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Antifeminismus ist Teil rechter Propaganda.

„ScienceFiles“

Antifeminismus und Klimawandel-Leugner - Code der Rechten bei „ScienceFiles“ und PI-News

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Antifeminismus und Leugner*innen des menschgemachten Klimawandels haben sich in rechten Netzwerken organisiert. Teil davon ist „ScienceFiles“ - und PI-News. 

In München findet Ende November eine Konferenz des Vereins EIKE statt, dem „Europäischen Institut für Klima und Energie“. EIKE, kein wissenschaftliches Institut, auch wenn der Name es suggeriert, wird vielen Wissenschaftlern als Zentrum der organisierten „Klimaleugnerszene“ bezeichnet. Menschengemachter Klimawandel ist aus deren Sicht reine Propaganda, entsprechend haben Klimaaktivisten gegen die Konferenz Protest angekündigt.

„ScienceFiles.org“ - antifeministische Plattform

„SA marschiert: Linksextreme Sturmtrupp-Aktivisten wollen in München Klimakonferenz verhindern“, kommentiert den Protest das Blog „ScienceFiles.org“, das sich selbst als Vertreter „einer kritischen Wissenschaft“ bezeichnet. Linken Widerstand mit dem Nationalsozialismus zu assoziieren, ist eine gängige Methode der Rechten, doch rechts will „ScienceFiles“ nicht sein.

Der Internetauftritt, der ohne Impressum auskommt, wird von Heike Diefenbach und Michael Klein betrieben. Beide behaupten von sich selbst, sie würden sich kritisch mit der Wissenschaft auseinandersetzen. Neben dem Klimawandel legen sie auf ihrer Seite einen weiteren Schwerpunkt: Feindbild ist die Geschlechterforschung, die sie unter der Rubrik „Gender Ideologie“ führen. Ihrer Meinung nach sei „Genderismus“ eine Gefahr für die Meinungsfreiheit, die „das fragile Gewebe, aus dem eine Gesellschaft“ bestehe, zerstöre.

Teil eines rechten Netzwerks: „ScienceFiles“

Man könnte solche Thesen als Antifeminismus einstufen, einer Haltung, die von der Universität Marburg erforscht wird. „Reverse“ heißt ein Projekt, das sich mit dem Phänomen des Antifeminismus befasst und den Diskurs der Akteur*innen und deren Adressat*innen beleuchtet. Untersuchungsgegenstand ist unter anderem auch „ScienceFiels“: „ScienceFiles gehört zum Spektrum antifeministischer Kritiker*innen der Gender Studies und wurde daher in unserem Forschungsprojekt untersucht. Exemplarisch wurden hierfür Publikationen von Heike Diefenbach analysiert“, erklärt Annette Henninger, Professorin für Politik und Geschlechterverhältnisse, in einem Interview mit der FR. Weiter verweist sie auf die Verknüpfung von Klimawandel und Gender-Kritik, einem typisch rechten Phänomen , das „ScienceFiles“ mit „Die Klimahysterie ist weiblich“ explizit bedient.

Entsprechend wird Heike Diefenbach von den Forscherinnen als „Teil rechtspopulistischer und rechter Netzwerke“ eingestuft. Doch das will Diefenbach nicht hinnehmen und hat eine Mitarbeiterin des Forschungsprojekts verklagt. „Frau Diefenbach wendet sich mit ihrer Klage gegen den aus ihrer Sicht unzutreffenden Eindruck, dass sie aktiv Netzwerke mit rechtsextremen bzw. rechten Milieus betreibe“, sagt Annette Henning, die auf entsprechende Belege in Forschungsaufsätzen verweist.

„ScienceFiles“  und die Berührungspunkte zu PI-News

Dass Diefenbach in ihren Beiträgen Berührungspunkte mit rechte Strömungen hat, lässt sich tatsächlich nicht nur an den Inhalten auf „ScienceFiles“ ablesen, sondern auch daran, dass sämtliche rechte Blogs und Seiten auf ihre Thesen zurückgreifen, sie zitieren und teils als Gastautorin selbst zu Wort kommen lassen.

„Ein Geständnis zum Anfang: Wir lesen ‚PI-News‘“, heißt es auf „ScienceFiles“ in einem Beitrag, der auf die als rechtsextrem eingestuften „PI-News“ verlinkt. Das Blog selbst erwähnt Heike Diefenbach als prominente Unterzeichnerin eines Aufrufs zu den Hetzjagden in Chemnitz. Doch nicht nur mit „PI-News“ bestehen publizistische Verbindungen.

Auf dem rechten Nachrichtenblog „Freie Welt“ wird Heike Diefenbach als Autorin geführt, auf „Eigentümlich frei“, einer Seite, die dem neurechten Spektrum zugerechnet wird, ist unter zwei Artikeln vermerkt, dass hier Heike Diefenbach in einer früheren Fassung „fälschlich“ als Mitautorin genannt worden sei – neben Michael Klein.

Politische Klage gegen Uni Marburg-Projekt

Auf der Seite der „Jungen Freiheit“, die für den Politikwissenschaftler Patrick Keßler als „Scharnierorgan“ bezeichnet wird, „um den Rechtsextremismus mit anderen Bereichen der Gesellschaft zu verknüpfen“, findet sie als Bildungssoziologin Erwähnung. Ebenso als Autorin fungiert sie auf dem rechten „Jürgen Fritz Blog“, wo sie gemeinsam mit Michael Klein den „sofortigen Stopp der Finanzierung der Amadeu-Antonio-Stiftung“ forderte.

Dies sind nur einige Beispiele, die belegen, dass Heike Diefenbach durchaus mit rechten Plattformen in Verbindung gebracht werden kann. Dass sie nun juristisch gegen die Feststellung vorgeht, als Teil eines rechten Netzwerks begriffen zu werden, lässt sich angesichts der Belege als eine politische Klage werten, wie Annette Henning konstatiert. Ihre Meinung nach würde hier das Ziel verfolgt, dass „Rechte nicht mehr rechts genannt werden dürfen“.

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