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Das sind nicht unsere Schwanen-Protagonisten. Ein schönes Bild ist es trotzdem.

Tierwelt

Schwan im Liebeswahn

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Ungleiche Paare sind in der Tierwelt gar nicht so selten ? aber immer irgendwie anrührend.

Hund und Katz. Massenweise. Eine Qualle, charmant begleitet von einem Fisch – „Seacret Service“ hat jemand dazugeschrieben. Ein Kaninchen und eine Katze. Hund und Krähe. Silberreiher und Hirsch. Mops und Pony. Ein Labrador mit einer ganzen Kükenschar.

Wer auf Twitter, dem Internet-Kurznachrichten-Feuerwerk, den richtigen Leuten folgt, wird beinahe täglich mit verrückten Paaren beliefert, kuriosen, rührenden, auch nachdenklich machenden Verbindungen. Die Frage bleibt natürlich: Ist es wirklich Liebe? Oder machen die sich und uns was vor? Spielt man mit unseren Gefühlen?

Auf einer entfernten Insel soll sich bekanntlich mal ein riesiger Affe in eine Blondine verliebt haben. Ein gewisser King Kong. Aber Sie wissen ja, die Leute reden, einer tratscht es dem anderen weiter, und am Ende ist doch das meiste erfunden.

Relativ sicher kann man bei Khula und Imbuzi sein. Khula ist ein kleines Rhinozeros, Imbuzi ist eine Ziege – und beide sind absolut unzertrennlich, wie der Kinderkanal „The Dodo“ berichtete. Als das kleine Nashorn auf die Welt kam, konnte seine Mutter ihm keine Milch und auch keine Liebe geben. Also kam es auf eine Farm für Rhino-Waisen in Tansania. Aber die anderen Dickhäuterkinder waren schon größer und viel zu rabiat für die schwache und unterernährte Khula. Da trat Imbuzi auf den Plan. Seither darf man die beiden Turteltauben keine fünf Minuten mehr trennen, sonst ist das Gejammer groß. Khula ist kräftig und selbstbewusst geworden und hat von Imbuzi unter anderem gelernt, wie man Gras frisst.

Happy Ente, ließe sich fast sagen

Ziegen sind offenbar sehr tolerant, was die Wahl der Gefährten angeht, denn eine ähnliche Romanze entwickelte sich zwischen Buckley (Hochlandkuh) und Ralphy (Ziege). Aber auch der Chihuahua Yoda und die Eseldame Lily machen aus ihrer Zuneigung kein Geheimnis. Komplikationen gab es, als Esel-Gentleman Hershey auf den Plan trat und Yoda tierisch eifersüchtig wurde. Aber er lernte schließlich, seine Herzensdame zu teilen.

Eine relativ ungewöhnliche Beziehung zueinander haben auch Bernie und Galaxy aufgebaut, besonders wenn man bedenkt, dass Galaxy eine Katze ist und Bernie eine Ratte. Am Anfang wussten sie nicht so genau, was sie voneinander halten sollen, aber dann habe doch die Liebe gesiegt, berichten die Leute in den USA, bei denen das Paar wohnt: „Galaxy wanted a friend more than she wanted a snack“ – die Katze sah ein, dass sie lieber einen Freund wollte als einen Imbiss.

In Deutschland kommen solche Phänomene gut an, aber das Taschentuch bleibt dabei vorerst trocken. Nicht weil man hier rührenden Tierpartnerschaftsgeschichten gegenüber reserviert wäre, im Gegenteil. Es ist nur … die rührendste Tierpartnerschaftsgeschichte von allen haben wir ja selbst. Sie spielt auf dem Aasee in Münster und beschäftigte jahrelang die Menschen und Medien bis nach Thailand. Ihre Hauptpersonen sind ein schwarzer Schwan namens Petra und ein Tretboot.

Im Frühling 2006 verliebte sich die schwarze Petra Hals über Kopf in einen zwar weißen, aber unwiderstehlich großen und starken Schwan. Dass er ihr gefühlsmäßig nicht gerade entgegenkam und auch sonst nicht sehr unternehmungslustig war, schien sie nicht zu stören. Petra wich ihrer großen Liebe nicht von der Seite, auch wenn der Boots-Mann gerade beruflich ein Menschenpaar über den See schipperte. In den Wintern zogen die zwei zusammen in den Münsteraner Allwetterzoo, der dem Paar großzügigerweise einen eigenen Teich zur Verfügung stellte.

Am schönsten wäre es natürlich, wenn aus der Liaison ein paar kleine Bötchen hervorgegangen wären, vielleicht für die Badewanne, aber nein, natürlich nicht. Petra begann irgendwann, sich auch für andere Schwäne zu interessieren, nach dem Motto: klein, aber oho. Die Zeit verging, eines Winters verschwand die Schwänin. Man entdeckte sie schließlich fix und fertig in Osnabrück. In einer Pflegestation kam sie wieder zu Kräften und fand dort auch den Schwan ihres Lebens.

Happy Ente, ließe sich fast sagen. Mit wem das Tretboot jetzt zusammen ist, weiß man nicht.

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