Seenotrettung

„Sea-Watch 3“ startet neue Rettungsfahrt

Das deutsche Rettungsschiff „Sea-Watch 3" ist erneut aufgebrochen, um im Mittelmeer nach Migranten in Seenot zu suchen.

Rom - Das deutsche Rettungsschiff „Sea-Watch 3" ist von Sizilien ausgelaufen, um im Mittelmeer nach Migranten in Seenot zu suchen. Das teilte die Organisation Sea-Watch am Samstagabend auf Twitter mit. „Nach über 3 Monaten im Hafen von Messina sind wir endlich wieder unterwegs in die Such- und Rettungszone nördlich der libyschen Küste, wo wir dringend gebraucht werden", schrieb die Organisation.

Das Schiff hatte zuletzt bei einer Fahrt Ende Februar fast 200 Menschen aufgenommen und in den Hafen von Messina gebracht. Wegen der damals aufkommenden Coronavirus-Welle mussten Besatzung und Migranten vorübergehend in Quarantäne. Italien sperrte zudem wegen der Pandemie seine Häfen für Rettungsschiffe und erklärte, man könne wegen der Covid-19-Krankheit nicht mehr als „sicherer Hafen" zur Verfügung stehen. Allerdings kommen weiter viele Menschen in kleinen Booten an den Küsten an, die in Libyen und Tunesien starten. Zeitweise wurden Migranten auch auf Quarantäne-Schiffe vor der Küste gebracht.

In der vergangenen Woche gab es Berichte über Hunderte Ankünfte auf der Insel Lampedusa zwischen Tunesien und Sizilien, wo auch Malta liegt. Dort kam es zu Spannungen, verlassene Boote brannten. Die Inselbewohner befürchten nach Angaben des Inselbürgermeisters Totò Martello, dass der wegen Corona notleidende Tourismus nicht wieder anläuft. Am Samstag war der in Rom für den Süden zuständige Minister Giuseppe Provenzano auf die Insel gereist. (dpa)

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