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Laut Ukraine: Russland steht in Cherson vor „unvermeidlicher Niederlage“

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Von: Sandra Kathe, Tim Vincent Dicke, Nadja Austel, Vincent Büssow, Jan-Frederik Wendt, Christian Stör

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Russland erleidet im Ukraine-Krieg dramatische Verluste. Der Ukraine gelingt es, in der Region Cherson weiter Boden gut zu machen. Der News-Ticker.

+++ 11.15 Uhr: Lord Dannett, ehemaliger General der britischen Armee, hat erklärt, Russland stehe vor bei einer zu erwartenden Schlacht in Cherson vor einer „unvermeidlichen Niederlage“. Dannett sagte, die Truppen von Wladimir Putin versuchten, ihr Gesicht zu wahren, um ihre Niederlage „weniger chaotisch“ erscheinen zu lassen.

„Die Russen denken offensichtlich darüber nach, ihre wahrscheinlich unvermeidliche Niederlage in eine Art geordneten Rückzug zu verwandeln, um die Situation aus ihrer Sicht weniger chaotisch erscheinen zu lassen“, sagte er gegenüber Sky News. Er deutete an, dass Russland die ukrainische Energieinfrastruktur ins Visier nimmt, da es auf dem Schlachtfeld „immer noch im Hintertreffen“ sei.

Auch am Wochenende haben die ukrainischen Streitkräfte zu mehreren Gegenangriffen ausgeholt und russische Waffen- und Munitionsdepots zerstört.
Auch am Wochenende haben die ukrainischen Streitkräfte zu mehreren Gegenangriffen ausgeholt und russische Waffen- und Munitionsdepots zerstört. (Symbolfoto) © Dimitar Dilkoff/AFP

Russische Verluste im Ukraine-Krieg: Mehr als 450 getötete russische Soldaten

+++ 8.50 Uhr: Russland kämpft im Ukraine-Krieg mit schweren Verlusten. Am Morgen hat der ukrainische Generalstab seine Daten aktualisiert. Demnach habe Russland alleine in den vergangenen 24 Stunden knapp 470 Soldaten im Kampf verloren. Seit Beginn der Invasion am 24. Februar seien damit etwa 67.940 russische Soldaten im Ukraine-Krieg gefallen. Die Zahlen des ukrainischen Generalstabs zu den Verlusten Russlands im Überblick:

Update vom Montag, 24. Oktober, 7.30 Uhr: Der Generalstab der Ukraine hat neue Angaben zu russischen Verlusten bekannt gegeben. Wie die Militärführung am Montagmorgen auf Facebook schrieb, seien bei Luftangriffen im Laufe des vergangenen Tages vier Munitionslager, ein Flugabwehrraketensystem und ein Artilleriesystem von Russland getroffen worden. Außerdem sollen vier russische Kontrollpunkte mit Raketen und Artillerie abgeschossen worden sein.

Russische Verluste im Ukraine-Krieg: Ukraine zerstört Waffendepots

+++ 22.05 Uhr: Bei Gegenangriffen ukrainischer Truppen sind am Sonntag sechs russische Waffen- und Munitionsdepots zerstört worden. Das berichtet der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht, der täglich auf der Social-Media-Plattform Facebook veröffentlicht wird. Darin heißt es, dass auch ein gutes Dutzend iranischer Drohnen abgeschossen wurde.

Zudem berichtete die Militärführung der Ukraine detaillierte Informationen zu einem ukrainischen Angriff, der sich bereits am Samstag im Gebiet der Stadt Energodar ereignet hätte. Bei dem Brand seien 4 D-30-Haubitzen, 3 Lastwagen mit Munition und 2 Flugabwehr-Systeme zerstört worden. 50 russische Soldaten sollen bei diesem Vorfall ums Leben gekommen sein, 40 weitere verletzt.

Die Ukrainer machen auch auf Schwächen des russischen Militärs infolge der Mobilisierung aufmerksam. So seien viele der neuen Soldaten an der Front nicht nur schlecht ausgebildet, sondern zusätzlich auch unausreichend ausgerüstet. Vielen fehlen Militärschuhe oder Teile der Uniform. Weil infolge der schlechten Ausbildung auch immer wieder kommunikative Schwierigkeiten aufträten, komme es in seltenen Fällen zu sogenanntem „friendly fire“, also russischen Einheiten, die andere russische Einheiten attackieren.

