am Mittwoch.

Trump gibt der WHO die Schuld für die Verbreitung des Coronavirus. Insbesondere wirft der US-Präsident der UN-Behörde vor, die Angaben der chinesischen Regierung über den Corona-Ausbruch nicht kritisch überprüft und andere Länder nicht früh genug gewarnt zu haben. Seine Regierung werde in den kommenden 60 bis 90 Tagen prüfen, welche Rolle die WHO bei der „schlechten Handhabung und Vertuschung der Ausbreitung des Coronavirus“ gespielt habe. Solange lägen die Zahlungen auf Eis. Washington ist der größte Beitragszahler an die WHO, die USA sind derzeit am schlimmsten vom Virus betroffen. (epd/afp)

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