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Konflikt auf dem Balkan: Für eine „serbische Welt“ rüstet die Regierung das Militär massiv auf

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Von: Marvin Ziegele

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Serbische Militärangehörige während einer Parade im Jahr 2019. Die Militärausgaben des Landes steigen. (Archivbild)
Serbische Militärangehörige während einer Parade im Jahr 2019. Die Militärausgaben des Landes steigen. (Archivbild) © ANDREJ ISAKOVIC/AFP

Serbiens Nachbarländer beobachten mit Sorge, wie die militärische Macht des Landes wächst. 

Belgrad – Serbien rüstet auf. In diesem Jahr habe sich der serbische Verteidigungshaushalt gegenüber 2018 fast verdoppelt haben, berichtet das Nachrichtenportal Al Jazeera. Bereits 2019 machte Serbien Schlagzeilen, als es das Nato-Mitglied Kroatien als größten Ausgeber für Militärkosten in der Balkanregion überholte.

Im September 2021 erklärte Serbiens Präsident Aleksandar Vucic, die Armee des Landes sei inzwischen „fünfmal stärker“ als noch vor einigen Jahren. Auch künftig sollen die Ausgaben erhöht werden, damit die Armee immer in der Lage sei, „unser Land und unser Volk zu verteidigen.“

Serbien rüstet militärisch auf: Spannungen mit dem Kosovo

Doch wozu die Aufrüstung? Den Ankündigungen aus Serbien folgen besorgte Blicke aus Nachbarländern, darunter Bosnien und Herzegowina, Kosovo und Montenegro. Dies werde nur verstärkt durch die Aufrufe des serbischen Innenministers Aleksandar Vulin zur Bildung einer „serbischen Welt“, so Al Jazeera. Zusätzlich verstärkten sich die Spannungen zwischen Serbien und dem Kosovo in letzter Zeit.

LandSerbien
HauptstadtBelgrad
PräsidentAleksandar Vucic
RegierungschefinMinsterpräsidentin Ana Brnabic
StaatsformParlamentarische Republik
Einwohnerzahl6,9 Millionen

Nach Vulins Auffassung sollten sich alle Serben unter einer politischen Leitung Belgrads vereinigen. Dies solle „friedlich“ und „formell“ geschehen. Im gleichen Atemzuge habe er gefordert, dass die Gebiete, in denen Serben leben, zu vereinigen. Kritiker betrachteten dies als eine Abwandlung der Großserbien-Ideologie aus den 1990er Jahren. „Die serbische Welt ist nicht von Großserbien oder allen Serben in einem Land zu unterscheiden“, betonte Daniel Serwer gegenüber Al Jazeera. Er war einer der Unterhändler des Friedensabkommens von Dayton, das 1995 den Krieg in Bosnien beendete.

Militärische Aufrüstung in Serbien: Eine Kopie von Wladimir Putin?

Das Nachrichtenportal zitiert auch Reuf Bajrovic, den Ko-Vorsitzenden der Organisation US-Europa Alliance. Er glaube, dass Präsident Vucic sich darauf vorbereite, im Kosovo und in Bosnien militärische Gewalt anzuwenden. Dies würde seiner Einschätzung nach geschehen, wenn sich US-Truppen aus der KFOR (der Nato-geführten Friedenstruppe im Kosovo) zurückzögen oder wenn Russland beschließe, direkt in der Region zu intervenieren.

„Die von Russland trainierten Söldner in Bosnien und Montenegro sind ein wesentlicher Bestandteil der serbischen Strategie für die Region“, so Bajrovic. Es handele sich dabei um eine Kopie von Wladimir Putins Aktionen vor der Invasion in der Ukraine. (Marvin Ziegele)

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