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Na, wer von euch hat zu viel auf den Rippen? Ursula von der Leyen bei der Truppeninspektion am Hindukusch.
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Na, wer von euch hat zu viel auf den Rippen? Ursula von der Leyen bei der Truppeninspektion am Hindukusch.

Bundeswehr

Soldaten in der Moppel-Falle

  • Thomas Kröter
    VonThomas Kröter
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Was muss ein Soldat heute noch leisten können? Verteidigungsministerin von der Leyen hat eine Moppel-Diskussion in der Bundeswehr entfacht.

Was für ein Bild: Übergewichtige Soldaten, die aus ihren Uniformen platzen, keuchen über die Kasernenflure. Wer soll da noch für Sicherheit und Ordnung sorgen – zwischen Hiddensee und Hindukusch? „Dicke Soldaten willkommen“ oder „Auch Moppel sollen dienen dürfen“ spotten die Medien. Was ist passiert? Ursula von der Leyens hat ein Interview gegeben. Darin steht der Satz: „Es stellt sich die Frage, ob jeder einzelne Soldat und jede einzelne Soldatin, gleich welche Aufgabe sie im Riesenkonzern Bundeswehr ausfüllt, tatsächlich einen langen Marsch mit schwerem Gepäck bewältigen können muss.“

Aber hat die Bundeswehr wirklich ein Moppel-Defizit? 2008 behauptete der damalige Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe, mehr als 40 Prozent der Soldaten seien übergewichtig – fünf Prozent mehr als in der zivilen Vergleichsgruppe einer Untersuchung der Kölner Sporthochschule und des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. Über ein Viertel der befragten Soldaten gestand ein, nie oder nur selten Sport zu betreiben.

Von der Leyens Vorgänger haben gegengesteuert. Seit 2010 gibt es den Basis-Fitness-Test. Dazu gehört jener Gepäckmarsch, den die heutige Ministerin im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ infrage gestellt hat. 2011 gab es einen noch wichtigeren Einschnitt in der deutschen Militärgeschichte: Die Wehrpflicht wurde abgeschafft. Seitdem muss die Bundeswehr um Computerspezialisten mit Unternehmen konkurrieren, die einen Nerd einen Nerd sein lassen und ihn nicht mit Tornister durch die Pampa jagen.

Von der Leyen will aus der Truppe einen der attraktivsten Arbeitgeber des Landes machen. Deshalb soll es irgendwann auch mehr Kinderkrippen geben – die haben inzwischen viele Großunternehmen. Was wäre ein Alleinstellungsmerkmal? Es soll ja schöpferische Denker geben, die zur Anregung Substanzen rauchen, die hierzulande legal kaum zu erwerben sind. Wie wär’s mit einem Coffee-Shop in der Kaserne? Dick wird man davon nicht.

Aber im Ernst: Es ließe sich auch andersherum ein Attraktivitätsprogramm planen. So wie man bei der Bundeswehr den Führerschein machen oder Medizin studieren kann: Wir dienen Ihnen mit dem Goldenen Sportabzeichen. Langsam wegtreten!

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