Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Bewies als Staatssekretärin Format. Jetzt ist Valerie Amos Ministerin.
+
Bewies als Staatssekretärin Format. Jetzt ist Valerie Amos Ministerin.

IM PORTRÄT

Schwarze Britin in Blairs Kabinett

Neue Irak-Ministerin Amos

Von Peter Nonnenmacher (London)

Amos löst die am Montag zurückgetretene Clare Short ab. Sie war in den vergangenen Jahren Staatssekretärin im Londoner Außenministerium und dort für die Beziehungen zu Afrika und der Karibik zuständig. Dass sie nun als Entwicklungsministerin mit am Kabinettstisch sitzt, löste bei Frauen-Verbänden und Lobby-Organisationen der ethnischen Minderheiten Begeisterung aus. Amos' Ernennung werde "eine Inspiration für junge Schwarze und Asiaten" im Lande sein, erklärte der Vorsitzende des Ausschusses für Rassengleichheit, Trevor Phillips. Von einem "historischen Tag" sprach Julie Mellor, Präsidentin der Kommission für Gleichberechtigung in Großbritannien.

Präsidentin dieser Kommission war Valerie Amos einst selbst gewesen, bevor sie in die "hohe Politik" aufstieg. Als Neunjährige mit ihren Eltern aus Guyana eingewandert, fasste sie rasch Fuß in einer Gesellschaft, in der andere Einwandererkinder vergeblich um Anerkennung rangen. Als Soziologin, Gleichberechtigungs-Verfechterin und Leiterin entsprechender Verbände machte sie sich in der Labour-Partei einen Namen - was ihr 1997 den Adelstitel und einen Platz im Oberhaus eintrug.

Ein paar Jahre arbeitete sie in der Fraktionsführung Labours im House of Lords. 2001 ernannte Premier Blair sie zur Außenamts-Staatsekretärin. Auf diesem Posten war sie, als schwarze Britin, der Regierung besonders nützlich, wo es etwa um die Entkräftung des permanenten Vorwurfs Robert Mugabes ging, London benehme sich noch immer "wie eine Kolonialmacht". Amos erklärte einmal zu Mugabes Kritik: "Diese Tage sind doch längst vorbei." Und weiter: "Die Tatsache, dass ich, ein Abkömmling jener kolonisierten Völker, als britische Staatssekretärin hier stehe, demonstriert das ja wohl zur Genüge."

Loyalität zu Tony Blair und ihre diskrete und diplomatische Art ließen sie in der Wertschätzung des Regierungschefs rasch steigen. Den Einwand, dass ein Kabinettsmitglied nicht aus dem Oberhaus kommen, sondern ein gewähltes Mitglied des Unterhauses sein sollte, verwarf Blair um des Vorteils willen, den ihm die Ernennung bot. Ihre letzten "Botengänge" - kurz vor Beginn des Irak-Kriegs zu den drei "Zweifler-Ländern" Afrikas im UN-Sicherheitsrat - überzeugten Downing Street von Amos' ministeriellen Qualitäten. Nun soll sie diese, zunächst als britische Aufbau-Leiterin für Irak, in aller Öffentlichkeit unter Beweis stellen.

Dossier: Irak nach dem Krieg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare