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„Wir vergessen nicht“: Selenskyj schwört Ukraine auf Krim-Rückeroberung ein

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Von: Nail Akkoyun

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Während die Ukraine das besetzte Cherson attackiert, plant Präsident Selenskyj bereits den nächsten Kriegsschritt: Die Rückeroberung der annektierten Krim.

Kiew – Nach dem Beginn der ukrainischen Gegenoffensive auf die von Moskau besetzte Region Cherson, hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Bevölkerung darauf eingeschworen, die Krim zurückzuerobern.

In einer Fernsehansprache erklärte Selenskyj am Montagabend (29. August), dass man seit der russischen Annexion „das Ziel“ beibehalten habe, die Krim eines Tages zurückzuerobern. Weiter sagte der Präsident, dass der Ukraine-Krieg mit einer Niederlage Russlands und der Wiederherstellung der ukrainischen Grenzen von vor 2014 enden werde.

Ukraine-Krieg: „Glänzende Chance“ zum Gegenschlag im Süden des Landes

„Dieser Krieg, der mit der Besetzung unserer Krim durch Russland und dem Versuch, den Donbass zu erobern, begann, muss genau dort enden – auf der befreiten Krim, in den befreiten Städten des Donbass, wenn unsere Truppen die Staatsgrenze der Ukraine erreichen“, sagte Selenskyj. „Dieses Ziel haben wir immer im Auge behalten. Wir vergessen nicht.“

Präsident Wolodymyr Selenskyj am ukrainischen Unabhängigkeitstag in der Sophienkathedrale in Kiew am 24. August.
Präsident Wolodymyr Selenskyj am ukrainischen Unabhängigkeitstag in der Sophienkathedrale in Kiew am 24. August. © Ukraine Presidency/Imago

Auch wenn Selenskyj keine „Einzelheiten“ über die Einsatzpläne preisgeben wollte, betonte er, dass es künftig „keinen Platz“ für russische Truppen auf der Krim sowie „auf ukrainischem Boden“ geben werde. Die Invasionstruppen sollten zurück nach Russland fliehen oder sich ergeben, „wenn sie überleben wollen“, sagte das Staatsoberhaupt weiter.

Kurz nach dem Start der Gegenoffensive soll das ukrainische Militär erste Erfolge erzielt haben. Die Kakhovka Operationale Group teilte am Montag auf Facebook mit, dass sich russische Streitkräfte aus ihren Stellungen in der Region Cherson hätten zurückziehen müssen. Da fast alle großen Brücken rund um die Hafenstadt zerstört sind, sei die russische Armee darüber hinaus „vom Nachschub an Waffen und Personal aus dem Gebiet der Krim abgeschnitten“. Der Gruppe zufolge biete sich daher „eine glänzende Chance für die Ukraine, ihre Territorien zurückzugewinnen“.

Die Stadt Cherson liegt direkt nördlich der im Jahr 2014 von russischen Streitkräften annektierten Halbinsel. Sollte der Gegenschlag in Cherson gelingen, könnte die Krim das nächste Ziel des ukrainischen Militärs sein. (nak)

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