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Lawrow: Russland ist nicht sauber – und schämt sich dafür auch nicht

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Von: Marvin Ziegele

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Russlands Außenminister Sergej Lawrow auf dem internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow auf dem internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg. © imago-images

In einem Interview mit dem britischen Sender BBC rechtfertigt Russlands Außenminister Sergej Lawrow die Invasion in der Ukraine. 

Moskau – Seit mehreren Monaten tobt der Krieg in der Ukraine. Militärisch gibt es Verluste auf beiden Seiten, doch auch die ukrainische Zivilbevölkerung zahlt einen hohen Preis für Russlands Überfall auf die Ukraine. Im BBC-Interview hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow nun allerdings behauptet, dass nicht alles so ist, wie es zunächst scheint.

„Wir sind nicht in die Ukraine einmarschiert“, behauptete er gegenüber dem BBC-Korrespondenten Steve Rosenberg. „Wir haben eine spezielle Militäroperation ausgerufen, weil wir keine andere Möglichkeit hatten, dem Westen zu erklären, dass die Aufnahme der Ukraine in die Nato ein krimineller Akt ist.“

Ukraine-Krieg: Sergej Lawrow rechtfertigt „Spezialoperation“

Gleichzeitig wiederholte er die offizielle Begründung des Kremls, dass es in der Ukraine zahlreiche Nationalsozialisten gebe. Russland habe es sich zum Ziel gesetzt, die Ukraine zu „entnazifizieren“. Lawrow war es jedoch auch, der den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der Jude ist, als Nazi difamierte und die Beleidigung damit rechtfertigte, dass Hitler auch „jüdisches Blut“ gehabt habe.

Rosenberg konfrontierte Lawrow im Interview mit folgender Aussage: „360 Bewohner, darunter 74 Kinder und fünf Menschen mit Behinderungen, wurden von den russischen Streitkräften im Dorf Jahidne in der Region Tschernihiw gezwungen, 28 Tage lang im Keller einer Schule zu bleiben. Es gab weder Toiletten noch Wasser. 10 ältere Menschen starben. Ist das ein Kampf gegen die Nazis?“

Kampf gegen „Nazis“ in der Ukraine: „Wir schämen uns nicht“

„Es ist sehr bedauerlich“, sagte Lawrow, „aber internationale Diplomaten, einschließlich des UN-Hochkommissars für Menschenrechte, des UN-Generalsekretärs und anderer UN-Vertreter, werden vom Westen unter Druck gesetzt. Und sehr oft werden sie benutzt, um vom Westen verbreitete Fake News zu verstärken.“ Dabei sei „Russland nicht blitzsauber.“ Im Gegenteil: „Russland ist, was es ist. Und wir schämen uns nicht zu zeigen, wer wir sind.“

Sergej Lawrow hat Russland in den vergangenen 18 Jahren auf der internationalen Bühne vertreten, doch nun wurden sowohl er als auch seine Tochter mit westlichen Sanktionen belegt. Die USA haben ihn beschuldigt, eine falsche Darstellung der Ukraine als Aggressor zu vertreten und als Mitglied des Sicherheitsrats direkt für die russische Invasion verantwortlich zu sein. (Marvin Ziegele)

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