Russische Verluste im Ukraine-Krieg: Brand in russischer Munitionsfabrik

+++ 12.30 Uhr: In Russland sind bei einem Brand in einer Munitionsfabrik in der Millionenstadt Perm am Ural mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Das teilte das Portal 59.ru unter Berufung auf die Notrufzentrale in Perm mit. Zudem gebe es Verletzte im Krankenhaus. Das Ausmaß des Brandes vom Samstagabend war unklar. In der Fabrik werden unter anderem Geschosse für die Raketenwerfer „Grad“ und „Smertsch“, aber auch Treibladungen für Luft-Luft-Raketen hergestellt.

Verluste für Russland: Ukraine schießt Kamikaze-Drohnen an

+++ 09.15 Uhr: Die ukrainische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben über Nacht 14 im Iran hergestellte Kamikaze-Drohnen vom Typ „Shahed-136“ in der Oblast Mykolajiw abgeschossen. Zwei weitere Kamikaze-Drohnen seien darüber hinaus in den östlichen und nördlichen Regionen der Ukraine zerstört worden (s. auch Update v. 5.48 Uhr).

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg: Belgorod meldet Beschuss

+++ 6.28 Uhr: Wieder einmal beklagt die russische Grenzregion Belgorod Beschuss von ukrainischer Seite. Zwei Menschen seien dabei am Samstag in der Grenzstadt Schebekino getötet worden, teilt Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow mit. Elf Menschen seien verletzt worden, vier von ihnen schwer.

Gladkows Angaben zufolge wurde bei dem Beschuss auch Energie-Infrastruktur getroffen. Details nannte er nicht. Rund 15.000 Menschen seien zeitweilig ohne Strom, Heizung und Wasser gewesen. Das Gebiet Belgorod beklagt mit anderen Grenzregionen wie etwa Kursk und Brjansk schon seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine immer Feuer von der Gegenseite. Eingeräumt hat die Ukraine die Vorwürfe nicht.

Update vom Sonntag, 23. Oktober, 5.48 Uhr: Laut Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland 40 Raketenangriffe am Samstag gestartet. Das ukrainische Militär habe die Hälfte der Raketen abgeschossen. Zudem seien 16 iranische Kampfdrohnen in den Luftraum der Ukraine eingedrungen. Elf Drohnen seien zerstört worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Russische Verluste im Ukraine-Krieg: Russland nutzt provisorische Brücke für Nachschub

+++ 19.05 Uhr: Nach Angaben Großbritanniens hat Russland eine schwimmende Behelfsbrücke über den ukrainischen Dnipro-Fluss fertiggestellt. Sie diene als Ersatz für die zerstörte Antoniwskyj-Brücke, hieß es im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums unter Berufung auf Geheimdienstinformationen. Die Flussüberquerung ist von zentraler Bedeutung für die Versorgung der russischen Truppen in der besetzten südukrainischen Großstadt Cherson.

Es sei laut Einschätzung der Briten das erste Mal seit Jahrzehnten, dass Moskau eine solche schwimmende Brücke aus Lastkähnen einsetzt. Provisorische Lösungen dieser Art seien höchstwahrscheinlich zu Sowjetzeiten für Operationen in Europa vorgesehen gewesen. Moskau nutze sie, um dringend benötigten Nachschub an Material und Logistik über den Fluss zu transportieren.

Ukraine-Krieg: Deutschland, Frankreich und Großbritannien „zutiefst besorgt“

+++ 16.30 Uhr: Die Ukraine hat nach eigenen Angaben einen russischen Angriffshubschrauber abgeschossen. Dies berichtet das ukrainische Nachrichtenportal Kyiv Independent unter Berufung auf die Streitkräfte des Landes. Der Ka-52 Alligator soll demnach in der umkämpften Region Cherson getroffen worden sein. Insgesamt hat Russland dem ukrainischen Generalstab zufolge seit Kriegsbeginn 243 Helikopter verloren (siehe Update von 12.00 Uhr).

+++ 14.05 Uhr: Geheimdienstinformationen der Ukraine zufolge versuchen russische Truppen verzweifelt aus dem Ukraine-Krieg herauszukommen. Der Inlandsgeheimdienst SSU veröffentlichte am Samstag (22. Oktober) Auszüge aus vermeintlichen Telefonaten von Soldaten, die im Rahmen der sogenannten Teilmobilmachung einberufen worden waren, und in dem Gebiet Donezk stationiert sind. Diese sollen ihre Familien in Russland anflehen, sie aus dem Krieg herauszuholen.

Dem SSU zufolge sagte einer der Soldaten, dass er „direkt in die Hölle“ geworfen wurde. Von einer Einheit aus 40 Soldaten, die in den Einsatz geschickt worden sei, gebe es nur drei Überlebende. „Unser Kommando ist absolut verrückt geworden“, heißt es in dem vermeintlich abgehörten Anruf. Immer wieder gibt es Berichte von unerfahrenen russischen Soldaten, die im Ukraine-Krieg sterben.

Verluste für Russland im Ukraine-Krieg: Was eine Niederlage in Cherson bedeuten würde

+++ 10.35 Uhr: Seit Tagen muss Russland im Ukraine-Krieg herbe Verluste in der Region Cherson hinnehmen. Experten haben sich jetzt dazu geäußert, welche Auswirkungen eine Niederlage in dem Gebiet für Putin hätte. Die Truppen der Ukraine könnten Cherson „als Startrampe für einen Angriff nach Süden nutzen, um im Wesentlichen die Übergänge zur Krim zu sichern“, sagte der ehemalige Oberst des US-Geheimdienstes dem Portal Newsweek.

Jonathan Katz, Direktor der Denkfabrik German Marshall Fund, fügte hinzu, dass der Verlust von Cherson auch für Putin selbst „enorme“ politische Auswirkungen hätte. So bestehe die Möglichkeit, dass die Zustimmung für den Krieg in der russischen Bevölkerung weiter sinkt, und weitere Männer aus Angst vor einer möglichen Einberufung das Land verlassen.

+++ 8.47 Uhr: Bei den Kämpfen im Süden der Ukraine soll die Armee aus Russland neue Verluste erlitten haben. Dies teilte das Operationskommando Süd am Samstagmorgen (22. Oktober) mit. Demnach haben ukrainische Soldaten ein Angriffsflugzeug und eine Aufklärungsdrohne abgewehrt. Bei eigenen Angriffen seien außerdem ein Panzer und ein Mörser zerstört sowie 17 russische Soldaten getötet worden. Insgesamt habe sich die Situation an der südlichen Front allerdings nicht wesentlich verändert, so das ukrainische Operationskommando.

Verluste für Russland im Ukraine-Krieg: UN-Mitgliedsstaaten fordern Untersuchung

Update vom Samstag, 22. Oktober, 6.27 Uhr: Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben eine „unparteiische“ UN-Untersuchung der Berichte über Lieferungen iranischer Drohnen an Russland gefordert. Sie seien „zutiefst besorgt über den Transfer unbemannter Luftfahrzeuge (UAV) vom Iran nach Russland“, erklärten die UN-Botschafter der drei Staaten in einem gemeinsamen Schreiben an den UN-Sicherheitsrat und UN-Generalsekretär António Guterres am Freitag (21. Oktober).

„Diese UAV werden von Russland in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine für Attacken auf zivile Infrastruktur und Städte in der Ukraine eingesetzt, was zum Tod unschuldiger Zivilisten führt“, heißt es in dem Schreiben weiter.

+++ 20.35 Uhr: Die ukrainische Luftwaffe flog nach Angaben des ukrainischen Generalstabs in den letzten 24 Stunden fünf Angriffe. Dabei wurden drei russische Stützpunkte, Gebiete mit Personal und Waffen und zwei Stellungen der russischen Flugabwehrsysteme getroffen. Zudem wurden 15 Drohnen abgeschossen. Die Raketen- und Artillerieeinheiten trafen vier russische Kommandoposten, sieben Gebiete mit Personal und Waffen, ein Munitionslager, ein Flugabwehrsystem, eine Brücke und eine Pontonbrücke, so der Generalstab.

