Ein Selbstmordattentäter hat am Montag in Bagdad einen mit Sprengstoff beladenen Krankenwagen vor dem Sitz des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) zur Explosion gebracht. Zwölf Menschen wurden nach Angaben des Roten Kreuzes in Genf getötet, darunter zwei irakische Mitarbeiter.
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Ein Selbstmordattentäter hat am Montag in Bagdad einen mit Sprengstoff beladenen Krankenwagen vor dem Sitz des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) zur Explosion gebracht. Zwölf Menschen wurden nach Angaben des Roten Kreuzes in Genf getötet, darunter zwei irakische Mitarbeiter.

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Selbstmordattentäter zündet Sprengsatz vor Sitz des Roten Kreuzes

Mehr als 30 Tote bei Serie von Bombenanschlägen in Bagdad / Gewalt in irakischer Hauptstadt eskaliertEin Selbstmordattentäter hat am Montag in Bagdad einen mit Sprengstoff beladenen Krankenwagen vor dem Sitz des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) zur Explosion gebracht. Zwölf Menschen wurden nach Angaben des Roten Kreuzes in Genf getötet. Bei einer Serie von weiteren Detonationen kamen mehr als 20 Menschen ums Leben, wie die irakische Polizei erklärte. Weitere Berichte im dpa-Thema des Tages und im Dossier Irak nach dem Krieg

Bagdad/Kairo 27. Oktober ap. In der Fassade des dreigeschossigen IKRK-Gebäudes klaffte ein zwölf Meter breites Loch. Auch ein Wasserrohr wurde offenbar beschädigt, umliegende Straßen waren überflutet.

Der amerikanische Militärsprecher Mark Hertling erklärte, die Anschläge sollten zum Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan offenbar Unruhe in der Bevölkerung auslösen. Die Sicherheitsbarrieren hätten jedoch verhindert, dass der Attentäter sein Ziel erreicht habe. Hertling sagte weiter, am Morgen seien in der Gegend um Bagdad vier weitere Fahrzeuge vor Polizeiwachen explodiert. Auch diese Attentäter seien den Zielen ihrer Anschläge jedoch nicht nahe gekommen. Die irakische Polizei sprach dennoch von 27 Todesopfern, darunter vermutlich auch ein US-Soldat.

IKRK-Sprecherin Nada Doumani erklärte, es habe auch Opfer unter den Mitarbeitern der Organisation gegeben. Ob es sich dabei um Tote oder Verletzte handelte, sagte sie nicht. In dem Gebäude arbeiteten normalerweise rund 100 Menschen, überwiegend Iraker, sagte Doumani. Wie viele sich zum Zeitpunkt des Anschlags in ihren Büros befanden, war zunächst nicht bekannt. "Wir können nicht verstehen, warum jemand das Rote Kreuz angreifen sollte", sagte die Sprecherin. Das IKRK arbeite seit 1980 in Irak und habe sich niemals in die Politik eingemischt.

Die UN-Hilfsorganisationen zeigten sich schockiert von dem Anschlag, erklärten jedoch gleichzeitig, sie seien nicht überrascht. Der Sprecher des UN-Kinderhilfswerks UNICEF, Damien Personnaz, sagte, angesichts des Anschlags auf das Bagdader UN-Hauptquartier im August sei mit weiteren Angriffen zu rechnen gewesen. Die UN-Organisationen erklärten, es sei unwahrscheinlich, dass sie ihre Arbeit in Irak noch weiter einschränken würden. Der außenpolitische Beauftragte derEuropäischen Union, Javier Solana, betonte, die Lage in Irak sei nicht gut, werde aber nicht außer Kontrolle geraten.

Der britische Außenminister Jack Straw verurteilte den Anschlag.Die Tatsache, dass die Täter eine internationale Organisation ins Visier genommen hätten, zeige das Ausmaß ihrer Verderbtheit, sagte Straw vor der EU-Außenministerkonferenz in Brüssel.

Bei zwei Anschlägen in Bagdad wurden nach US-Militärangaben vom Montag drei amerikanische Soldaten getötet. Zwei Soldaten kamen ums Leben, als ihre Patrouille am Sonntag von einer am Straßenrand deponierten Bombe getroffen wurde. Ein dritter Soldat wurde am Sonntag bei einem Anschlag auf eine Einheit der Militärpolizei in Abu Ghraib getötet. In Falludscha, rund 65 Kilometer westlich der Hauptstadt, eröffneten amerikanische Truppen nach Berichten von Augenzeugen das Feuer und töteten mindestens vier irakische Zivilisten.

Erst am Sonntag war das Raschid-Hotel in Bagdad von mehreren Raketen getroffen worden. Dabei waren ein US-Soldat getötet und 18 weitere Menschen verletzt worden, wie die Streitkräfte bekannt gaben. In dem Hotel hielt sich zum Zeitpunkt des Anschlages auch der stellvertretende US-Verteidigungsministers Paul Wolfowitz auf. Er blieb jedoch unverletzt.

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