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Politischer Aschermittwoch: Reden und Trinken.

Politischer Aschermittwoch

Seehofer verspottet die Liberalen

CSU gegen FDP, SPD gegen CSU, jeder gegen jeden: FR-online.de dokumentiert die besten Sprüche des diesjährigen Politischen Aschermittwochs.

CSU gegen FDP, SPD gegen CSU, jeder gegen jeden: FR-online.de dokumentiert die besten Sprüche des diesjährigen Politischen Aschermittwochs.

CSU-Chef Horst Seehofer hat bei der Aschermittwochs-Kundgebung seiner Partei in Passau den Koalitionspartner FDP nicht von Spott verschont. Seehofer sagte in seiner Rede: „Das eigentliche Problem bei den Liberalen besteht darin, dass sie sich bereits benachteiligt fühlen, wenn sie nicht bevorzugt werden.“ Deshalb habe er den Streit mit der FDP „harmonisch gestaltet“.

Der bayerische SPD-Chef Florian Pronold warf der CSU „Selbstbedienung“ und „Unfähigkeit“ vor. Die Partei stehe „für Chaos“, wetterte Pronold am Mittwoch beim Politischen Aschermittwoch der Sozialdemokraten im niederbayerischen Vilshofen. Ministerpräsident Seehofer sei ein „politischer Geisterfahrer“ und „Lügenbaron“, der es schaffe, „auf der Autobahn zu wenden“, unter anderem bei den Themen Nichtraucherschutz und Gentechnik.

Auch die Grünen übergossen ihren politischen Gegner CSU und den zurückgetretenen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auf ihrem mit Hohn und Spott. „Sonnenkönig zu Guttenberg“ sei zu einem „gefehlten Promovenden“ geworden, sagte die Landesvorsitzende Theresa Schopper beim Politischen Aschermittwoch ihrer Partei in Landshut. „Er ist vom Star zum Fall für den Staatsanwalt geworden.“

Jedes Jahr zu Beginn der Fastenzeit rechnen die großen Parteien mit dem politischen Gegner ab. In Versammlungen mit Volksfestcharakter kommt es vor allem in Bayern zum rhetorischen Schlagabtausch. Hauptschauplatz ist die Passauer Dreiländerhalle, wo die CSU ihre Kundgebung abhält. Aber auch SPD, FDP und Grüne finden mit ihren Veranstaltungen am Aschermittwoch bundesweit Beachtung. Die bayerische Tradition wird mittlerweile auch in anderen Bundesländern gepflegt. FR-online.de dokumentiert die besten Sprüche des diesjährigen Politischen Aschermittwochs.

Die Wurzeln des politischen Aschermittwochs liegen im niederbayerischen Vilshofen. Dort feilschten die Bauern schon im 16. Jahrhundert auf dem Hornvieh- und Rossmarkt nicht nur um die besten Tierpreise, sondern redeten auch über Gott und die Welt. Seit dem 19. Jahrhundert nahmen sie auch die königlich-bayerische Politik aufs Korn. 1919 rief der Bauernbund aus diesem Anlass erstmals zu einer Kundgebung auf - der politische Aschermittwoch war geboren.

Nach der Nazi-Zeit nahm 1948 die Bayernpartei den Brauch wieder auf. Als fünf Jahre später die CSU mit ihrem späteren Parteichef Franz Josef Strauß dazustieß, entwickelten sich jene legendären Redeschlachten, die den Ruf des Politspektakels begründeten. Jede Partei postierte im Saal des Gegners „Spione“, um dessen Attacken möglichst schnell parieren zu können. (dpa)

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