Verluste für Russland im Ukraine-Krieg: Erneut Fabrik in Belgorod in Flammen

+++ 19.55 Uhr: In einer Industrieanlage in der Oblast Belgorod in Russland ist erneut ein Feuer ausgebrochen. Die örtliche Regierung behauptet, der Brand sei durch Beschuss entstanden. Wjatscheslaw Gladkow, Gouverneur des Gebiets Belgorod, teilt auf Telegramm mit, das Feuer sei „in einer der Industrieanlagen“ im Bezirk Shebekino als Folge eines Granateneinschlags ausgebrochen. Er fügte hinzu, dass eine Person verletzt wurde. 

Erst kürzlich hatte Russland der Ukraine vorgeworfen, ein Wohnhaus in der Stadt Belgorod nahe der ukrainischen Grenze beschossen zu haben. Die Ukraine wies den Vorwurf zurück. Vielmehr hätte es sich um einen Fehler auf russischer Seite gehandelt, die versucht habe, die nahegelegene ukrainische Stadt Charkiw anzugreifen.

Verluste für Russland im Ukraine-Krieg: Kampfjet flog „über das falsche Gebiet“

+++ 18.55 Uhr: Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, dass ein russisches Kampfflugzeug vom Typ Su-25 gegen 16.00 Uhr Ortszeit von einer Flugabwehrraketeneinheit der Odessa-Brigade des Luftkommandos „Süd“ im Gebiet Mykolaiw abgeschossen wurde. Es sei „über das falsche Gebiet“ geflogen, teilte Vitalii Kim, Leiter der ukrainischen Militärverwaltung des Gebietes, auf Telegramm mit. Die letzte Luftschutzsirene im Gebiet sei zwischen 15.00 und 16.30 Uhr ausgelöst worden.

+++ 14.50 Uhr: Jurij Ihnat, Sprecher des Luftwaffenkommandos der ukrainischen Streitkräfte, hat bei einem Briefing am Freitag (21. Oktober) die Erfolge seines Landes bei der Abwehr von Drohnen hervorgehoben. Nach Angaben von pravda.com.ua seien die Ukrainer inzwischen viel besser in der Lage, die vom Iran hergestellten Shahed-Kamikaze-Drohnen zu eliminieren. 85 Prozent dieser Drohnen wären in den letzten zwei Wochen abgeschossen worden.

Verluste für Russland im Ukraine-Krieg: Moskau hofft auf Hilfe aus Nordkorea

+++ 12.30 Uhr: Russlands Führung arbeitet nach Angaben des US-Außenministeriums an einer Vereinbarung mit Nordkorea über die Bereitstellung von Ausrüstung, die Russland aufgrund von Exportkontrollen und Sanktionen „nicht produzieren oder auf andere Weise erwerben“ kann. Das gab Ministeriumssprecher Ned Price bekannt. Russland wende sich zwar „aus Verzweiflung“ an Länder wie den Iran und Nordkorea, „aber das macht die Sache nicht weniger gefährlich“.

Russland mit hohen Verlusten im Ukraine-Krieg – ein Überblick

Verluste für Russland: Einsatzkommando Süd meldet Erfolge

+++ 08.30 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs hat Russland bis zu 2.000 neue Rekruten in das Gebiet Cherson entsandt, um die bisherigen Verluste auszugleichen und die Einheiten an der südlichen Frontlinie zu verstärken.

Update vom Freitag, 21. Oktober, 06.30 Uhr: Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben russische Kontrollpunkte und Munitionsdepots an der südlichen Frontlinie zerstört. So berichtete das Einsatzkommando Süd am 20. Oktober, dass die ukrainische Armee 28 russische Soldaten getötet und mehrere selbstfahrende Artilleriesysteme vom Typ Msta-S, einen Mörser, einen Schützenpanzer und einen Panzer zerstört und andere Schützenpanzer an der Front beschädigt habe. Auch zwei russische Munitionsdepots und ein Kontrollpunkt beim Dorf Borozenske in der Oblast Cherson seien zerstört worden.

Verluste für Russland im Ukraine-Krieg: „Lage an der Front eskaliert“

+++ 21.11 Uhr: Russland verliert unfreiwillig nun auch vermehrt seine berüchtigten „Shaheds“. Laut eigenen Angaben hat die Ukraine innerhalb eines Tages 15 der Kamikaze-Drohnen iranischer Produktion abschießen können. Dies teilte der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte mit. Russland habe 20 der unbemannten Luftfahrzeuge starten lassen, nur fünf seien auf ukrainischem Gebiet niedergegangen, hieß es in einem Post auf Facebook.

+++ 17.53 Uhr: Ukrainischen Angaben zufolge spitzen sich die Kampfhandlungen im Ukraine-Krieg zu. Die russischen Truppen würden allerdings keine Erfolge machen können, sagte Militärsprecher Oleksii Hromov. „Seit dem 20. Oktober bemühen sich die Russen vor allem um die Verwirklichung ihrer Pläne, die Verwaltungsgrenzen der Oblast Donezk zu erreichen und die besetzten Gebiete der Oblast Cherson sowie Teile der Oblaste Charkiw, Saporischschja und Mykolaiw zu halten“, erklärte Hromov in einem Videobriefing.

Die russische Armee sammle große Mengen Waffen, Munition und andere militärische Ausrüstung an, um demnächst groß angreifen zu können. „Die Lage an der Front ist eskaliert“, sagte Hromov und fügte hinzu, dass die Teilmobilmachung in Russland ein kompletter Fehlschlag für Putin sei. Die russischen Streitkräfte würden nicht vorrücken.

Verluste für Russland: Ukrainische Soldaten erbeuten Hunderte Militärfahrzeuge

+++ 13.15 Uhr: Während ihrer Geländegewinne am Boden haben die ukrainischen Soldaten der Nachrichtenagentur AFP zufolge auch Hunderte von Militärfahrzeugen erbeutet, die von fliehenden Russen zurückgelassen worden sind. „Die Ukrainer haben viel Landausrüstung erbeutet“, sagte ein Analyst der britischen Geheimdienstanalysefirma Janes, der anonym bleiben wollte. In der nordöstlichen Region Charkiw seien Truppen geflohen – „und sie scheinen größtenteils entschieden zu haben, dass sie in Zivilfahrzeugen schneller wegkommen als in gepanzerten Fahrzeugen“, sagte der Analyst.

In der südlichen Region Cherson sahen AFP-Reporter eines Morgens in diesem Monat etwa 20 Panzer sowie Raketenwerfer und Transportfahrzeuge, die zerstört oder beschädigt zu sein schienen. Nur Stunden später schienen etwa sechs von ihnen weggebracht worden zu sein. Russland und die Ukraine verwenden ähnliche Ausrüstung aus der Sowjetzeit, was bedeutet, dass ukrainische Soldaten oft keine große Schulung benötigen, um sie zu verwenden.

News zum Ukraine-Krieg: Russland mit hohen Verlusten

+++ 10.40 Uhr: Seit Beginn der Invasion in der Ukraine am 24. Februar hat Russland mit herben Verlusten zu kämpfen. Von russischer Seite gibt es kaum Informationen zu den Zahlen. Im September hat der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu erstmals seit März offizielle Daten genannt. „Die Verluste Russlands belaufen sich auf 5937“, sagte er damals. Allerdings gibt der ukrainische Generalstab täglich ein neues Update zu den Zahlen heraus. Demnach liegen die Verluste bei 66.650 Soldaten. Unabhängig überprüfen lässt sich dies nicht.

Verluste von Russland: 233 Drohnen und „zig Raketen“ zerstört

+++ 09.20 Uhr: Russland greift die Ukraine weiter mit Kampfdrohnen an. Doch offenbar ist es den Verteidigern in der Nacht im Oblast Mykolajiw gelungen, 14 dieser Kamikaze-Drohnen vom Typ Shahed-136 zu zerstören. Nach Angaben des Einsatzkommandos Süd sind sie vom Militär, der Nationalgarde und der Polizei abgeschossen worden. 

+++ 07.40 Uhr: Das ukrainische Militär hat im Süden russische Boden-Luft-Raketensysteme angegriffen. Das berichtete das Einsatzkommando Süd. Die russischen Verluste beliefen sich demnach auf 43 Militärangehörige, sechs Panzer, neun gepanzerte Fahrzeuge, zwei 152-mm-Haubitzen, ein Kommandofahrzeug, eine Aufklärungsdrohne und zwei Munitionsdepots im Bezirk Beryslav im Oblast Cherson.

Verluste für Russland: 233 Drohnen und „zig Raketen“ zerstört

Update vom Donnerstag, 20. Oktober, 06.20 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bestätigt, dass sein Land im vergangenen Monat insgesamt 233 russischer Kamikaze-Drohnen iranischer Bauart über der Ukraine abgeschossen hat. Zudem sprach Selenskyj in seiner Videoansprache am Abend von „zig Raketen“, die die Ukraine zerstört habe.

+++ 22.33 Uhr: Offenbar sind in der besetzten Stadt Mariupol russische Flaggen von Fahnenmasten abgehängt worden. „Auf dem Freiheitsplatz sind plötzlich alle russischen Lumpen vom Fahnenmast verschwunden. Vielleicht ist das kein Zufall. (...) Der Mariupol-Widerstand lässt grüßen“, schrieb Petro Andriushchenko, ein Berater des ukrainischen Bürgermeisters der Stadt, im Messengerdienst Telegram. Der Beamte fügte seinem Beitrag ein Foto hinzu, das die nicht mehr beflaggten Masten zeigen soll. Die Angaben ließen sich nicht überprüfen.

Verluste für Russland: Ukraine startet zehn Luftangriffe auf feindliche Stellungen

+++ 20.19 Uhr: Eigenen Angaben zufolge hat die ukrainische Luftwaffe innerhalb eines Tages zehn Luftangriffe auf feindliche Stellungen durchgeführt. „Es wurden Schäden an sechs Clustern von Waffen und militärischer Ausrüstung sowie an vier Stellungen der gegnerischen Flugabwehrraketensysteme bestätigt“, hieß es einem Beitrag auf Facebook.

Die ukrainische Artillerie habe des Weiteren drei Kontrollpunkte, Waffenlager, eine Station für elektronische Kriegsführung, eine Brücke und einen Pontonübergang des russischen Militärs getroffen. „Wir glauben an die Streitkräfte! Gemeinsam werden wir siegen! Ruhm für die Ukraine!“, hieß es weiter.

Verluste für Russland: Ukraine holt Kamikaze-Drohnen vom Himmel

+++ 16.56 Uhr: Weiterhin muss Russland beim Material schwere Verluste hinnehmen. Eigenen Angaben zufolge hat die ukrainische Luftwaffe am Mittwoch (19. Oktober) vier russische Marschflugkörper und zehn Kamikaze-Drohnen iranischer Produktion abgeschossen, die von der russischen Armee auf die Ukraine abgefeuert wurden. Außerdem habe man Marschflugkörper zerstören können.

„Am 19. Oktober um 12.05 Uhr griff der Feind die Ukraine mit strategischen Kampfflugzeugen aus nordöstlicher Richtung an. Sechs Kh-101/Kh-555 Marschflugkörper wurden von raketentragenden Bombern des Typs Tu-95 und Tu-160 abgeschossen“, schrieb die ukrainische Luftwaffe im Messengerdienst Telegram. Gleichzeitig seien aus dem Norden – insbesondere aus dem Putin-treuen Belarus – zahlreiche Kamikaze-Drohnen abgefeuert worden.

Verluste für Russland: Sogar „General Armageddon“ gibt Probleme zu

+++ 15.19 Uhr: Der berüchtigte neue Kommandeur des russischen Militärs hat Schwächen seiner eigenen Truppe zugegeben. Insbesondere in der Region Cherson sei die Situation für die Streitkräfte schwierig. „Insgesamt kann die Lage in der militärischen Sondereinsatzzone als angespannt bezeichnet werden“, sagte General Sergei Surowikin im Staats-TV laut der BBC.

