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In Abidjan stürmten meuternde Soldaten das Gelände des Verteidigungsministeriums. Um den nahe gelegenen Militärstützpunkt errichteten sie Barrikaden.

Elfenbeinküste

Soldaten-Aufruhr erreicht Abidjan

Die Soldaten-Revolte in der Elfenbeinküste ergreift weitere Städte. Am Samstag fallen Schüsse in einem Armee-Stützpunkt in Abidjan. Die Regierung gibt sich gelassen.

In mehreren Großstädten der westafrikanischen Elfenbeinküste ist die Lage nach einer Meuterei unzufriedener Soldaten angespannt. Am Samstag feuerten Soldaten auch erstmals in Abidjan, der größten Stadt des Landes, mit Schnellfeuerwaffen in die Luft. Der Aufruhr konzentrierte sich aber Augenzeugen zufolge auf einen Militärstützpunkt im Osten der Stadt. In der mit fünf Millionen Einwohnern größten Stadt und Wirtschaftsmetropole des westafrikanischen Landes stürmten meuternde Soldaten nach Diplomatenangaben das Gelände des Verteidigungsministeriums. Um den nahe gelegenen Militärstützpunkt errichteten sie Barrikaden.

Die Regierung mahnte zur Gelassenheit und verwies auf den Beginn von Verhandlungen mit den Meuterern.

Soldaten fordern bessere Bezahlung

Die Großstadt Bouaké im Zentrum des Landes mit rund 500.000 Einwohnern war den zweiten Tag in Folge unter der Kontrolle der meuternden Soldaten. Auch aus den Städten Daoukro im Südwesten und der nördlichen Stadt Korhogo wurde Gewehrfeuer gemeldet. Die Soldaten besetzten zum Teil wichtige Verkehrsverbindungen. Bislang gab es jedoch keine Berichte über Verletzte oder gar Tote.

Die Soldaten protestieren eigenen Angaben zufolge gegen nicht eingehaltene Gehaltsversprechen und fordern eine bessere Bezahlung. Verteidigungsminister Alain-Richard Donwahi bezeichnete die Revolte als "verständlich, aber bedauerlich für das Ansehen des Landes". Bei seiner Ankunft in Bouaké versprach er, eine Lösung zu finden. Bislang scheint die Meuterei keinen klaren Anführer zu haben, auch über politische Forderungen ist nichts bekannt.

Regierungstreue Truppen bemühten sich derweil um Ruhe in Abidjan. Die Bewohner drängten in die Supermärkte, um sich mit Wasser und anderen Vorräten einzudecken. Sie befürchteten, dass die Ausschreitungen die Stadt lahmlegen könnten. (dpa/rtr)

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