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Öl-Verschmutzung

Shell: Nigerianer können Öl-Konzern verklagen – Sammelklage ist stattgegeben

  • Sandra Böhm
    vonSandra Böhm
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Nigerianische Bauern können nun gegen den Öl-Konzern Shell vorgehen. Sie werfen ihm jahrzehntelange Umweltverschmutzung vor. Shell weist Schuld von sich.

  • Londoner Supreme Court hebt die Entscheidung eines Berufungsgerichts von 2017 auf.
  • Nigeria leiden seit Jahrzehnten an Umweltverschmutzung – verursacht durch Öl.
  • Der Öl-Konzern Shell sieht andere Gründe für Öl-Lecks.

London – Das Londoner Supreme Court hob am Freitag (12.02.2021) eine Entscheidung eines Berufungsgerichts von 2017 auf. Somit können mehr als 40 000 Nigerianer, die im Niger-Delta leben, nun in England Schadenersatzklagen gegen den Ölkonzern Shell wegen Umweltverschmutzung einreichen. Das Urteil von 2017 besagte, dass die Sammelklagen gegen den britisch-niederländischen Konzern in Nigeria vor einem Gericht verhandelt werden müssen.

Die Bewohner aus den Regionen Ogale und Bille werfen dem Ölkonzern und seinem nigerianischen Tochterunternehmen SPDC vor, für die Verunreinigung von Böden und Gewässern verantwortlich zu sein. Neben Schadensersatz fordern sie eine Säuberung des Bodens, denn laut ihnen sind die jahrzehntelangen Öl-Lecks Schuld an der Umweltverschmutzung. Sie fordern seit fünf Jahren, dass der Fall vor einem Londoner Gericht verhandelt wird, da sie vor einem nigerianischen Gericht nicht zu ihrem recht kommen könnten.

Nigeria: Supreme Court in London hebt Urteil auf – Jetzt können sie gegen Shell klagen

Nigerianische Bauern haben vor dem britischen Supreme Court Recht bekommen. Jetzt können sie den Öl-Konzern Shell wegen Umweltverschmutzung verklagen.

2017 entschieden die Richter, dass Shell nicht für das Fehlverhalten seiner nigerianischen Tochterfirma verantwortlich gemacht werden könne. Damit wiesen sie die Klage ab. Nun haben die fünf Richter des Supreme Courts in diesem Urteil „erhebliche Rechtsfehler“ festgestellt, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Das britische Gericht habe sich zu stark auf das Verhältnis zwischen Shell und der Tochterfirma konzentriert.

Shell: Ölkonzern muss nun mit Sammelklage wegen Öl-Lecks in Nigeria rechnen

Das Urteil des Obersten Gerichts gebe den Menschen in Ogale und Bille nun „echte Hoffnung“ auf eine Säuberungsaktion durch Shell, erklärte der Anwalt Daniel Leader von der Londoner Kanzlei Leigh Day, die die Kläger vertritt. Shell hingegen reagierte „enttäuscht“ auf das Urteil. Der Ölkonzern machte zudem kriminelle Aktivitäten wie Öl-Diebstahl und Sabotageakte an den Pipelines für die Lecks verantwortlich.

Anlass zur Hoffnung für die Nigerianer gibt auch, dass ein Gericht in den Niederlanden – Shell hat seinen Hauptsitz in Den Haag –Shell vor zwei Wochen dazu verurteilt hat, Entschädigungen für Öl-Lecks in zwei Dörfern in Nigeria zu zahlen*. Auch hier hatten Bauern aus dem Niger-Delta geklagt – und die Klage bereits 2008 eingereicht. Nach 13 Jahren bekamen sie nun Recht von dem niederländischen Gericht. (Sandra Böhm mit dpa) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Marten Van Dijl

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