Nun wolle man sich um die Zivilistinnen und Zivilisten in dem Gebiet kümmern, führte der als „General Armageddon“ bekannte Militär aus. „Die russische Armee wird vor allem die sichere Evakuierung der Bevölkerung von Cherson gewährleisten“, sagte er.

+++ 13.40 Uhr: Russland setzt im Ukraine-Krieg verstärkt auf Drohnen aus dem Iran. Allerdings gelingt es der Ukraine immer wieder, diese Waffen unschädlich zu machen. Der ukrainischen Armee zufolge haben die Verteidiger seit Mitte September 223 Drohnen vom Typ Schahed 136 aus iranischer Produktion über ukrainischem Territorium zerstört.

News zum Ukraine-Krieg: Russland machen Verluste schwer zu schaffen

Update vom Mittwoch, 19. Oktober, 12.15 Uhr: Die Teilmobilmachung Russlands zeigt im Ukraine-Krieg bisher keinen Erfolg. Im Gegenteil: Die ersten einberufenen Russen sind bereits in Särgen heimgekehrt. Die Unruhe ist tatsächlich so groß, dass sich in Russland längst auch Gouverneure und Parlamentsabgeordnete einschalten. Entsetzt äußerte sich etwa der Duma-Abgeordnete Andrej Guruljow: Anderthalb Millionen Sätze persönlicher Ausrüstung seien verschwunden, und niemand erkläre wieso. Wladimir Putin hat zwar den für die Ausrüstung der Streitkräfte zuständigen Vize-Verteidigungsminister Dmitri Bulgakow gefeuert. Guruljow beklagt aber, dass damit nicht geklärt sei, „warum die Einberufenen keine Uniformen bekommen“.

Gouverneure kaufen inzwischen am Budget des Verteidigungsministeriums vorbei teils selbst Ferngläser und Nachtsichtgeräte für die Einberufenen. Der prominente Abgeordnete Leonid Sluzki donnerte: „Es ist eine Schande.“ Manchmal fehlten sogar Munition und Waffen. 

News zum Ukraine-Krieg: Moskau mangelt es an fähigen Offizieren

Erstmeldung vom Mittwoch, 19. Oktober: Moskau - Russland tut sich im Ukraine-Krieg vor allem auf dem Boden enorm schwer. Die Verluste, die die russischen Streitkräfte hinnehmen müssen, sind in der Tat ungemein hoch. So gibt der ukrainische Generalstab in seinem Bericht vom 19. Oktober die Zahl der gefallenen russischen Soldaten mit 66.280 an. Zum Vergleich: Im Vietnam-Krieg haben nach offiziellen Angaben 58.220 US-amerikanische Soldaten ihre Leben verloren. Und im Krieg in Afghanistan (1979 bis 1989) gab es auf sowjetischer Seite 14.453 getötete Soldaten.

News zum Ukraine-Krieg: Russland mangelt es an kompetentem Führungspersonal

Nach Einschätzung britischer Geheimdienste sind die Probleme an der Front in der Ukraine zum Teil auf einen Mangel an kompetentem Führungspersonal zurückzuführen. Die Armee habe immer weniger fähige Nachwuchsoffiziere, die neue Rekruten anleiten und führen könnten, hieß es am Mittwoch (19. Oktober) im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. Dies verschlechtere wohl die Moral und den Zusammenhalt in den russischen Truppen.

Vier von fünf Generälen mit direkter operativer Verantwortung für den im Februar von Russland begonnenen Angriffskrieg seien mittlerweile entlassen worden – ihre Nachfolger hätten die Situation nicht verbessert, sind die Briten überzeugt. In der russischen Armee habe eine solche Führungsschwäche noch stärkere Auswirkungen als es in einer westlichen der Fall wäre, da die russische Doktrin vorsehe, dass statt einer kollektiven Anstrengung eher persönliche Entscheidungen eines einzelnen Kommandeurs zählten. (cs/dpa)

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