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Ukraine-News: Selenskyj befürchtet weitere Massaker – Das geschah in der Nacht

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Von: Teresa Toth

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Präsident Selenskyj befürchtet nach den Kriegsverbrechen in Butscha weitere Gräueltaten in anderen besetzten Landesteilen. Die Ereignisse der Nacht im Überblick.  

Dieser Ticker ist beendet: Alle aktuellen Entwicklungen lesen Sie im aktuellen News-Ticker.

Update vom Montag, 04.04.2022, 06.50 Uhr: Präsident Selenskyj befürchtet, dass sich noch „schrecklichere Dinge auftun könnten“ als das, was bisher über die Verbrechen in Butscha bekannt geworden ist. Andere Regionen des Landes stünden noch unter russischer Kontrolle. Dort könnten „noch mehr Tote und Misshandlungen“ bekannt werden, sagte Selenskyj. Der Präsident schaltete sich zudem per Video zur Verleihung der US-Musikpreise Grammys und bat um Unterstützung für sein Land. „Unterstützt uns auf jegliche Art und Weise, die euch möglich ist“, sagte er bei der live im US-Fernsehen übertragenen Veranstaltung.

Die Bilder aus der kleinen Stadt Butscha, wo nach dem Abzug russischer Truppen zahlreiche Leichen von Bewohnern auf den Straßen gefunden worden waren, sorgten international für Entsetzen. Die Ukraine macht für das Massaker russische Truppen verantwortlich, die die Stadt bis vor kurzem besetzt hatten. Moskau bestreitet das.  

Ukraine-News: Bis zu 400 Leichen aus der region Kiew obduziert

Seit Freitag wurden nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft bereits 140 der bisher 410 geborgenen Leichen aus der Region Kiew obduziert. Außerdem nahmen demnach mehr als 50 Mitarbeiter von Staatsanwaltschaft und der Nationalen Polizei erste Ermittlungen zu den Verbrechen im Gebiet Butscha auf. Auch in anderen Regionen soll es Untersuchungen geben. 

Der Präsident der Ukraine Selenskyj befürchtet weitere Gräueltaten durch die russische Armee.
Der Präsident der Ukraine Selenskyj befürchtet weitere Gräueltaten durch die russische Armee. © dpa/Pressebüro des ukrainischen Präsidenten via AP

In der ostukrainischen Millionenstadt Charkiw wurden nach ukrainischen Angaben 34 Menschen durch russischen Beschuss verletzt. Mindestens sieben Menschen seien getötet worden, schrieb die Staatsanwaltschaft der Region auf Telegram. Unter den Verletzten waren demnach drei Kinder.

Ukraine-News: Russland bestätigt derweil mehrere Luftangriffe

In der westukrainischen Stadt Ternopil soll es einen Luftangriff gegeben haben. Die nordukrainische Stadt Tschernihiw ist nach Angaben des dortigen Bürgermeisters inzwischen zu 70 Prozent zerstört.

Russland bestätigte derweil mehrere Luftangriffe auf Militäreinrichtungen und Treibstofflager in Regionen Kiew und Mykolajiw. Unweit von Kiew sei in Wassylkiw ein Kontrollzentrum der Luftwaffenbasis zerstört worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow.

Mehr als 2600 Menschen wurden nach ukrainischen Angaben am Sonntag aus besonders umkämpften ukrainischen Städten in Sicherheit gebracht. Von den 2694 Menschen seien fast 1500 aus der Region Luhansk gerettet worden, sagte die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk nach Angaben der Zeitung Ukrajinska Prawda.

Ukraine-News: Generalstab spricht von Verlegung russischer Truppen nach Belgorod

Der ukrainische Generalstab erwartet verstärkte Angriffe auf Donezk und das Dorf Tawrytscheske im Osten des Landes. Er teilte in der Nacht zu Montag außerdem mit, dass Russland einzelne Einheiten aus Belarus nach Russland verlege.  

Ukraine-News: Ukrainische Bürgermeisterin getötet – weitere in Gefangenschaft

+++ 16.38 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Militärs ist der Rückzug der russischen Truppen aus dem Norden der Ukraine abgeschlossen. Die Armee des Kreml-Chefs Putin habe sich laut ukrainischem Generalstab in das benachbarte Belarus zurückgezogen, das als Stützpunkt für den russischen Angriff auf die Ukraine diente. Die Luftlandetruppen des ukrainischen Militärs haben nach eigenen Angaben die volle Kontrolle über den Grenzabschnitt zu Belarus übernommen sowie über die Stadt Pripjat nahe Tschernobyl – auf Twitter teilte das Verteidigungsministerium der Ukraine ein Foto von einem ukrainischen Soldaten, der dort die ukrainische Flagge aufstellte.

