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US-Militär und die irakische Polizei leiten den Verkehr in der Innenstadt von Bagdad um. Zwei US-Soldaten wurden bei einem Granatenangriff auf einen US-Jeep schwer verletzt.

USA sehen Ausländer am Werk

Kommandeur betrachtet Irak als "Magnet für Terroristen"Die USA vermuten, dass zunehmend ausländische Extremisten für die Angriffe auf ihre Besatzungstruppen in Irak verantwortlich sind. Auch am Montag waren US-Soldaten wieder Ziel von Anschlägen, dabei wurden mindestens zwei Soldaten verletzt. Dossier: Irak nach dem Krieg

BAGDAD, 28. Juli (rtr/ap/dpa). Irak werde immer mehr zu einem "Magneten für Terroristen aus dem Ausland", denen die US-Amerikaner als Ziel gelegen kämen, sagte der Kommandeur der US-Bodentruppen in Irak, General Ricardo Sanchez, dem US-Fernsehsender CNN. Washington hatte bisher in erster Linie Anhänger des früheren Präsidenten Saddam Hussein für Überfälle auf US-Truppen verantwortlich gemacht. Über die Nationalität der an den Untergrund-Aktivitäten angeblich beteiligten Extremisten äußerte sich Sanchez nicht. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass ein Staat die Extremisten fördere, fügte er hinzu.

Der Konflikt, dem sich die US-Besatzungstruppen in Irak zunehmend ausgesetzt sähen, sei vielschichtig, sagte Sanchez. "Wir haben da terroristische Aktivitäten, wir haben da Leute aus der früheren Führungsschicht des Regimes, wir haben da Kriminelle, und wir haben einige bezahlte Mörder, die unsere Soldaten täglich attackieren." In den vergangenen 30 Tagen seien die Angriffe immer minutiöser ausgeführt worden.

Auch am Montag wurde ein Angriff auf US-Soldaten gemeldet. Nach Angaben der irakischen Polizei wurden zwei Soldaten im Zentrum Bagdads bei einem Granatenangriff getötet. Ein US-Offizier sagte hingegen, die beiden hätten schwere Verwundungen erlitten. Augenzeugen berichteten, drei US-Amerikaner seien verletzt worden, als ein Unbekannter von einer Straßenbrücke eine Granate auf das Militärfahrzeug abgefeuert habe. In der Nacht zum Montag töteten US-Soldaten in Tikrit einen Iraker, der sie aus einem Regierungsgebäude heraus beschossen hatte.

In Tikrit entdeckten US-Soldaten auch ein neu angelegtes Waffenlager. 400 Meter vom Hauptquartier der 4. Infanteriedivision entfernt seien 40 Panzerminen, schwere Munition und rund 100 Kilogramm Sprengstoff vergraben worden, teilten die US-Streitkräfte am Montag mit. Die Waffen seien offenbar für Angriffe auf die US-Truppen bestimmt gewesen, sagte Major Bryan Luke.

Saudi-Arabien verteidigt sich

RIAD (ap). Der saudische Verteidigungsminister Prinz Sultan hat Vorwürfe der USA zurückgewiesen, sein Land habe die Anschläge auf das World Trade Center vom 11. September 2001 finanziert. Die amtliche saudische Nachrichtenagentur SPA zitierte den Minister mit den Worten, dass es sich hierbei um "reines Gerede" handele. Die USA hatten in einem Bericht entsprechende Anschuldigungen erhoben und dem Land zudem vorgeworfen, nicht genug im Kampf gegen den Terrorismus zu unternehmen. Der saudische Botschafter in Washington, Prinz Bandar bin Sultan, hatte bereits am Donnerstag erklärt, das für die Anschläge verantwortlich gemachte Terrornetzwerk Al Qaeda wolle Saudi-Arabien ebenso wie die USA zerstören: "Warum sollten wir einen Kult unterstützen, der versucht, uns zu töten?"

Dossier: Irak nach dem Krieg

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