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Die CSU verabschiedet Horst Seehofer. Markus Söder soll die Partei nun für die Zukunft aufstellen.

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Söder ist Parteichef auf Bewährung

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Die CSU will unter neuer Führung zurück zu alter Stärke. Doch die Selbstzufriedenheit der Partei könnte die Reformbestrebungen verhindern. Ein Kommentar.

Die CSU ist ein geschrumpfter Riese. Nun aber wird plötzlich ein Mann zum Hoffnungsträger, der 2018 schwere Fehler gemacht und die absolute Mehrheit in Bayern verloren hat: Markus Söder. Horst Seehofer wurde zwar zum Ehrenvorsitzenden gewählt, doch sein Rückhalt als Bundesinnenminister schwindet.

Die CSU will glauben, dass dieser Führungswechsel die Rückkehr zu alter Stärke einleitet. Tatsächlich wird es lange dauern, bis sie sich neu erfinden kann – wenn es denn überhaupt gelingt. In der Partei ist jede Menge Genugtuung darüber zu spüren, dass es im Herbst bei der Landtagswahl nicht noch schlimmer gekommen ist. Je mehr diese Selbstzufriedenheit um sich greift, desto geringer dürfte der Ehrgeiz bei der Parteireform sein, mit der die CSU frischer, jünger und weiblicher werden soll.

Söder, der beim Parteitag ein keinesfalls überwältigendes Ergebnis bekam, ist ein Vorsitzender auf Bewährung. Er muss nun beweisen, dass er es kann. Und zwar nicht mit Krawall und Kopf durch die Wand, sondern mit Sachpolitik und dem Versuch, nicht nur rechts verlorene Stimmen zurückzuholen. Die Europawahl Ende Mai, bei der der Christsoziale Manfred Weber nach dem Amt des Kommissionschefs greift, wird zum ersten großen Test. Auch für Söder. 

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