Wikileaks

Schweden will Assange festnehmen lassen

Der in Großbritannien inhaftierte Wikileaks-Gründer soll ausgeliefert werden.

Die schwedische Staatsanwaltschaft hat die Festnahme von Wikileaks-Gründer Julian Assange beantragt. Hintergrund seien die Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Australier, sagte die stellvertretende Direktorin der Staatsanwaltschaft, Eva-Marie Persson, am Montag. Es ist der erste Schritt hin zu einem Auslieferungsantrag. Assange sitzt derzeit in Großbritannien in Haft. Sollte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgen, will diese nach eigenen Angaben einen europäischen Haftbefehl erlassen.

Die schwedische Justiz hatte zuvor die Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung wieder aufgenommen. Assange war im Jahr 2010 in Schweden von zwei Frauen wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung angezeigt worden. Das Verfahren wegen sexueller Nötigung wurde 2015 wegen Verjährung eingestellt. Im zweiten Fall legte die Stockholmer Staatsanwaltschaft 2017 die Ermittlungen zu den Akten, weil der damals in London im Botschaftsexil lebende Assange für sie nicht erreichbar war.

Um sich einer Auslieferung an Schweden zu entziehen, wo er vor Gericht gestellt werden sollte, war Assange 2012 in die Botschaft Ecuadors in London geflohen. Nachdem Ecuador Assange sieben Jahre später das politische Asyl entzog, wurde er am 11. April in London festgenommen. Anfang Mai wurde er dann von einem britischen Gericht zu 50 Wochen Gefängnis verurteilt, weil er mit seiner Flucht in die Botschaft gegen die Auflagen seiner Kaution verstoßen und sich der britischen Justiz entzogen hatte. (afp)

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