Wirtschaft

Sicher durch die Krise?

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Ökonomen fordern angesichts der Coronakrise das Ende der „schwarzen Null“.

Führende deutsche Ökonomen fordern weitgehende Schritte des Staates, um die Corona-Epidemie in den Griff zu bekommen und die Folgen für die Wirtschaft zu begrenzen. Wenn man jetzt nicht schnell, entschlossen und ohne Rücksicht auf die Ausgaben handele, würden die Kosten später umso höher, erklärte die Gruppe aus sieben Experten, darunter ifo-Präsident Clemens Fuest, der frühere „Wirtschaftsweise“ Peter Bofinger, sowie der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft Kiel, Gabriel Felbermayr.

Das noch immer von der Bundesregierung hoch gehaltene Ziel einer „Schwarzen Null“ – also ein Bundeshaushalt ohne neue Schulden – soll aufgegeben werden.

Die teilweise Abschaffung des Solidaritätszuschlags soll auf den 1. Juli vorgezogen werden. Die Ökonomen halten das auch aus psychologischen Gründen für wichtig, damit die Konsumenten Vertrauen gewinnen. Eine Mehrwertsteuersenkung lehnen die Experten hingegen ab. Sie argumentieren, dass die Reduzierung nicht zielgenau wäre. So brauche zum Beispiel die Bauwirtschaft keine Unterstützung, da sie noch immer gut ausgelastet sei.

Vorgeschlagen wird auch ein sogenannter steuerlicher Verlustrücktrag, damit laufende Verluste mit früheren Gewinnen verrechnet werden können. Das reduziert die Steuerabgabe.

Die bereits beschlossene Ausweitung der Kurzarbeit wird von den Ökonomen ausdrücklich begrüßt. Das werde verhindern, dass es zu Entlassungen komme, sagte der Ökonom Bofinger.

Der Staat soll sich notfalls an Unternehmen beteiligen. Wenn es nicht gelingen sollte, die Ausbreitung der wirtschaftlichen Schockwellen einzudämmen, so dass es in größerem Stil zu Unternehmensinsolvenzen käme, wäre als letzte Möglichkeit an Firmenbeteiligungen des Staates mit Eigenkapital zu denken. Dies wäre analog zur Rettung von Banken in der Finanzkrise 2008/2009.

Gefordert wird, unbedingt das Gesundheitssystem zu stärken. Die Experten schlagen unter anderem finanzielle Anreize für Ärzte in Teilzeit vor, damit diese ihre Arbeitszeit ausdehnen. Zudem soll medizinisches Personal im Ruhestand reaktiviert werden.

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