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Leo Obnamia und seine Frau Wilma.

Mut-Geschichte 5

Siedler

Gefördert von der staatlichen Social Housing Finance Corporation bauen die Siedler und UPA eine Siedlung für die knapp 200 Familien am Estero San Miguel.

„Herzlich willkommen in unserer neuen Wohnung“, grüßt Leo Obnamia im zweiten Stock eines schmucken kleinen Gebäudes in der Metropolregion der philippinischen Hauptstadt Manila. Der pensionierte Busfahrer ist stolz auf sein neues, hell und freundlich wirkendes Zuhause: 25 Quadratmeter mit platzsparendem Hochbett, Wasseranschluss, Toilette und großen Fenstern. Der Rentner und seine Frau Wilma (Bild) haben schwere Zeiten hinter sich. „Das Haus, in dem wir bis vor kurzem lebten, war nichts als eine Hütte auf Stelzen im Estero de San Miguel“, erzählt Leo.

Esteros sind die zahllosen völlig verschmutzten Kanäle Manilas; darüber Hütten aus Bambus und Wellblech. Hunderttausende informelle Siedler leben so – bedroht von immer heftigeren Taifunen, Überflutungen und den in Sichtweite lebenden Wohlhabenden. Die informellen Siedler müssten raus aus der Stadt, fordern die. Sie verhinderten die Sanierung der Esteros, die Anpassung Manilas an den Klimawandel. Die Obnamias und ihre Nachbarn blieben. Um irgendwann ihre Wohnverhältnisse zu verbessern, schlossen sie sich zu einer Spargruppe zusammen und kooperierten mit der lokalen Hilfsorganisation Urban Poor Associates (UPA), die sich für das Menschenrecht auf Wohnen engagiert.

Gefördert von der staatlichen Social Housing Finance Corporation bauen die Siedler und UPA eine Siedlung für die knapp 200 Familien am Estero San Miguel. Zuletzt lebten noch hier 170 Familien auf Stelzen. Drei Meter entfernt vom Estero jedoch stehen jetzt fünf schmucke, dreistöckige Gebäude; etliche weitere sind im Bau. Die ersten fünf Gebäude mit 21 Wohneinheiten seien ein Modellprojekt, erklärt UPA-Mitarbeiterin Princess Asuncion. Die Bewohner müssten für Grundstück und Gebäude nichts bezahlen; sie müssten nur 25 Jahre lang – als Hausbesitzergemeinschaft – die Ufer des Estero pflegen. Den übrigen Familien gewährt der Staat einen niedrig verzinsten Kredit.

In der neuen Wohnung fühlten sie sich viel besser als in ihrer alten Hütte, schwärmt Wilma Obnamia. „Wir haben frische Luft; es stinkt nicht überall nach Müll und Fäkalien; und wir sind sicher vor Überflutungen.“ Auch Wilmas Tochter Isabel und ihre Familie haben eine Wohnung bekommen, und ihre Enkel können weiter dieselbe Schule besuchen. (tkr)

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