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Der schwule brasilianische Abgeordnete Jean Wyllys prangert Gewalt gegen Homosexuelle an. 

Brasilien

Schwuler Abgeordneter verlässt nach Todesdrohungen das Land

Jean Wyllys, homosexueller brasilianischer Abgeordneter, wird Brasilien aufgrund von Todesdrohungen verlassen. Die Gewalt gegen die Community habe zugenommen.

Wegen Todesdrohungen hat der schwule brasilianische Abgeordnete Jean Wyllys das Land verlassen und will sein Mandat niederlegen. „Leben zu bewahren ist auch eine Strategie, um für bessere Zeiten zu kämpfen“, schrieb der 44-jährige Politiker der Linkspartei PSOL am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. 

Der Tageszeitung „Folha de S. Paulo“ sagte Wyllys, es sei nicht die Wahl des ultrarechten Jair Bolsonaro zum brasilianischen Präsidenten als solche, die ihn zu seinem Schritt veranlasst habe. Vielmehr habe nach Bolsonaros Wahlsieg im Oktober die Gewalt gegen Mitglieder der LGBT-Community (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender) zugenommen. 

Bolsonaro hetzt gegen Homosexuelle

Die Pressestelle des Parlaments erklärte, Wyllys habe sein Mandat noch nicht formell abgelegt. Sein Büro sagte der Nachrichtenagentur AFP aber, er werde dies tun und eine Zeit außerhalb des Landes verbringen. Angaben zum Aufenthaltsort des Abgeordneten machte sein Büro nicht. 

Der frühere Armeeoffizier Bolsonaro, der immer wieder mit schwulenfeindlichen Äußerungen aufgefallen ist, hatte das Präsidentenamt zu Jahresanfang angetreten. In seiner Zeit als Abgeordneter waren er und Wyllys immer wieder aneinandergeraten. Als Bolsonaro 2016 seine Stimme für eine Absetzung der damaligen Präsidentin Dilma Rousseff einem Folterer aus der Zeit der brasilianischen Militärdiktatur widmete, spuckte Wyllys ihm ins Gesicht. (afp)

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