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Slowenien-Wahl: Ex-Anwältin von Melania Trump will Präsidentin werden – und hat gute Chancen

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Von: Thomas Roser

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So sehen Siegerinnen aus? Der rechte Kandidat Anže Logar zusammen mit der von von Linken und Liberalen unterstützten Nataša Pirc Musar nach der ersten Wahlrunde. Foto: Imago Images.
So sehen Siegerinnen aus? Der rechte Kandidat Anže Logar zusammen mit der von von Linken und Liberalen unterstützten Nataša Pirc Musar nach der ersten Wahlrunde. © Imago/ZUMA Wire

Bei der Wahl in Slowenien hofft Nataša Pirc Musar auf den Coup: Am Sonntag könnte die Ex-Anwältin von Melanie Trump die erste Präsidentin des Landes werden.

Ljubljana – Die Zweite könnte die Erste sein: Vor der Stichwahl von Sloweniens Präsidentschaftskür am Sonntag (13. November) sehen die Umfragen die parteilose Anwältin Nataša Pirc Musar mit weit über 50 Prozent der Stimmen klar vor dem Ex-Außenminister Anže Logar von der rechten SDS. Der im ersten Wahlgang vor drei Wochen mit 33,95 Prozent der Stimmen noch sieben Prozent vor seiner Rivalin liegende Logar gibt sich jedoch noch keinesfalls geschlagen. Die einzige Meinungsumfrage, die zähle, sei die Stimmabgabe, so Logar: „Wir bereiten uns darauf vor, zu gewinnen.“

So oder so winkt Slowenien eine Premiere. Entweder wird mit der 54-jährigen Anwältin Pirc Musar erstmals eine Frau an der Spitze der seit 1991 unabhängigen Alpenrepublik stehen – oder mit dem 46-jährigen Ökonom Logar erstmals ein Kandidat der Rechten. Mitentscheidend könnte die Wahlbeteiligung sein. Fällt sie gering aus, dürfte wegen der disziplinierten Stammwähler:innen der SDS der oppositionelle Außenseiter Logar profitieren.

Eine höhere Beteiligung könnte der von den linksliberalen Regierungsparteien unterstützten Ex-Journalistin Pirc Musar helfen.

Slowenien-Wahl: Nataša Pirc Musar geht als Favoritin in die Stichwahl

In dem ohne harte Bandagen ausgefochtenen Marathonwahlkampf hatte sich Marathonläufer Logar darum bemüht, sich als „Vertreter der gemäßigten Rechte“ zu profilieren: Als Präsident werde er auf Toleranz und den gesellschaftlichen Dialog setzen. Doch seine Nähe zum umstrittenen Ex-Premier und SDS-Chef Janez Janša könnte ein Problem werden: Nicht nur für Linke, auch für Liberale ist Orbán-Freund Janša ein rotes Tuch.

„In einem Land, in dem die Wähler der Linken und der Mitte die der Rechten übertreffen, diktiert schlicht die Mathematik, dass Pirc Musar die zweite Wahlrunde gewinnen wird“, sagte der Politologe Alem Maksuti aus Ljubljana der Agentur „Balkan Insight“: „Die Slowenen werden nicht für die Marionette von Janša stimmen.“

Ex-Anwältin von Melania Trump: Ein Unsicherheitsfaktor bleibt vor der Slowenien-Wahl

Pirc Musar wird zudem von den Altpräsidenten Milan Kucan und Danilo Türk unterstützt. Doch ein Unsicherheitsfaktor für die Favoritin bleibt, in welchem Maße sie die Wählerinnen und Wähler des zersplitterten linksliberalen Lagers mobilisieren kann.

Obwohl sie eine Seiteneinsteigerin auf dem Politparkett ist, ist die einstige TV-Moderatorin in ihrem Land keineswegs unbekannt. Als Juristin machte sie sich als Streiterin für die Informationsfreiheit, aber auch als Promi-Anwältin für die in Slowenien geborene Melania Trump einen Namen. Positiv habe sie in dem vier Monate langen Stimmenstreit vor allem der „korrekte“ Umgang ihres Rivalen überrascht, gesteht die Politnovizin: „Wenn wir uns getroffen haben, ist Anže Logar immer auf mich zugekommen und hat mir die Hand geschüttelt.“ (Thomas Roser)

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