Simonis soll für Ordnung sorgen

Zu: "Unicef: Spenden in eigener Sache", FR-Titel vom 28. November

Ich spende nicht, umLuxus zu finanzieren

Diese "Verschwendung" von Spendengeldern bei Unicef überrascht mich nicht. Als ich in den 90er Jahren in den USA lebte, habe ich durch meine Volontärarbeit bei einer Organisation, die sich für das Wohl von Kindern einsetzt, auch Unicef-Mitarbeiter kennen gelernt. Man kam ins Gespräch. Es überraschte mich, als ich das Jahresgehalt eines Bezirksvorsitzenden von Unicef mitgeteilt bekam. Da auch ich regelmäßig Spenden an Unicef überwies, habe ich daraufhin alle meine Spendenaufträge für Unicef storniert. Meine Unterstützung habe ich den Organisationen zukommen lassen (und tue dies auch heute noch), von denen ich überzeugt bin, dass meine Spende für das Wohl von Bedürftigen verwendet wird und nicht, um Mitarbeitern einer Hilfsorganisation ein luxuriöses Leben zu finanzieren. Sigrid Ford, Raunheim

Der Gesamtvorstand wurde im Juni entlastet

Wir sind bisher davon ausgegangen, dass Unicef zu den Organisationen gehört, bei denen die Spenden gut angelegt sind, weil sie nahezu vollständig an bedürftige Kinder in aller Welt weiter gegeben werden. Nach dem Lesen Ihrer Beiträge sind uns nun gehörige Zweifel gekommen. Was uns besonders bekümmert ist, dass der Gesamtvorstand von Unicef und die ehrenamtliche Vorsitzende Heide Simonis seit Juni von den Vorgängen wissen und nicht fähig sind, sie abzustellen. Stattdessen haben Frau Simonis und der Gesamtvorstand den geschäftsführenden Vorstand entlastet.

Dennoch haben wir uns entschieden, wie bisher für die bedürftigen Kinder an Unicef zu spenden, in dem festen Glauben, dass der größte Teil des gespendeten Geldes wirklich bei den Bedürftigen landet. Wir hoffen jedoch, dass der Gesamtvorstand mit Frau Simonis an der Spitze bei Unicef-Deutschland reinen Tisch machen wird - und dass das auch eindeutig in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Realistische Pessimisten werden aber eher glauben, dass nur ein drastischer Einbruch beim Spendenaufkommen das Vorstandsgremium zum Aufräumen veranlassen wird. Wir haben Frau Simonis per E-Mail gebeten, für Ordnung zu sorgen.

Renate u. Bernhard Bauer, Nidderau

Das Kölner Finanzamtprüft Gemeinnützigkeit

Nachdem sich die maßlosen Manager in den deutschen Konzernen breit gemacht haben, muss ich ähnliches nun auch vom Kinderhilfswerk Unicef in Köln lesen. Ist Frau Simonis nicht Manns genug, dem Geschäftsführer zu kündigen? Was soll das Versteckspiel hinter dem Arbeitsvertrag? Er ist sittenwidrig, weil er gegen die Vereinssatzung und die Steuergesetze zur Gemeinnützigkeit verstößt. Auch der vorherige Vorstand muss gefragt werden, warum er sich auf der Nase herumtanzen ließ. Und das Kölner Finanzamt: Dort wird jährlich die Gemeinnützigkeit der deutschen Unicef geprüft. Ich möchte, dass meine Spende ohne Extras für Verwaltung bei den Kindern ankommt.

Karl-Heinz Nillius, Ingelheim

Bärendienst für dieArmen und Ärmsten

Spenden, ja, das ist so eine Sache. Zum einen müssen Sie als Presse, ich sage hier mal vereinfachend: Wächter der Demokratie und Fingerheber gegen Unmoral und Selbstbedienungsmentalität sein; sind also verpflichtet, den Finger in die Wunden zu legen, indem Sie die "Spenden in eigener Sache" anprangern. Aber ich will trotzdem für alle Bedürftigen hoffen, dass das der vorweihnachtlichen Spendierfreudigkeit und Großzügigkeit der Menschen keinen Abbruch tut. Denn sonst hätte die FR den Armen und Ärmsten einen Bärendienst erwiesen!

Hans-Jürgen Schulz, Borken

Diskussion: www.frblog.de/unicef

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