Die stellvertretenden ukrainischen Regierungschefin Iryna Wereschtschuk berichtet über gefangen genommene Bürgermeister in der Ukraine.
Die stellvertretenden ukrainischen Regierungschefin Iryna Wereschtschuk berichtet über gefangen genommene Bürgermeister in der Ukraine. © Ukrinform/dpa

Ukraine-News: Ukrainische Bürgermeisterin getötet – weitere in Gefangenschaft

+++ 15.15 Uhr: Seit Beginn des russischen Angriffskriegs wurden elf Bürgermeister der Ukraine entführt – das berichtete Kiew nun. Es handelt sich um Amtsträger aus Gemeinden in den Regionen Kiew, Cherson, Charkiw, Saporischschja, Mykolajiw und Donezk. Laut der stellvertretenden ukrainischen Regierungschefin Iryna Wereschtschuk befinden sich die Bürgermeister in russischer „Gefangenschaft“.

Die Bürgermeisterin von Motyschyn bei Kiew, Olga Suchenko, sei gemeinsam mit ihrem Mann nach ihrer Entführung durch russische Soldaten getötet worden. „Wir informieren das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), die UNO und alle möglichen Organisationen, genau wie bei den anderen verschwundenen Zivilisten“, betonte Wereschtschuk am Sonntag. Sie fordere „alle auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um sie zurückzuholen“.

Ukraine-News: „Hochverrat“ in Ostukraine - Mehrere Bürgermeister wechseln die Seite

+++ 13.01 Uhr: Laut dem Gouverneur von Luhansk haben vier ukrainischer Bürgermeister im Ukraine-Krieg die Seiten gewechselt. Die Stadtoberhäupter von Rubischne, Stanytsia Luhanska, Milowe und Markiwa arbeiten demnach nun für Russland und haben damit laut Gouverneur Verrat am eigenen Land begangen. Die Regionen sind derzeit von Russland besetzt.

Ukraine-News: Ölraffinerie in Odessa von russischen Raketen getroffen

Update vom Sonntag, 03.04.2022, 03.04.2022, 11.15 Uhr: Nach den Explosionen in der strategisch wichtigen Hafenstadt Odessa hat Russland die Angriffe nun bestätigt. Laut dem russischen Verteidigungsministerium seien von Schiffen und Flugzeugen aus Raketen auf eine Ölraffinerie und drei Treibstofflager abgefeuert worden. Zuvor meldete der Stadtrad mehrere Brände in der Küstenstadt.

In der Ukraine wurden nach russischen Angaben in der Nacht zum Sonntag insgesamt 51 Militäreinrichtungen getroffen, darunter vier Kommandoposten und zwei Raketenabwehrsysteme. Von unabhängiger Seite ließ sich dies bislang nicht bestätigen.

Ukraine-News: Ukrainische Armee verfolgt abziehende russische Truppen

Erstmeldung vom Sonntag, 03.04.2022: Kiew – Nach fünf Wochen Besetzung ziehen sich die russischen Truppen aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew zurück. Laut dem Generalstab der ukrainischen Streitkräfte sei zudem ein Rückgang russischer Luft- und Raketenangriffe wahrzunehmen, insbesondere im Norden des Landes. Präsident Wolodymyr Selensky rechnet allerdings mit zunehmenden Angriffen im Donbass und im Süden des Landes.

„Was ist das Ziel der russischen Armee? Sie wollen sowohl den Donbass als auch den Süden der Ukraine erobern“, betonte Selenskyj in einer Videobotschaft in der Nacht zum Sonntag (03.04.2022). „Und was ist unser Ziel? Wir wollen uns, unsere Freiheit, unser Land und unsere Menschen schützen.“ Es sei daher wichtig für die ukrainische Armee, ihre Abwehr in östlicher Richtung zu verstärken, sagte Selenskyj. „Und das wohl wissend, dass der Feind Reserven hat, um den Druck zu verstärken.“ Die ukrainischen Truppen verfolgen zudem die abziehenden russischen Truppen im Norden.

Ukraine-News: Russisches Militär will Fluchtkorridore in Mariupol öffnen

In der Küstenstadt Odessa wurden am Sonntag mehrere Explosionen gemeldet. Nach Berichten eines ARD-Reporters waren früh am Morgen Detonationen zu hören sowie mindestens drei schwarze Rauchsäulen und Flammen zu sehen. Vermutlich stammen die Explosionen aus einem Industriegebiet. In Odessa liegt der größte Hafen der Ukraine – die Stadt gilt als zentral für die Wirtschaft des gesamten Landes.

Moskau zieht russische Einheiten aus Kiew zurück. Zurück bleiben zerstörte Schulen, Kindergärten und Wohngebäude.
Moskau zieht russische Einheiten aus Kiew zurück. Zurück bleiben zerstörte Schulen, Kindergärten und Wohngebäude. © kyodo/dpa

In der bereits stark zerstörte Hafenstadt Mariupol will das russische Militär für Sonntag Fluchtkorridore für Ausländerinnen und Ausländer öffnen. Nach Angaben von Generalmajor Michail Misinzew sei es möglich, die schwer umkämpfte Hafenstadt Mariupol in Richtung Berdjansk zu verlassen. Auch die besetzte Hafenstadt Berdjansk dürfe entweder auf dem Landweg über die Krim oder zu den ukrainischen kontrollierten Gebieten verlassen werden. Bei ausländischen Staatsbürger handelt es sich vor allem um Besatzungsmitglieder von Frachtschiffen.

Derweil setzen sich die Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine fort. Bislang jedoch ohne große Erfolge. (tt) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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