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Nawalnys Team veröffentlichte den neuesten Film nach der Festnahme des Kreml-Kritikers in Moskau.
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Man muss kein weltweit bekannter Kritiker wie Nawalny sein, um in Moskau verhaftet zu werden.

Russland

Azat Miftakhov: Sechs Jahre Haft für eine kaputte Scheibe

  • Thomas Kaspar
    vonThomas Kaspar
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Die russische Justiz arbeitet sich an dem jungen oppositionellen Mathematiker Azat Miftakhov ab. Und nutzt einen Vorwand, um den Mann hinter Gitter zu bringen.

Azat Miftakhov forscht als Doktorand an der staatlichen Universität in Moskau. Auf internationalen Konferenzen hat sich der Mathematiker schnell einen Ruf als außergewöhnliches Talent erarbeitet. Miftakhov engagiert sich zudem in einer politischen Oppositionsgruppe. Der 1. Februar 2019 allerdings beendet vorerst seine Laufbahn, als er nach einer Auslandsreise festgenommen wird. Im Untersuchungsgefängnis werfen ihm Beamte vor, Sprengstoff hergestellt zu haben. Als Miftakhov auch unter Folter kein Geständnis abgibt, wird er nach einer Woche ohne Anklage entlassen.

Azat Miftakhov: Folter in der Untersuchungshaft

Direkt vor dem Gefängnis wird er erneut von Zivilbeamten verhaftet, berichten Unterstützer. Der Vorwurf diesmal: Er soll 2018 ein Fenster eines staatlichen Gebäudes eingeworfen haben. Nach fast zwei Jahren Untersuchungshaft ohne Verfahren verurteilte ihn in dieser Woche ein Gericht in Moskau zu sechs Jahren Haft. Zwei weitere Mitangeklagte, Elana Gorban, und Andrey Eykin, erhielten Bewthrungsstrafen von vier und zwei Jahren. Das Urteil beruht nach Angaben von Miftakhovs Strafverteidigerin einzig auf der Aussage eines inzwischen verstorbenen, geheimen Zeugen.

Azat Miftakhov: Menschenrechtszentrum Moemorial protestiert

„Das Urteil gegen Miftakhov ist ein eindeutiges Beispiel für die politischen Repressionen in Russland“, erklärt Sergej Davidis vom Moskauer Menschenrechtszentrum Memorial gegenüber der Rundschau. „Ein grausames Urteil, das in keinem Verhältnis zu dem in Frage stehenden Verbrechen steht, eine willkürliche Einstufung der Tat zu Lasten der Angeklagten, die völlige Ignorierung der öffentlichen Meinung – all diese Punkte charakterisieren dieses Verfahren,“ so Davidis weiter.

Azat Miftakhov: 47 renommierte Mathematiker unterschreiben Protestnote

Der Fall hat weltweit für Empörung gesorgt. Eine Gruppe von 47 renommierten Wissenschaftler:innen aus Frankreich und Russland hat eine Protestnote an die Organisator:innen des Internationalen Mathematik Kongress verfasst. Dieser gilt als eine der wichtigsten Veranstaltungen der Disziplin und findet 2022 in Sankt Petersburg statt. „Die Teilnahme an einer Veranstaltung in einem Land, in dem Kollege Azat Mifthakov inhaftiert ist, stellt ein ernsthaftes Dilemma dar“, so die Unterzeichner. Ihr Ersuchen um Unterstützung bei der Freilassung von Miftakhov blieb jedoch unbeantwortet.

Pussy Riot: Aktivistin vor dem Gerichtsgebäude verhaftet

In Moskau wird unterdessen unaufhörlich weiter an der Schraube der Repression gedreht. Wie die unabhängige Zeitung „Novaya Gazeta“ berichtet, ging die Staatsmacht während der Gerichtsverhandlung massiv gegen Protestierende vor, die vor dem Gebäude für Miftakhovs Freilassung demonstrierten. Auf offener Straße wurden zahlreiche Unterstützende verhaftet, darunter Rita Flores von Pussy Riot und Dmitry Ivanov, der den kritischen Kanal Protestny MGU auf Telegram betreibt.

Von Thomas Kaspar

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