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Neue Zahlen zu Silvester in Berlin: Nur 38 Festnahmen wegen Böller-Angriffen

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Von: Katja Thorwarth

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An Silvester in Berlin kam es zu Böller-Angriffen auf Einsatzkräfte.
An Silvester in Berlin kam es zu Böller-Angriffen auf Einsatzkräfte. © Julius-Christian Schreiner/dpa

Die Polizei wertet die Randale in der Berliner Silvesternacht aus. Einige Politiker:innen und Medienschaffende scheinen vorschnell geurteilt zu haben.

Berlin - Nach der Silvesternacht in Berlin war die Empörung groß. Von „marodierenden Horden ... Migranten“ war etwa bei der Springer-Bild die Rede. Weiter diskutiere „das ganze Land“ über „diese Szenen“, und angeblich wisse „praktisch jeder“, was dort passiert sei. Nur die Journalist:innen „bei den Öffentlich-Rechtlichen“ wüssten das „offensichtlich nicht“. Welt-Chef Ulf Poschardt sprach von „Realitätsverweigerung“, in der es sich „die meisten“ wieder bequem machten. Einen ähnlichen Ton schlug die Berliner CDU an, die gar die Vornamen der als tatverdächtig Festgenommenen wissen wollte.

Doch auch die SPD griff die Empörungswelle auf, hier insbesondere Innenministerin Nancy Faeser. Sie sprach auf Twitter von „gewaltbereiten Integrationsverweigerern“, denen man „mit harter Hand und klarer Sprache“ begegnen müsse. Und CDU-Politiker Jens Spahn nutze die Gunst der Stunde, „ungeregelte Migration, gescheiterte Integration und fehlenden Respekt vor dem Staat“ ins Thema Silvesterrandale zu integrieren.

Randale an Silvester in Berlin: Politiker:innen springen auf Empörungszug auf

Nun hat der Berliner Tagesspiegel neue Zahlen veröffentlicht, die die Zeitung von der Berliner Polizei erfahren haben will. Demnach seien wegen der Böller-Angriffe auf Polizisten und Feuerwehrleute nur 38 Menschen festgenommen worden - statt der bisher öffentlich kommunizierten 145. Davon waren laut Polizei zwei Drittel Deutsche. Wie der Tagesspiegel weiter berichtet, habe sich die Zahl der 145 Festgenommenen mit 18 Nationalitäten auf alle Personen bezogen, die in Gesamtberlin an Silvester wegen verschiedener Delikte festgenommen worden seien - darunter auch Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz.

Wie es weiter heißt, könne bei den 38 Festnahmen auch nur schwer ein Grund für die Angriffe gemutmaßt werden. Die Einsatzkräfte seien teils von Minderjährigen mit „Böllern aus Schreckschusswaffen“ angegriffen worden. Es habe jedoch auch zahlreiche Vermummte gegeben, die sich an den Krawallen beteiligt hätten. Hier gehen die Ermittler von Personen ohne Migrationsgeschichte aus.

Silvester-Randale in Berlin Wahlkampfthema für die Wahl am 12. Februar

Dennoch prägen die Ereignisse an Silvester den Wahlkampf für die Wiederwahl in Berlin am 12. Februar. So rief beispielsweise die Regierende SPD-Bürgermeistern Franziska Giffey zu einem „Gipfel zur Jugendgewalt“ auf. Aufgestockt werden soll Personal und Ausstattung bei Polizei und Feuerwehr, das Waffenrecht soll verschärft werden, ebenso seien Investitionen in die Sozial- und Jugendarbeit sowie ein Sonderprogramm für die Verbesserung der Lebenssituation in Großwohnsiedlungen vonnöten. SPD-Innensenatorin Iris Spangen will die Berliner Polizei und Feuerwehr kurzfristig mit 4000 Bodycams ausstatten. (ktho)

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